Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

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Über den Artikel zu unserer Erich-Kästner-Schule habe ich mich sehr gefreut, er bildet doch sehr genau unsere derzeitige Unterrichtssituation ab. Ich bin sehr gerne als Förderschullehrerin an der EKS in der inklusiven Förderung tätig und arbeite mit den Grundschulkollegen im Team. Doch auch der größte Integrationsgedanke benötigt die Möglichkeit der Kleingruppenförderung oder die Eins-zu- Eins-Situation, um Schüler optimal zu unterstützen (…). Ist hierfür an einer Schwerpunktschule im sozialen Brennpunkt mitten in Ludwigshafen nicht mehr als ein Klassenraum pro Klasse vonnöten? Danke für Ihren Artikel, der die Raumnot thematisiert. Die Bilder sind ohne Schüler leider wenig aussagekräftig. Auf dem Bild des Klassenzimmers fehlen über 20 Kinder und die Lehrkräfte. Die Platznot wird erst dann vollends begreifbar, wenn Sie versuchen, in meinem Klassenzimmer mit 23 Schülern einen handelnden Unterricht mit bewegtem Lernen und einer (geforderten) Methodenvielfalt umzusetzen, der Platz aber nicht einmal für einen ordentlichen Sitzkreis reicht. Wir nennen das in meiner Klasse Sitzgurke. Wenn Kinder auf dem Gang lernen müssen und das Problem bei der Inklusion verortet wird, kann ich das nicht nachvollziehen. Anmerkung der Redaktion: Ohne Erlaubnis der Eltern durften die Kinder nicht fotografiert werden. Eine klasse Idee, das Thema Schulstandort Ludwigshafen mal in einer ganzen Reihe aufzugreifen. Mir ist das Thema so wichtig und die Ludwigshafener Schullandschaft ist so vielfältig, dass ich mir eine Fortsetzung wünsche. Besonders schön für mich: dass Sie die Erich-Kästner-Schule vorstellen, an der ich schon seit 21 Jahren gerne arbeite. Eine Schule, an der man vieles wie im Brennglas erleben kann, was Schule heute in Rheinland-Pfalz ausmacht. Nicht umsonst sagen wir den neuen Kollegen immer: „In einem Jahr lernst du hier so viel wie andernorts in fünf Jahren. Es wird dich Kraft kosten – und es wird dich reich an Erfahrung machen.“ Die Zahl der Klassen hat sich in meiner Zeit mehr als verdoppelt, damit einher geht auch die Vergrößerung des Kollegiums – nicht aber der Räumlichkeiten. Dazu gekommen sind neben den Klassenleitungen unter anderem Förderlehrer und pädagogische Fachkräfte sowie Integrationshelferinnen, weil wir eine Schwerpunktschule sind, und zusätzliche Kräfte für Sprachfördermaßnahmen und die Schulsozialarbeit. Man bräuchte dafür nicht nur mehr Klassenräume, sondern auch mehr Platz für uns Mitarbeiter, mehr Raum für Elterngespräche – man bräuchte Räume, um die Arbeit der Schulsozialarbeit und der Kooperationspartner unterzubringen, manchmal bräuchte man eben auch Räume für Außendifferenzierungen, so wie man Räume für die gesetzlich vorgeschriebenen Sprachfördermaßnahmen und die Ethik- und Religionsgruppen braucht. Die Klassenräume alleine, wie das der Raumplan so vorsieht, reichen dafür nicht aus. Simples Beispiel: In der Klassenstufe 3 haben wir vier Ethik- und drei Religionsgruppen. Das heißt, über die Klassenräume hinaus müssen da zwei Räume gefunden werden. Mir ist ein Rätsel, wie die Schulleitung das alles immer wieder organisiert bekommt. Bislang geht es offensichtlich, auch wenn es sicher unglaublich Nerven kostet. Mit der Aussicht auf Besserung in der Zukunft – möge sie auch fern sein – improvisieren wir. Mit der Aussicht auf Verschlechterung – wir wachsen, und die Berufsschule kann wohl nicht noch mehr Räume freigeben – fragen wir uns allerdings, wie wir eigentlich dauerhaft Unmögliches möglich machen sollen und dabei auch noch stets die Fahne des pädagogischen Anspruchs schwenken dürfen. Bevor ich in eine Klagelitanei