Ludwigshafen Bunker im Blick

Wie funktioniert Recycling? Wie werden aus Windeln, Zigarettenkippen, verschmutzten Tüchern oder Matratzen bis zu 1000 Grad heißer Dampf? Und: Was geschieht mit der Schlacke? Das und noch vieles mehr haben rund 500 Besucher am Samstag beim Tag der offenen Tür im Müllheizkraftwerk der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft erfahren.
und seine Kollegen hatten gleich zwei Gründe zum Feiern gefunden: „50 Jahre Betriebsgenehmigung und die Wiedererrichtung des Neubunkers“, zählte der GML-Geschäftsführer die Gründe dafür auf, warum er und seine Kollegen erstmals seit dem Brand des Müllbunkers vor vier Jahren der Bevölkerung wieder Einblicke in die Abläufe des Ludwigshafener Kraftwerks gewährte. Und es gab sogar noch einen weiteren Grund zur Freude, denn zu bewundern gab es auch die künstlerische Gestaltung des 340 Quadratmeter großen Fassade des Bunkers, die in Zusammenarbeit mit der Berufsbildenden Schule für Gestaltung entstanden ist. Christian Deutsch strahlte dabei ganz besonders: Von dem angehenden Design-Assistenten stammte die finale Überarbeitung des Siegerentwurfs, der weithin sichtbar „Die vier Elemente“ symbolisiert. „Meine Eltern sind gerade aus Australien zu Gast. Wir wollten uns das Ganze einfach einmal ansehen“, erzählte Gast John Lewis, der in Mutterstadt lebt und auch seine beiden Kinder dabei hatte. „Sehr eindrucksvoll“, so sein Urteil schon nach der Besichtigung der Verwaltungsgebäude. Dabei hatte der eigentliche Rundgang noch gar nicht begonnen, der den Werdegang von rund 200.000 Tonnen Abfällen pro Jahr zeigt, die aus Ludwigshafen, dem Rhein-Pfalz-Kreis, Worms, Alzey oder Bad Dürkheim Tag für Tag an der Bürgermeister-Grünzweig-Straße angeliefert werden. „Wir sind damit die größte Entsorgungsgesellschaft in Rheinland-Pfalz“, erklärte Grommes geladenen Gästen wie dem Ministerialdirigenten Gottfried Jung und dem GML-Aufsichtsratsvorsitzenden, Dezernent Klaus Dillinger. Die Sprösslinge von Claudia Gashi aus Ludwigshafen vergnügten sich derweil beim Geschicklichkeitsspiel des Technischen Hilfswerks (THW), bewiesen im Hantieren mit einer großen Baggerschaufel viel Fingerspitzengefühl. „Aber eigentlich sind wir hier, damit sie sich mit den Themen Müll und Recycling auseinandersetzen“, sagte die Mutter. Und dann ging es für die Besucher bis hinauf zur Krankanzel, wo Waldemar Krüger und Frank Weiß den Müll mit ihren gigantischen Greifern in die Einfülltrichter des Kraftwerks verteilten. „Das ist für uns Alltag“, sagte Weiß. „Und Besuchergruppen gehören bei uns zum Tagesgeschäft.“ Für die Besucher war es hingegen etwas ganz Besonderes: „Meine Jungs waren schon mit der Schule hier. Und die fanden es so toll, dass sie heute auch den Vater mitgeschleppt haben“, berichtete Matthias Waldmann aus Ludwigshafen. (env/Fotos: Kunz)