Ludwigshafen
Bliesbad: Corona-Notstand sorgt für Mitgliederansturm
„Ich wurde mit E-Mails bombardiert und habe die letzten Tage jeden Abend bis 23 Uhr administrativ für den Förderverein gearbeitet“, erzählt Chef Hans-Jürgen Beringer. Vor einer Woche hatte der Verein noch rund 400 Mitglieder, binnen weniger Tage kamen 200 dazu. „Jetzt haben wir die 600er-Marke erreicht und müssen ,Stopp!’ sagen.“ Natürlich freue er sich über den Mitgliederansturm. So etwas gab es in dem Förderverein bisher noch nicht. Aber er bedeutet auch deutlich mehr Arbeit für die wenigen aktiven Ehrenamtlichen – und vor allem für Beringer und seine Frau Ulrike. Jetzt will der Vereinschef daher ab Montag erst mal beobachten, wie der Badbetrieb unter Corona-Regeln läuft.
Beringer geht davon aus, dass das Konzept, das der Vorstand vor einer Woche abgesegnet hat, funktioniert. „Bei einer Fläche von 12.000 Quadratmetern sollte es kein Problem sein, die Abstandsregeln einzuhalten“, sagt er. Schwierig sei dagegen die Situation im Eingangsbereich. „Das mussten wir ganz neu regeln.“ Eine Security-Firma soll hier für geordnete Abläufe sorgen. „Ich hoffe, dass sich unsere Mitglieder überall an die Hygiene- und Abstandsregeln halten.“
70.000 Euro fehlen
Zur Umsetzung der diversen Vorschriften braucht der Förderverein Beringer zufolge deutlich mehr Personal, gleichzeitig fehlen die Einnahmen durch die Eintrittsgelder. An sonnigen Sommertagen besuchten in den Vorjahren rund 3500 Menschen die Freizeitanlage. „Uns fehlen 70.000 Euro. Bisher haben wir dagegen schon 16.000 Euro zusätzlich für Hygienemaßnahmen und 26.000 Euro für die Instandhaltung ausgegeben.“
Die Badbesucher müssen sich darauf einstellen, dass sie nicht mehr unkompliziert in den Biergarten „Blieskönig“ gelangen können, der schon seit Ende Mai geöffnet ist. Das Lokal sei nun vom Bad abgetrennt, erklärt Beringer, und habe auch eine eigene Toilettenanlage. Wenn Badegäste die Gastronomie nutzen wollen, müssen sie sich im Biergarten jeweils neu registrieren.
Kein Personal für die Rutsche
In dem Naturbad müssen die Mitglieder bei jedem Besuch an der Kasse ihre Anwesenheitszeit registrieren. Die Namen und Adressen seien dem Verein über die Mitgliederlisten bekannt. Beringer betont, dass ausschließlich Mitglieder eingelassen werden. Diese könnten keine weiteren Gäste wie zum Beispiel Freunde der Kinder oder Familienbesuch mitbringen. Das Kinderplanschbecken und die Rutsche bleiben in dieser Saison gesperrt, weil dem Verein für den Betrieb das Personal fehlt.
Die Entscheidung, das Naturbad am Montag nur für die Mitglieder des Fördervereins zu öffnen, hat der Vereinsvorstand, wie berichtet, mit dem Gesundheits- und dem Sport- und Bäderamt der Stadt Ludwigshafen abgestimmt. Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag noch nicht entrichtet haben, müssen zunächst per Überweisung ihre Saisonkarte bezahlen.
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