Gewichtheben
Bundesliga: AC Mutterstadt springt an die Spitze
Es läuft sportlich rund bei den Gewichthebern des AC 1892 Mutterstadt. Max Lang, der jahrelange Kapitän der Staffel, hat der Auftritt seines ACM gegen den TB 03 Roding imponiert. Auch wenn nicht die erhofften 800 Kilopunkte am Ende herausgesprungen sind. Der 776,5:738,2 (3:0) Heimerfolg gegen die Mannschaft aus der Oberpfalz war eine klare Angelegenheit.
„Unsere Mannschaft ist intakt und auf einem guten Weg. Ich habe diesmal hinter die Kulissen geschaut und etwas mit gecoacht. Das hat Spaß gemacht“, sagte der erfolgreiche Nationalheber. Noch einen letzten Auftritt im AC-Dress hat der frühere Europameister im Stoßen nicht ausgeschlossen. „Ich bin ja bis heute noch nicht offiziell verabschiedet worden. Wenn ich gebraucht werde und ich körperlich fit bin, dann könnte ich mir das durchaus vorstellen. Momentan bleibt wenig Zeit. Das Abitur steht im Vordergrund“, schildert der Familienvater die aktuelle Situation.
Wiedersehen und Abschied
Lang (32) freute sich, am Samstagabend mit dem Rodinger und ehemaligen Speyerer Simon Brandhuber (34) einen langjährigen Kameraden aus der Nationalmannschaft wieder getroffen zu haben: „Simon war erste, den ich im Leistungssport kennengelernt habe. Wir waren international erfolgreich und hatten immer Spaß. Jetzt neigt sich unsere Karriere dem Ende entgegen.“ Für Routinier Simon Brandhuber war es am Samstag der letzte Auftritt in Mutterstadt. Für seinen Teamkollegen Gregor Nowara (32) bedeutete es sogar der letzte Wettkampf in seiner Karriere. „Wir sind immer gerne nach Mutterstadt gekommen. Auch die Stimmung passt hier immer gut. Diesmal bleiben die Punkte wieder in der Pfalz, obwohl wir uns mit der jungen Mannschaft recht teuer verkauft haben“, sagte Brandhuber.
Für das sportliche Glanzlicht vor 250 Zuschauern bei stimmungsvoller Atmosphäre sorgte wieder einmal der bulgarische Topheber Hristo Hristov (170 Kilopunkte). Der mehrfache Europameister riss sehr gute 180 Kilogramm und brachte im Stoßen 200 Kilogramm zur Hochstrecke. „Ich war sehr gut vorbereitet und wollte mit 210 Kilo noch einen draufsetzen. Der Ausstoß hat aber nicht funktioniert“, haderte Hristov mit seiner eigenen Leistung.
Kleine Denkpause für Rusev
Weniger erfolgreich verlief der Wettkampf von Kollege Angel Rusev. Mit zwei ungültigen Versuchen im Reißen gab der fünfmalige Europameister keine gute Visitenkarte ab. Dafür fiel der Leichtgewichtler beim Publikum mit seinen goldenen Heberschuhen auf. Im Stoßen lief es mit neuem Schuhwerk und zwei gültigen Versuchen besser. Insgesamt nur 148 Kilopunkte für die zweite Ausländerposition sind für den ambitionierten ACM zu wenig. Im Vergleich brachte der Niederländer Enzo Kuworge drei Stunden vorher bei der zweiten Mannschaft im Derby gegen Grünstadt 155 Punkte in die Mannschaftswertung. „Nach den Worten von Hristov hat sein Freund Rusev viel mehr drauf. Bei uns zeigt er bisher zu wenig seine Klasse. Beim nächsten Kampf in Kiel erhält er eine sportliche Denkpause. Im neuen Jahr gibt es für ihn noch eine Chance“, analysiert Sportchef Stefan Mohr.
Ein Extralob erhielt Marie Scherer. Zwei Wochen nach den U23-Europameisterschaften lieferte die Saarländerin einen tadellosen Wettkampf ab. Im Vergleich zur EM in Albanien steigerte sich die Saarländerin um sage und schreibe elf Kilogramm (163 kg) im Zweikampf. Auch Amelie Breuer zeigte sich im Reißen verbessert gegenüber ihrem EM-Auftritt. Diese Steigerung gelang Sara Bechter mit 107 Kilopunkten Relativleitung gegen Roding nicht. „Unsere Mannschaft war insgesamt gut. Ich selbst war dagegen nicht zufrieden. Ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Es lag nicht an der Kraft“, erklärte die Physiotherapeutin.
Erster Einsatz am Mikrofon
Einen guten Job macht die in Leimen wohnende und in Schwegenheim arbeitende gebürtige Mainzerin neuerdings am Mikrofon. Nach jedem Wettkampf verabschieden sich die Teams vom Publikum. Diese Rolle hat Bechter von Max Lang übernommen: „Max hat gesagt, dass ich reden soll. Und nächste Saison sind er und Nina Schroth nicht mehr dabei. Also habe ich schon einmal angefangen zu üben“.
Sara Bechter hofft, in dieser Saison mit der Mannschaft auf den Finalzug um die deutsche Meisterschaft zu springen. Mit 7:2 Punkten belegen die Mutterstadt aktuell die Tabellenspitze. Am Nikolaustag müssen Bechter und ihr Team zur Athletenschmiede nach Kiel reisen. „Nach der Niederlage von Kiel in Speyer wird es für uns dort nicht einfacher werden. Wir wollen möglichst lange oben dabeibleiben. Die Zukunft gehört unserer jungen Mannschaft.“