verfalle, genug damit. Ich bin verdammt gerne hier, ich will noch lange bleiben und ich hoffe, ich bleibe dabei auch noch lange gesund. In dem Artikel kam etwas wirklich schön raus: Die Schulleiterin brennt für diese Schule. Das tun wir alle, denn wer das nicht tut, den/die hält es hier nicht. Wenn ich mir aber die „brennenden“ Kollegen so anschaue, tut’s mir manchmal weh und ich denke: Brenn’ bloß nicht aus – wir brauchen dich hier noch. Danke für den griffigen Artikel, der wirklich einige Facetten gut beleuchtet hat. Weiter so, es gibt noch viele spannende Schulen hier! Der Bericht über den Schulalltag einer Schulklasse, in der behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden, zeigt die hohe Unterrichtsqualität und Entwicklungspotenziale auf, die inklusive Unterrichtsformen allen Schülern eröffnet. Wir haben das als Eltern einer behinderten Tochter über Jahre positiv erfahren und können den Bericht nur bestätigen. Allerdings wissen wir aus der Elternarbeit auch, dass die Implementierung inklusiven Unterrichts an den (Schwerpunkt-) Schulen kein Selbstläufer ist, sehr unterschiedlich verläuft und das Engagement der Eltern erfordert. Erwähnenswert wäre im Artikel noch gewesen, dass Eltern in Rheinland-Pfalz die Entscheidung erst seit 2014 treffen können, ob der Schulbesuch an einer Förderschule oder im inklusiven Unterricht erfolgen soll. Vorher lag letztlich die Entscheidung bei der Schulbehörde. Zu den kritischen Äußerungen des Lesers Hans-Jürgen Wünschel aus Maxdorf ist anzumerken: Inklusion ist kein „besonderes Geldsparmodell der Landesregierung“, sondern eine gesetzliche Verpflichtung, die sich aus der Behindertenrechtskonvention der UN ergibt. Und die immer wieder geäußerten Befürchtungen, starke Schüler blieben auf der Strecke, die Schwächeren zurück und die Behinderten bekämen gar nichts mit, sind unbegründet und durch Schulversuche und durch wissenschaftliche Studien widerlegt. Eine von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie „Inklusion in Deutschland“ (2015) stellt fest: Eltern von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf erleben inklusive Schulen als Schulen, in denen die Unterrichtsqualität weiter entwickelt ist als in nicht inklusiven Schulen. In der Zeitung war zu lesen, dass die Sparkasse Vorderpfalz ab 18. April für ihre gewerblichen und institutionellen Kunden Negativzinsen einführt ab einer Million Euro. Da kann man sich entspannt zurücklehnen – tatsächlich? Institutionelle Kunden sind Kommunen, Verbände und Stiftungen, im Klartext: Auch die Stadt Ludwigshafen wird wohl zahlen müssen, denn das Angebot der Sparkasse, andere Anlageformen zu nutzen, ist für eine Kommune sicher kein Ausweg, ist sie doch kein Sparverein. Besonders ärgerlich wird diese Auskunft, wenn man sich vor Augen führt, dass Oberbürgermeisterin Eva Lohse Vorsitzende des Verwaltungsrats der Sparkasse Vorderpfalz ist, Mitglieder weitere Politiker von CDU, SPD, FWG und den Grünen. Haben die geschlafen oder wollen die wirklich, dass Ludwigshafen Negativzinsen an die Sparkasse zahlt? Denn ich bin mir sicher, sie hätten das als Verwaltungsratsmitglieder verhindern können! Freudig las ich die Artikel über den etwaigen Neubau einer Kindertagesstätte im Neubaugebiet von Neuhofen und über eine mögliche Erweiterung des Neubaugebiets. Wenn man mal außen vor lässt, dass eine Partei mit rot-weißem Logo, die kontinuierlich gegen die Kita-Erweiterung war, jetzt einmal wieder auf den bereits fahrenden Zug aufspringt, sind das ja gute Nachrichten. Was hierbei völlig außer Acht gelassen wird, ist, dass man es bisher nicht geschafft hat, über einen Fortbestand des dortigen Wasgau-Vollsortiment-Supermarkts in Gespräche zu treten. Stattdessen