Ludwigshafen Blickpunkt: Gibt es das noch? – Mecki-Figuren: Geliebt trotz Falten und Furchen

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Mecki lebt

„Als rühriger Comicsammler und Freund von Bilderbüchern kommt man an der Figur des Mecki nicht vorbei“, berichtet Peter Kronhagel (70) aus Böhl-Iggelheim. „Die Liebe zu dem Igel reicht bei mir bis ins Jahr 1952 zurück, als ich den ersten Stachelkopf mit sechs Jahren in Lübeck – dort wurde ich geboren – von meinem Onkel geschenkt bekam.“ Das gute Stück habe er sich selbst aussuchen dürfen. „Seit der Zeit begleitete mich das Steiff-Tier durch fünf Umzüge und eben so viele Wohnzimmer.“ Mecki sei übrigens eines der wenigen Steiff-Tiere ohne den berühmten „Knopf im Ohr“, dem Markenzeichen der Firma. Kronhagel vermutet, dass es am Gummi, beziehungsweise am späteren Kunststoff gelegen hat. Und eben dieser Gummi hat im Laufe der Jahrzehnte doch etwas gelitten. Viele Falten und Furchen durchziehen das Gesicht seiner 18 Zentimeter hohen Mecki-Figur, mit der Kronhagel natürlich auch gespielt hat. Sein Mecki „ist ein Exemplar der ersten Stunde, denn die Meckis wurden 1951 von der Firma Steiff erstmals produziert“. 1959, als Kronhagel schon in der Pfalz lebte, bekam er zu seiner Figur noch das Bilderbuch „Mecki auf dem Mond“ von seinen Eltern zu Weihnachten geschenkt. „Diese Broschüre im Querformat, insgesamt gab es 13 davon, schaue ich mir heute noch sehr gerne an“, erzählt er. „Es sind märchenhafte Reiseberichte von Mecki und seinen Freunden, die mit farbigen, liebevoll gestalteten Zeichnungen im Großformat unterlegt sind – zur Freude von jedem Bilderbuch-Sammler oder Nostalgiker.“ Wer mehr über den Igel erfahren möchte, dem empfiehlt der Comicsammler die Ausgabe Nr. 215 des Comicmagazins „Die Sprechblase“. Heute ist Kronhagels Mecki von 1952 in wohlverdienter Rente und steht mit einem zweiten Exemplar in einem Schaukasten. Die zweite, größere Figur, hat der Böhl-Iggelheimer vor einem Jahr über ein Verkaufsangebot in der RHEINPFALZ erstanden. Sie misst stattliche 26 Zentimeter. „Den Kleinen aber mag ich besonders“, berichtet er. Ein Leben mit der Igelfamilie Mecki begleitet Florentine Fischer aus Altrip fast schon ihr Leben lang. Ihre Mecki-Familie, bestehend aus Mecki, Micki, Macki und Mucki, hat sie 1962 zu ihrem dritten Geburtstag bekommen. „Schon als kleines Kind hat meine Mutter mir die Bücher vorgelesen, die habe ich alle noch und sie sehen auch genauso totgeliebt wie die Figuren aus“, erzählt die Altriperin. „Aber das stört mich nicht.“ Ihre Oma habe zudem die Mecki-Folgen aus der Hörzu für sie gesammelt. „Meinen Kindern habe ich sie dann auch noch vorgelesen“, berichtet sie. Und vielleicht auch irgendwann ihren Enkeln. Heutzutage sei das aber vermutlich nicht mehr so einfach, „da die märchenhaften Geschichten teilweise noch sehr in den klischeehaften Vorstellungen des vorletzten Jahrhunderts befangen sind“. Dennoch seien es eben nur Märchen und noch dazu wunderschön illustrierte. Gespielt hat Florentine Fischer mit ihren Meckis so wie andere Kinder mit Puppen oder heute mit Playmobil spielen. „Natürlich waren da auch die Buchgeschichten dabei, aber da hat dann Mecki alleine ohne seine Familie mit all meinen anderen Stofftieren – auch Hamstern – eine spannende Reise erlebt.“ Fischer beschreibt sich als verträumtes und fantasiereiches Kind, dessen absoluter Liebling aber nicht Mecki, sondern ihr Teddybär Pu war, den sie samt allen Freunden aus dem Hundertmorgenwald auch noch hat. Der Igel und die Liebe Ihre große Liebe verbindet Elke Fickler (70) aus Maxdorf mit Mecki. 1967 hat sie ihrem Mann Volker (70), mit dem sie damals frisch zusammen war, zwei Mecki-Figuren geschenkt. Mittlerweile sind die beiden Maxdorfer seit 48 Jahren verheiratet und die Figuren haben einen Ehrenplatz in der Wohnzimmer-Vitrine. „Die geben wir nicht her“, sagt Volker Fickler. Damals, als er die Figuren bekommen hat, standen sie auf dem Armaturenbrett seines weißen Coupés mit den roten Ledersitzen. „Ein Zweisitzer“, erinnert er sich und lacht. Dass die Kleidung der beiden Figuren im Brustbereich etwas verblasst ist, liegt wohl an der damals exponierten Position im Wagen. Die beiden denken gern an diese Zeit und halten die Erinnerung an die junge Liebe natürlich in Ehren. Geschenk aus Hamburg Ein Foto ihres mindestens 60 Jahre alten Meckis hat Heike Benedix aus Otterstadt geschickt. „Er stammt aus der Erstproduktion, die damals Mitarbeiter des Axel-Springer-Verlags in Hamburg erhalten haben“, schreibt sie. Ihr Stiefvater sei dort als Pressestenograf angestellt gewesen. „Durch ihn erhielt ich auch immer die laufenden Mecki-Bücher, die dann später meine Kinder von mir erbten“, berichtet die Otterstadterin. „Den Mecki behielt ich aber.