Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

Meines Erachtens finden die Fans des Filmfestivals bei Bedarf auch noch genügend Zeit, das größte Weinfest, den Wurstmarkt, zu besuchen. Schließlich dauert ein Film ja nur zirka 90 Minuten, und die Öffnungszeiten des Wurstmarkts sind ja weitaus umfangreicher als die des Filmfestivals. Gegebenenfalls müssen Prioritäten gesetzt werden. Herr Daumann von den Grünen hält die Festlegung auf die Parkinsel als Austragungsort für unsinnig, Herr Ciccarello von der Linkspartei regt an, die beiden großen Filmfestivals parallel zu veranstalten. Spätestens an dieser Stelle muss ich mich bewusst für eine moderate Ausdrucksweise entscheiden. Das ist so, als würde man vorschlagen, an Weihnachten auf Schenken und Kerzen zu verzichten und Weihnachten und Ostern zusammenzulegen. Wer solche Vorschläge äußert, begreift nicht, was die Substanz und Bedeutung dieser kulturellen Groß-Ereignisse ausmacht, oder er ignoriert es. Ich finde die Denkweise, die zu solchen Vorschlägen führt, so erstaunlich wie bedrückend. Diese beiden Filmfestivals in der erprobten Form sind viel mehr als die Summe der Filme. Sollten einmal Einschnitte wirklich notwendig werden, dann bleibt zu hoffen, dass Entscheidungsträger auch in Zukunft wissen, wo das Herz dieser Festivals liegt. Ihr Bericht hat mir sooooooooooooo aus dem Herzen gesprochen. Ich bekam von meinem Sohn vor zirka einem Jahr auch ne App eingerichtet. Am Anfang fand ich es schön, so ab und zu nette Filmchen zu bekommen. Aber es wurde immer mehr. Auch das war noch zu verkraften über das Jahr. Aber in der Adventszeit explodierte die Flut der Filmchen und so weiter und ich wurde immer nervöser, wenn ich auf das Handy schaute. Wie Sie schreiben, man fühlt sich ja auch verpflichtet, Antwort zu geben. An Weihnachten war ich dann soweit, dass ich das Handy in ein anderes Zimmer „gesperrt“ habe. Es war zu viel! Und dieses Jahr werde ich auch nicht auf jede Info reagieren. Wenn man mich will, soll man mich anrufen. Ihr Bericht war hervorragend. Das ist einmal eine klare Ansage für 2017, sich gleich vom Smartphone zu trennen! Wow. Soweit bin ich (noch) nicht, aber Ihre Gründe sind vollkommen nachvollziehbar. Und was die sozialen Netzwerke angeht, bin ich eigentlich voll und ganz bei Ihnen. Was die Nachfolge von Jesus oder dem Dalai Lama angeht, würde ich mich an Ihrer Stelle voll und ganz auf Jesus verlassen, wenn auch der Dalai Lama ein ganz „netter“ Mann ist und sicher einiges Gute bewirkt hat. (…) Ich freue mich schon auf Ihren nächsten „Quintessenz“-Artikel. Der Bau eines vierten Supermarkts am Ortsrand von Böhl wäre unnötig und unverantwortlich in zweierlei Hinsicht: Gegenüber den dortigen Anwohnern, die in einem reinen Wohngebiet gebaut haben und denen man eine erhebliche Verminderung der Lebensqualität durch Abgase und Lärm bis spät in die Nacht und einen starken Wertverlust ihrer Häuser zumutet. Der Status des „reinen Wohngebiets“ wurde auf sonderbare Weise und ohne Information der Betroffenen irgendwann verändert. Der Bau des Nettomarkts würde auch eine Vernichtung von weit über 1000 Quadratmeter wertvollen Lebensraums für Pflanzen und Tiere bedeuten. Diese Versiegelung freier Flächen muss endlich aufhören. Wo sollen eigentlich noch Regenwasser versickern und Vögel nisten können? Wo bleibt da die Verantwortung für den Schutz der Natur? Das Argument der „fußläufigen Erreichbarkeit“ ist Unsinn, da sicherlich gerade mobilitätseingeschränkte Personen dort nicht hinlaufen können zum Einkaufen. Benötigt wird in Böhl eine Einkaufsmöglichkeit im Dorfzentrum für den täglichen Bedarf und nicht ein weiterer Markt mit einem allumfassenden Warenangebot.