hat der scheidende Bürgermeister in seinem letzten RHEINPFALZ-Interview sogar einen falschen Schließungstermin des Markts genannt. Es scheint, als habe man trotz bald zwei vorhandener Neubaugebiete kein Interesse daran, einen angrenzenden Supermarkt zu erhalten. Stattdessen erzählt man sich, habe bereits ein Fitnessstudio Interesse am Wasgau-Areal geäußert. Gratulation! So etwas wäre dort natürlich viel besser aufgehoben. Das Erheben der wiederkehrenden Beiträge, das heißt, die Lasten auf viele Schultern zu verteilen, halte ich für eine soziale Errungenschaft in Rheinland-Pfalz. In Bundesländern, in denen dies nicht möglich ist, sind Grundstückbesitzer durch eine Straßensanierung teilweise so verschuldet, dass die Gemeinden die Kosten, häufig im fünfstelligen Bereich, bis zur Veräußerung der Grundstücke beziehungsweise Immobilien, tragen müssen. Herr Elster hat selbst von diesem Verfahren profitiert und klagt, nachdem die Straße, in der er wohnt, komplett saniert wurde. Die Bürger, die nun in einen anderen „Abrechnungsbezirk“ eingestuft würden, können sich dann bei Herrn Elster bedanken oder auch die Gerichte bemühen. Dies halte ich weder für solidarisch noch für christlich. Seit mehreren Wochen verstärkt sich mein Eindruck, dass die RHEINPFALZ sich immer weiter auf das Niveau eines „Revolverblattes“ beziehungsweise der „Klatschpresse“ herablässt. Müssen wir Leser tatsächlich groß und breit darüber informiert werden, dass und warum gegen einen 41-jährigen ein Verfahren wegen Nötigung eingeleitet wurde (Stadtnotizen vom 30. März). In der gleichen Ausgabe wird berichtet, dass ein 28-jähriger seiner Ex-Frau ins Gesicht geschlagen hat. Müssen das ihre Leser unbedingt wissen? Solche Berichte füllen fast jeden Tag mehrere Spalten in der RHEINPFALZ. Anscheinend gibt es ja sonst nichts Wichtigeres auf der Welt. Anscheinend „kupfern“ die Mitarbeiter derlei Berichte einfach aus Polizei-Info-Systemen ab, um die Zeitung mit Negativmeldungen zu füllen. Möglicherweise werden auch andere Mitbürger durch solche Berichte angeregt, ähnliche „Dummheiten“ zu begehen, damit sie dann darüber in der Presse nachlesen können. Anmerkung der Redaktion: Die Redaktion „kupfert“ nichts ab, sondern, wertet täglich den Polizeibericht aus, informiert und recherchiert über Geschehnisse, die sie für relevant hält. Eine treffendere Beschreibung als die Überschrift „Image-Komplex“ für das bisweilen anzutreffende Genörgel ist nicht vorstellbar, vielen Dank hierfür. Wir werden diesen Begriff zukünftig einflechten, wenn es darum geht, die Stärken und die schönen Seiten unserer Heimatstadt denen aufzuzeigen, die immer mal wieder die vereinfachende, verbale Abrissbirne über Ludwigshafen schwingen. Herr Blau entwickelt einen sachgerechten Vorschlag, dem ich mich mit Nachdruck anschließen möchte: Der Bund sollte für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau eines Boulevards überhaupt keinen Zuschuss bewilligen, „da die Straße ihren Charakter als leistungsfähige Bundesstraße komplett verliert“. Stattdessen ist ein Bauwerk zur Selbstverwirklichung der ortsfremden Architekten geplant, das keine Förderung verdient. Hierzu passt die jüngste Bemerkung des FDP-Sprechers Thomas Schell zu diesem Projekt, der „diese Stadtentwicklungspolitik … mit einem Schildbürgerstreich“ vergleicht. In unserer Stadt spannt sich ein Band von dem infantilen neuen Stadtlogo über das kleine Fiasko „Metropol“ am Berliner Platz bis zu dem großen Fiasko, das bei der Hochstraße droht. Unsere Stadtspitze hat offenbar kein glückliches Händchen bei der Auswahl externer Berater und Partner, sodass bedeutende Projekte desaströs verlaufen. Da würde der Stadt ein hartes Umlenken helfen. Doch abgesehen von der