Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

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Lieber Herr Gierescher, schade, dass Sie nach der Ansage des Anrufbeantworters gleich aufgelegt haben. Ansonsten wäre Ihnen versichert worden, dass man zurückgerufen wird, falls man seine Telefonnummer hinterlässt. Wird man aber als Patient der Anrufbeantworterklasse 1 nicht! Genauso wenig wie auf E-Mails reagiert wird. Ich habe sogar eine Kontaktaufnahme per Fax versucht. Ebenfalls Fehlanzeige! Niemand meldet sich! Nur persönliche Vorsprache bringt Erfolg beziehungsweise einen Termin. Diese Praxis ist allerdings eine Ausnahme, in vielen anderen Praxen ist eine relative Gleichbehandlung Standard. Also verlieren Sie nicht den Glauben, boykottieren Sie diese Praxis einfach! Da ich selbst Kassenpatient bin, kann ich dem Bericht voll und ganz zustimmen. Alle wissen von der Ungerechtigkeit, die zwischen Kassen- und Privatpatient bei der Behandlung sowie Terminvergabe besteht. Doch keiner kümmert sich um diese Fehlentwicklung. Hier versagen die Politiker, die Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung, die Ärzte und natürlich auch der Kassenpatient. Man hört und sieht nichts von Widerstand, von Protest, obwohl alle darüber reden. Ich nenne es eine Schande der Demokratie:„Alle sind vor dem Gesetz gleich.“ Dabei hat der Gesetzgeber klare Richtlinien festgelegt. Der größte Teil der Ärzte kümmert sich aber einen feuchten Dreck um die Gleichbehandlung. Bei Geld hört eben die Solidarität auf und die Schamgrenze sinkt. Ich wähle keine Partei mehr, die sich nicht vorgenommen hat, an diesem Missverhältnis etwas zu ändern. Ich rufe alle auf, zu protestieren, sich zu äußern. Es gibt Berufe, zu denen fühlt man sich berufen. Bei Ärzten kommen mir immer mehr Zweifel. Da krieg ich ja wirklich Scheiße an „die Fieß“, wenn ich immer wieder so dummes Gemotze lesen muss. Und jetzt auch noch von einem, der sich bewusst entschieden hat, Kassenpatient zu sein. Damit er die Kosten für eine Zusatzversicherung sparen kann? Und nun motzt er – nicht über seinen eigenen Geiz –, sondern weil er die PKV-Leistung nicht beanspruchen kann. Sein Neid trieft ihm aus der Feder. Wer sich nur ein zum Beispiel russisches Einfachstauto gönnen will, darf dann nicht motzen, wenn er keinen Luxus hat, und er darf denen nicht neidisch sein, die sich andere Prioritäten schufen. Unter Verzicht vielleicht auf den Luxus, den sich jener mit der „Scheiße am Fuß“ leistet. Ich leiste mir die PKV und verzichte auf anderen Luxus. Motzer leisten sich Luxus, sparen an der Zusatzversicherung und fordern dann, diese Mehrleistung umsonst zu erhalten. Eine Leistung, die ich mir unter Verzicht auf anderen Luxus gönne. Da habe ich etwas dagegen. (…) Hallo Herr Gierescher, verraten Sie mir bitte die Arztpraxis, wo ein privat Versicherter nur einige Tage auf seinen Termin warten muss. Ich bin Privatpatient, was ich auch bei der Terminierung in der Praxis angab, bei der ich schon länger Kunde bin. Ich musste 23 Tage trotz Schmerzen auf einen Arzttermin warten. Danach sieben Wochen auf einen OP-Termin. Kein mal bekam ich in einem Ledersessel Espresso. Ich fürchte, Sie haben Spitzensportler wie Herrn Brehme mit gewöhnlichen Privatpatienten verwechselt. Selbst bei meinem Hausarzt warte ich, wie jeder andere, auf einen Termin und sitze dann im Wartezimmer ohne Kaffee, aber mit dem Gartenmagazin, bis ich an der Reihe bin. Bei mir kommt der Verdacht auf, als wenn sie auf scheinbar Privilegierte (…) neidisch wären. Sollten Sie aber nicht sein, mich kostete die Knie-OP rund 5500 Euro, die ich bezahlen musste, noch bevor mir meine Kasse 80 Prozent erstattete. Für einen Privatpatienten kann krank sein richtig teuer werden. „Symbol des Aufbruchs“ soll das geplante „Stadthaus“ werden. Eine übergeordnete Landmarke, ein Orientierungspunkt, für jeden, der in die Stadt kommt. Ähnlich jenem, dem von der gleichen Firma entworfenen ARAG-Tower in Düsseldorf. Dort orientiere sich jeder Besucher der Stadt an diesem Turm. Der Vergleich ist jedoch sehr gewagt. Der ARAG-Tower steht auf einer großen Fläche, umgeben von grünem Rasen, Bäumen, Büschen und einem Teich. Der Turm ist absolut nicht zu übersehen,125 Meter hoch, das höchste Gebäude der Stadt Düsseldorf. Der Tower ist damit mehr als doppelt so hoch wie das geplante Stadthaus. Auf dem Berliner Platz wird sicher auch kein Rasen angelegt und der Blumenschmuck wird aus den üblichen Blumenkübeln bestehen. Das „Symbol des Aufbruchs“ wird auf der Fahrt über den Rhein nach Ludwigshafen einmal kurz zu sehen sein. Bismarck - und Ludwigstraße bilden auch keine Sichtachsen durch die das Objekt wesentlich hervorgehoben würde. Vor Ort selbst muss man schon den Kopf in den Nacken legen, um die ganze Pracht zu sehen. Man habe sich bei der Planung an der bestehenden Skyline im Umfeld des Rundbaus orientiert. Das neue „Wahrzeichen“, das entstehen soll, wird von den beiden Hochhäusern, die nicht unbedingt bauliche Glanzstücke sind, um einige Meter überragt. Der Neubau wird, wie der Rundbau, auf den Berliner Platz draufgesetzt, ob es passt oder nicht. Das Architekturbüro RKW ist im Herzen der Städte tätig und fühlt sich der Idee der europäischen Stadt als Fixpunkt gesellschaftlichen Lebens verpflichtet. Zu einem solchen soll dieser Raum (Berliner Platz) werden. Warten wir es ab, bis 2017 fließt ja noch viel Wasser den Rhein hinab. Die Architekten bekommen ihr Honorar, der Investor sein Haus am Berliner Platz Nr. 1.

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