Ludwigshafen / Frankenthal / Rhein-Pfalz-Kreis
Bundestagswahl: AfD schickt Stefan Scheil ins Rennen
Das Ergebnis der Wahl fiel eindeutig aus. Von 40 Stimmberechtigten votierten 24 für Scheil, 15 für Thiedig, es gab eine Enthaltung. Für ihre Bewerbung hatten beide Kandidaten die Aufgabe, sich mit fünf vorher festgelegten Fragen nach Beruf und politischem Werdegang vorzustellen.
„Bürokraten in Brüssel“
Er sei seit 25 Jahren als promovierter Historiker, Publizist und Journalist tätig, seit der Gründung 2013 Mitglied der AfD, sagte Scheil. Er wünsche sich für die Bundestagswahl einen Abend wie am letzten Mittwoch, als alle – Regierung, Opposition und Presse – konsterniert das Ergebnis der US-Wahl erlebt hätten. „Es ist ein verantwortungsloser Haufen, der unser Land in den Abgrund führt. Wir werden seit Jahrzehnten von Leuten regiert, die nichts können“, meinte Scheil. „Wir wollen stärkste Partei werden, wir wollen stärkste Partei im Wahlkreis werden“, nannte er Zielvorgaben. „Dann wird regiert wie es sich gehört für das deutsche Volk, nicht so, wie Bürokraten in Brüssel es wollen.“ Ludwigshafen sei ein Beispiel dafür, was im Land alles schieflaufe. „Deutschland ist unser Land, und das soll auch so bleiben“, betonte er. Er wolle mit Infoständen mobil agieren, Lokalthemen ansprechen, aber auch TikTok und Instagram stärker nutzen, so der 61-jährige.
„Atomausstieg revidieren“
Johannes Thiedig sagte, sei er Historiker und habe als Freier Journalist für das Magazin Meier und den Mannheimer Morgen gearbeitet. Zurzeit sei er als Disponent für ein Ludwigshafener Elektrohandelsunternehmen tätig. Er ist nach eigenen Angaben AfD-Mitglied seit 2013, zuvor war er einige Jahre Mitglied in der SPD, der FDP sowie in der Partei „Die Freiheit“, eine rechtspopulistische Kleinpartei, die in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet wurde und sich 2016 auflöste. Thiedig wohnt seit 2007 in Ludwigshafen, vorher lebte er in Frankenthal.
„Ich will den Wahlkreis direkt gewinnen. Wir hatten 20 Prozent bei der Europawahl, eine gute Basis, um die künftige Regierung Merz zu verhindern“, sagte Thiedig. Die CDU wolle nicht gegen den „Klima-Irrsinn“ vorgehen. „In Ludwigshafen sind Überfremdung, Vermüllung und Verwaltungsdefizite zu beheben“, meinte er. Die Industrie werde abgebaut, der Atomausstieg müsse revidiert werden. In der Gräfenauschule seien 98 Prozent Ausländerkinder, 40 Prozent der Erstklässler würden nicht versetzt, weil sie nicht Deutsch könnten, kritisierte er.