Ludwigshafen
Brechend volle Kirche zum Abschied
18 Jahre lang war Seelsorger Meißner in Ludwigshafen tätig. Zum Abschluss richtete er Dankesworte an die Ehren- und Hauptamtlichen der Gemeinde und alle Anwesenden aus Stadt und Gesellschaft. Er habe beim Aufräumen den Button „Freiwillig in LU“ von Fotografin Marlis Jonas gefunden – und er sei gern und freiwillig in der Chemiestadt gewesen. Nun wird er seine Zelte im südpfälzischen Dahn aufschlagen und dort als sogenannter Kooperator als Seelsorger tätig sein – denn als Leitender Pfarrer von Petrus und Paulus und zuvor als Dekan in Ludwigshafen waren zum Teil schwierige strukturelle Veränderungen und viele Verwaltungsaufgaben zu bewältigen. Seit August 2006 hatte Meißner nach einer Station während seiner Kaplanszeit in Ludwigshafen als Pfarrer gewirkt, von 2012 bis 2022 als Dekan.
Plädoyer für Ideale und Hoffnungen
Die Verabschiedung wurde zunächst als festlicher Gottesdienst gefeiert. Diesen zelebrierten der amtierende Dekan Dominik Geiger, Diakon Hubert Münchmeyer, Pfarrer Thomas Kigen Cherono und Alban Meißner. Die Kirchenchöre an St. Ludwig und St. Sebastian gestalteten den Gottesdienst musikalisch, begleitet von Christoph Angeli an der Truhenorgel und von Heinz-Georg Saalmüller an der Orgel. Sehr gut kam die Band Herz Jesu mit neuen geistlichen Liedern an.
In seiner Begrüßung bekannte Dekan Geiger, dass es eigentlich unmöglich sei, Meißners Verdienste aufzuzählen. Er bat alle, in einem Moment der Stille ihre persönliche Verbindung zu ihm zu bedenken. In seiner Predigt betonte Meißner, dass Ideale, Visionen und Hoffnungen wichtig seien – und rief dazu auf, aufgeschlossen gegenüber Neuem zu sein. Er sehe Zeichen des Heils in der Gemeinde, sodass ihm vor der Zukunft nicht bange sei, sagte er mit bewegter Stimme.
„Prägendes Bindeglied“ auf verschiedenen Ebenen
Dominik Geiger erwähnte, dass Meißner und er sich seit seiner Zivildienst-Zeit in Speyer kennen und hob dessen Engagement für die Jugendarbeit hervor. Er überreichte eine Urkunde von Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Jörg Neubauer nannte Meißner ein prägendes Bindeglied zwischen allen Kommissionen und Gremien auf verschiedenen Ebenen und den Menschen. Er sei ein Mann der klaren Worte und klugen Fragen gewesen, den zuletzt immer stärkere gesundheitliche Probleme geplagt hatten. Meißner wünschte statt persönlicher Geschenke eine finanzielle Unterstützung für die Winterhilfe, die an St. Ludwig ins Leben gerufen wurde und nicht mehr vom Ordinariat co-finanziert wird.
Für Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck gestaltete und prägte Meißner mit seiner Menschlichkeit die Stadt. Auch habe er wichtige Brücken geschlagen. Hierzu gehörte auch der interreligiöse Dialog und sein Engagement etwa im Stadtjugendring. Kerstin Bartels sprach als stellvertretende Dekanin für die evangelische Kirche und betonte die gemeindenahe Ökumene, die man gemeinsam gelebt habe. Sie sei betrübt, weil nun ein katholischer Kollege gehe, „mit dem viel möglich war“ und der sich für die Würde der Menschen in der Stadt eingesetzt habe. Sie erinnerte sich an viele inspirierende Gespräche.
Dank von Ministranten und Pfadfindern
Die Ministranten schenkten Meißner nicht nur gesanglich „Einen Stern, der Deinen Namen trägt“. Für die Pfadfinder ist ihr ehemaliger Kurator ein Mensch, der ihnen von der Pike auf Demokratie beigebracht habe. Im Anschluss an deren Lieder schenkte Neubauer Meißner die zwölfsaitige Gitarre im Namen der Gremien von Heilige Petrus und Paulus.
Auf Nachfrage erklärte Dekan Dominik Geiger, dass zunächst Pfarrer Josef Szuba die Pfarrstelle als Administrator übernehmen werde, bis hoffentlich eine Nachfolge gefunden sei. Er vertraue auf das sehr gute Team. Im laufenden Strukturwandel gelte es, die Neuerungen zu gestalten. Er sei voller Hoffnung, dass das in Ludwigshafen gut gelinge. Der Abschied klang bei einem Empfang im vorderen Teil der Kirche aus, wo noch viele persönliche Worte mit Pfarrer Meißner gewechselt werden konnten.