“ Nur seine Pfeife sei im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen. Die Wunsch-Figur Einen langgehegten Wunsch hat sich Doris Lange aus Böhl-Iggelheim mit ihren Meckis erfüllen können. „In meinen Kindertagen war es meinen Eltern finanziell unmöglich, mir meinen Wunsch, die Steiff-Meckis zu schenken, zu erfüllen“, berichtet sie. Von ihrem ersten Gehalt mit etwa 15 oder 16 Jahren habe sie ihn sich dann selbst erfüllt und die Figuren besitzt sie natürlich bis heute. „Es war mein Kinderwunsch, den ich nie aus den Augen verloren habe. Eine ganze Mecki-Familie und weitere Steiff-Tiere hat Michaela Müller aus Schifferstadt auf unseren Aufruf hin aus einer Kiste hervorgekramt. „Sie stammen aus den Jahren 1965 bis 1970. Gespielt wurde damit selten, meistens standen sie in einer Glasvitrine und durften nur von außen begutachtet werden“, schreibt sie. Fahrt über den Limonadensee Als sie in den 1980er-Jahren das Buch „Mecki im Schlaraffenland“ fand, freute sich Erika von Usslar aus Schifferstadt besonders. Denn auch sie war einst begeisterte Leserin der Abenteuer des kleinen Igels. „Die Kinder liebten dieses Buch sehr, es ist total zerlesen und hat neben den obligatorischen Mecki-Klecksen viele eigene Gebrauchs-Kleckse.“ Ehe ihre Kinder lesen konnten, erinnert sich die Schifferstadterin musste sie das Buch oft vorlesen. „Die schönen Bilder tun noch ihr Übriges dazu, dass die Reise ins Schlaraffenland auch optisch zu einer erfolgreichen Schlemmerreise wird.“ Denn Mecki fährt über den Limonadensee und es regnet Schokostückchen. Der Urlaub und der Igel Kindheitserinnerungen kamen bei Ursel Landwich aus Schifferstadt sofort hoch, als sie den „Gibt es das noch?“-Aufruf im „Marktplatz regional“ gesehen hat. „Immer wenn wir in Urlaub in die Berge gefahren sind, hielten wir Ausschau nach neuen Meckifiguren und ich durfte mir jedes Mal eine Figur als Urlaubserinnerung mit nach Hause nehmen“, erinnert sie sich. So kamen Meckis auf Skiern, mit gebrochenem Bein, Pudelmütze und im Dirndl zusammen. Auch heute stehen die Figuren noch bei ihren Eltern in einer gläsernen Eckvitrine und erinnern an schöne Urlaubstage, die nun schon ein paar Jahrzehnte zurückliegen. Mit der Ferne verbindet auch Maria-Luise Doppler aus Hochdorf-Assenheim Mecki. Sie war als Kind sechs Wochen in Bad Dürrheim im Schwarzwald zur Erholung und hatte furchtbares Heimweh. So bekam sie von einer Tante zwei Karten mit Mecki-Figuren in Schwarz-Weiß. „Ein Kleinod für mich, das war ein großer Schatz“, berichtet sie. Schmerzlicher Verlust Es sei wirklich „in“ gewesen, in den 1950er-Jahren einen Mecki zu besitzen, erzählt Doris Rittmann aus Birkenheide. „Ich selbst hatte ein mittleres Mecki-Paar. Sie hatten tief braune Gesichter und später bekamen die Gesichter tiefe Runzeln und das Ganze löste sich etwas auf“, erinnert sie sich. Aber geliebt habe sie die Figuren, die auf ihrem Nachtisch standen, trotzdem. „Stets waren sie gut gelaunt, lächelten immer freundlich in die Welt und waren immer für mich da.“ Aber eines Tages der Schock: Die Mecki-Frau fehlte. Irgendjemand musste sie mitgenommen haben. „Der Verlust schmerzte“, berichtet Rittmann. Aber einen neuen Mecki wollte sie nicht. „Man schenkte mir noch einen Igel, eine Katze und ein Eichhörnchen, alle von Steiff und ich stellte sie in meine Glasvitrine.“ Die große Liebe sei es einfach nicht gewesen. Nun haben ihre Enkelkinder die Steiff-Tiere vor einigen Jahren entdeckt und lebhaft mit ihnen gespielt. Leider etwas zu lebhaft. Denn die Katze hat ein kaputtes Bein, das Eichhörnchen abgelutschte Ohren und das Fell sieht aus nicht mehr schön aus. Doch Rittmann weiß sich zu helfen: Die Tiere hat sie mittlerweile versteckt - an einem geheimen Ort natürlich. Erinnerung an die Oma Vor fast 45 Jahren hat Christine Höppchen aus Dannstadt-Schauernheim von ihrer Großmutter eine Mecki-Figuren bekommen. Ihre Schwester habe ebenfalls eine erhalten, aber ein Mädchen. Beide halten die Puppen natürlich noch in Ehren. „Die beiden waren Teil einer ganzen Schar von Steiff-Gesellen, die dank der Oma in unsere Familie kamen“, erzählt Höppchen. „Während der Großteil kaputtgespielt wurde, haben diese beiden recht wohlbehalten überlebt. Außer der Haarfarbe, etwas Farbe an der Nase und einen Knopf an Meckis Weste ist nichts abhandengekommen.“ |cju

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