Trägheit öffentlicher Verwaltung besteht dafür bis zur OB-Wahl und auch in der Orientierungsphase danach keine realistische Chance. Es ist vollkommen richtig dass die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Ludwigshafen fehlt. Es gab diese schon, aber die Ärzte haben die institutionalisierte Arbeit schon vor Jahren einstellen müssen , weil der oft schwierige Verhandlungspartner AOK die Umsetzung de facto unmöglich machte. Die Kritik dort wäre richtig platziert. Die Mitarbeiter der Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienste und die wenigen Ärzte als Einzelkämpfer versuchen mit riesigem persönlichem Engagement bis an die persönlichen Grenzen, die institutionellen und personellen Lücken zum Wohl der Patienten und Angehörigen zu schließen. Nicht nur die Institution und Struktur ist entscheidend. Es braucht Menschen mit Qualifikation und Engagement für einen Neuanfang. Diese müssen wir uns in Ludwigshafen erst noch backen und aus dem Hut zaubern. Bis dahin brauchen die Hoffnungsträger Unterstützung für Ihre Arbeit und gegen die paragrafenverliebten Bedenkenträger. (…) Auf dem Weg zur Arbeit bin ich plötzlich in eine riesige Staubwolke geraten? Die Ursache konnte auch schnell identifiziert werden. Die besonders Wasser sparenden Kehrfahrzeuge haben einmal mehr den Staub nur umverteilt, statt ihn aufzunehmen und damit die Straße beziehungsweise den Fußweg zu reinigen! Genau dies wurde auch schon einmal vor Jahren in der Heinigstraße in einem Versuch mit mehr Wasser in den Maschinen festgestellt und berichtet. Wir diskutieren über Feinstaubbelastung und wundern uns, dabei liegt der Dreck sprichwörtlich auf der Straße und wird nur alle paar Tage einmal kräftig durchgemischt! Selbst in Städten wie Las Vegas, wo ein x-faches an Kfz-Verkehr und Menschenmassen auf dem „Strip“ unterwegs sind, gibt es diese Probleme nicht! Warum? Weil dort alles blitzblank sauber ist! Das schafft Arbeitsplätze, erhöht die Lebensqualität und zahlt sich somit in Nachhaltigkeit aus. Da braucht man dann auch nicht den Unfug mit albernen Aufklebern zu betreiben, die nur ideologische Gängelei sind! Buchstäblich in einer Randnotiz, deren Inhalt bedauerlicherweise auch redaktionell nicht hinterfragt wurde, erfahren die Schauernheimer Bürger, dass in einer ehemaligen Frühstückspension in der Untergasse eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche geschaffen werden soll. Im Rathaus geht man vielleicht davon aus, dass die Bewohner in einem Preisausschreiben gewonnen haben und Stadtluft gegen Landluft tauschen dürfen – jedenfalls wurde die Angelegenheit mit Verweis darauf, dass die Gemeinde lediglich für baurechtliche Belange zuständig sei, durchgewinkt. Unterstützt von einem Gemeinderat, der sein Fragerecht allenfalls halbherzig genutzt hat und die politischen Implikationen nicht wahrhaben wollte. Die Genehmigungsbehörde für eine solche „Wohngruppe“, die bis zu zwölf Kinder und Jugendliche von zehn bis 18 Jahren beherbergen soll, ist vermutlich die Kreisverwaltung. Sie hüllt sich in Schweigen. Und der Betreiber, von dem wir nicht wissen, ob er privat oder gemeinnützig, kirchlich oder staatlich unterwegs ist, bleibt einstweilen in Deckung. Nebelkerzen statt Informationen. Einrichtungen dieser Art, die in der Regel junge Menschen mit schwierigem familiärem Hintergrund unter ihre Fittiche nehmen, sind in einem sehr hohen Maße von der Akzeptanz und der Toleranz, der positiven Neugier und den Gesten des Willkommens der Wohnbevölkerung einer Gemeinde abhängig. Die Verantwortlichen nehmen in Kauf, dass ihr Vorhaben der Spekulation und dem Argwohn überlassen bleibt. Nennen wir es einen Fehlstart.

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