Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

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Ich gebe Herrn Keller vollkommen recht. Ich freue mich auf diesen Neubau und habe auch schon einen „Spitznamen“: „Langer Lulatsch“ ( das ist freundlich gemeint). Ich denke, man soll positiv den Neuerungen der Stadt gegenüber stehen. Sie berichten heute in dankenswerter Ausführlichkeit „So wird vielleicht ein Schuh draus“. Dabei fällt mir angenehm auf, dass die Autorin Nicole Sperk mit Sympathie die Arbeit der Vermittler/innen betrachtet, dabei aber die Situation nicht beschönigt. Ich würde gern aus Ihrem informativen Beitrag einige Fakten bündeln. Für die zusätzlichen Aufgaben aus der Flüchtlingsproblematik steht den beiden Arbeit vermittelnden Institutionen allein in unserem Bezirk Vorderpfalz ein zusätzliches Budget von 2,25 Millionen Euro aus unseren Sozialkassen zur Verfügung. Bisher werden für diese Sonderaufgabe 23 zusätzliche qualifizierte Kräfte eingesetzt, mit steigender Tendenz. Obgleich die Klienten nicht aus klassisch Schwervermittelbaren bestehen, sondern überwiegend aus jungen Männern, werden in einem Fall fünf Vermittlungen aus 600 als Erfolg gewertet. Im anderen Fall gilt eine zehnprozentige Erfolgsquote als (ehrgeiziges?) Ziel. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 90 Prozent plus X jener jungen Männer geborene Empfänger von Sozialleistungen in unserem System sind. Zweifellos verdient der Einsatz der Arbeitsvermittler/innen auf diesem schwierigen Feld hohen Respekt. Allerdings könnten sie für unser Gemeinwesen gewiss sehr viel effektvoller arbeiten, wären sie nicht gefangen in einem Reparaturbetrieb für eine gescheiterte Politik. Da können sich wieder nur die Raser aufregen. Wenn man sich an die Straßenverkehrsordnung (StVO) hält, hat man nichts zu befürchten. (…) Es müsste noch mehr Überwachung der Lichtsignalanlagen erstellt werden. Wie in der Leuschnerstraße vor dem Goerdelerplatz, in der Brunhildenstraße und Valentin-Bauer-/Ecke Brunhildenstraße – dort wird oft bei Rot durchgefahren. Die Geschwindigkeit ab der Shell-Tankstelle Richtung Bruchwiesenstraße wird oft nicht eingehalten, es wird gerast. Auch in der Freiastraße und in der Deutschen Straße werden oft das 30er-Tempolimit nicht eingehalten. In der Ludwigstraße wird die Geschwindigkeit ebenfalls oft nicht eingehalten. Auch sind täglich Falsch-Fahrer in der Ludwig- zwischen Kaiser-Wilhelm- und Wredestraße unterwegs. Ich war im Sitzungssaal anwesend und muss doch gestehen, dass ich über die sehr einseitige Berichterstattung ihrer Reporterin mehr als verwundert bin. Es ist richtig, dass sich der Angeklagte nochmals entschuldigte, aber das war auch mehr als notwendig, da der Angeklagte beim ersten Verhandlungstag, bei dem Ihre Reporterin nicht anwesend war, bei seiner Entschuldigung den Staatsanwalt ansah und das Opfer keines Blicks würdigte. Ebenfalls am ersten Verhandlungstag wurden die Zeugen gehört, die alle einheitlich und deutlich nachvollziehbar das Gleiche berichteten – nämlich, dass das Opfer zu keinem Zeitpunkt aggressiv war. Unter diesen Zeugen befand sich auch die wichtigste Zeugin des Prozesses, die sich aufgrund eines Presseaufrufs gemeldet hatte und nichts mit Opfer oder Angeklagten zu tun hatte. Sie beschrieben alle sein Verhalten mit den Worten „passiv“ und „beschwichtigend“ und das Verhalten des Angeklagten mit „aggressiv“ und „streitlustig“. Aber auch da war ja ihre Reporterin nicht anwesend. Hochachtungsvoll von einer Zuschauerin, die an allen Tagen anwesend war. (…)

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