Ludwigshafen Bis die Funken sprühen

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Mannschaftsspieler, Rohdiamanten, Spürnasen, Goldstücke, Funkensprüher, Abenteurer und viele andere mehr – sie alle sind am Samstag bei Bahn willkommen gewesen. Beim Tag der offenen Tür in der Ludwigshafener Ausbildungswerkstatt im Stadtteil Süd hat das Logistikunternehmen rund 400 angehenden Berufsanfängern seine Palette gewerblich-technischer Ausbildungsberufe vorgestellt.

Mandy Schüler ist bereits eine „Funkensprüherin“. Und auch eine Mannschaftsspielerin. Wenn die angehende Gleisbauerin mit dem Trennschleifer die Schienen bearbeitet, fliegen die glühenden Metallspäne. Natürlich funktioniert die Arbeit am Schienennetz nur gemeinsam. Die 23-Jährige lächelte trotz aller Konzentration an der schweren Maschine ein bisschen: „Der Beruf ist genauso, wie ich mir das vorgestellt hatte“, erklärte sie allen Interessierten im Ausbildungsbetrieb in der Oskar-Vongerichten-Straße. Dass es für sie eine „Liebe auf den zweiten Blick“ war, verriet die junge Dame aus Oberhausen hingegen nicht jedem. „Ursprünglich habe ich einmal Friseurin gelernt und auch zwei Jahre in diesem Beruf gearbeitet, aber ich wollte mehr Abwechslung und auch eine Arbeit, in der ich mehr nach draußen komme.“ Als Gleisbauerin habe sie deshalb vor zwei Jahren die richtige Wahl getroffen. Dafür zog sie aus dem Ruhrgebiet in die Vorderpfalz. „Man lernt hier handwerklich sehr viel aus unterschiedlichsten Bereichen, kann mauern, pflastern, dachdecken und auch Metall bearbeiten“, zählte die Auszubildende auf. „Ein gelernter Gleisbauer könnte auch ein Haus bauen – inklusive Innenausbau“, ergänzte Ausbilder Rainer Rug lachend. Daniel Fichtner hörte ihm aufmerksam zu. „Ich habe mich auch bei der Bahn beworben“, verriet der 15-Jährige, der zusammen mit seinem Vater Thomas, seinem jüngeren Bruder und seinem Cousin zum Tag der offenen Tür gekommen war. „Wir haben davon durch Bekannte erfahren und ich finde solche Informationstage vor Ort nicht schlecht, weil man sich gleich ein Bild von den Ausbildungsbedingungen machen kann“, erklärte Vater Thomas, warum der samstägliche Familienausflug an die Gleise zwischen Pylonbrücke, Hauptbahnhof und ESV-Sportplatz geführt hatte. Florian Precht aus dem Personalmanagement erklärte dazu die Bewerbungskriterien: „Die Schulnoten sind uns gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, wie sich ein Bewerber in unserem Test in der Online-Bewerbung schlägt. Dieser Eignungstest ist für uns maßgeblich.“ Als Heinz Schwalb 1967 seine Ausbildung bei der Bahn begann, gab es solche Methoden noch nicht. Aber auch die damaligen Personalverantwortlichen hatten offensichtlich das richtige Gespür. Als gelernter Elektroniker beim Bahnkonzern leitet er mittlerweile die gesamte Ausbildungswerkstatt und sitzt den Bewerbern auch beim Vorstellungsgespräch gegenüber. „Mir ist es wichtig, dass ich die jungen Leute sehe, die bei uns anfangen wollen, und wie sich die Bewerber vorab mit ihrem Beruf befasst haben.“ Bei der Bahn ist das gar nicht so einfach. Immerhin stehen 50 verschiedene Ausbildungsberufe zur Wahl. In fast alle gab es am Samstag einen Einblick. Sei es in der Elektrowerkstatt, wo schon der zehnjährige Pascal von der Sortiermaschine fasziniert war, die die Bahn-Azubis selbst gebaut haben, und die drei verschiedenfarbige Metalle unterscheiden kann. Sei es bei den Konstruktionsmechanikern oder eben bei den Gleisbauern. Überall standen nicht nur die Ausbilder, sondern vor allem die Auszubildenden. Sie erzählten aus ihrem Arbeitsalltag und von der Vielfalt der Möglichkeiten, die ihnen der Schienenkonzern bietet. Und die meisten lächelten dabei – so wie Mandy Schüler.

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