Fußball
Bezirksliga: Zu viele Rote Karten und offene Fragen
„Der negative Höhepunkt war für mich, dass sich ein Spieler unserer Bezirksliga eine Begegnung der Landesliga angeschaut und dabei den Schiedsrichter beleidigt hat. Deswegen wurde er gesperrt“, berichtete Staffelleiter Rüdiger Werling. Auch die Anzahl der Platzverweise sei deutlich gestiegen. Nachdem es vor einem Jahr 26 Rote Karten gegeben habe, zeigten die Schiedsrichter in der laufenden Saison bisher 33-mal Rot und 23-mal Gelb-Rot. Drei Funktionäre hätten ebenfalls Rote Karten erhalten, 33 hätten die Gelbe Karte gesehen. Kritisiert wurde von einigen Vereinsvertretern, dass einige Schiedsrichter oft schnell eine Karte zeigten, statt das verbal zu lösen. „Wie oft passiert es, dass schon bei einer Entscheidung über einen Einwurf an der Mittellinie fünf Leute auf der Bank aufspringen“, entgegnete Klaus Karl, Vorsitzender des Verbandsspielausschusses.
Der SV Geinsheim und die VTG Queichhambach sind die einzigen Vereine, deren Offizielle keine einzige Sanktion erhielten. Bei den Spielern blieben Jockgrim und Obersülzen ohne Rote Karte. In der Fairnesswertung führt Tabellenführer TSG Jockgrim vor dem SVG, dem SV Obersülzen und Queichhambach. Mit deutlichem Rückstand befinde sich der Ludwigshafener SC in dieser Wertung ganz hinten. „Vier Gelb-Rote und jeweils sieben Rote Karten sowie Gelbe Karten plus sind schon heftig“, sagte Werling zu den Vereinsverantwortlichen aus Ludwigshafen-Gartenstadt.
Bald keine Schiedsrichter mehr an der Linie?
Rüdiger Werling informierte darüber, dass es inzwischen beim SWFV die Position eines Verbandsrechtsbeauftragten gibt, um Urteile der Staffelleiter noch einmal zu prüfen. Dies habe auch schon dazu geführt, dass Strafen letztendlich härter ausgefallen seien, als er es entschieden habe.
Angeregt wurde auch, bei Freundschaftsspielen aus Kostengründen auf den Einsatz der Schiedsrichterassistenten zu verzichten. „Es wird sogar darüber diskutiert, in der Bezirksliga die Assistenten abzuschaffen. Dann stehen aber in der Landesliga die Babys an der Linie“, antwortete Jens Schmidt, Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Rhein-Pfalz. Man müsse berücksichtigen, dass in Bezirksliga und Freundschaftsspielen die jungen Kolleginnen und Kollegen ihre ersten wichtigen Erfahrungen als Assistenten sammeln. Der Schiedsrichtermangel sei weiter ein Problem, allerdings sei die Situation laut Schmidt nicht so dramatisch. „Unsere Lehrgänge sind alle ausgebucht. Viele Schiedsrichter sind aber erst zwölf bis vierzehn Jahre alt. Ich gehe davon aus, dass von diesen 80 Prozent nie ein Spiel zwischen aktiven Mannschaften leiten werden“, gab er zu bedenken.
Neue Struktur im Verband geplant
Klaus Karl rief alle Vereinsvertreter dazu auf, am Mittwoch, 3. Februar, nach Edenkoben zu kommen, um sich über die geplante Strukturreform zu informieren. „Die Verbandsliga als höchste Klasse des SWFV wird unangetastet bleiben, aber ab der Landesliga kann es Änderungen geben“, verriet er.
Wie hoch am Ende dieser Saison die Anzahl der Absteiger ist, ist noch offen. „Das hängt unter anderem von der Entwicklung in der Landesliga West ab. Zum einen spielt möglicherweise TuS Rüssingen die Runde nicht zu Ende. Die Sportfreunde Bundenthal haben angedeutet, freiwillig in die C-Klasse zu gehen, aber mir liegt eine solche schriftliche Mitteilung bisher nicht vor. Bis 20. Juni muss jeder einkalkulieren, dass sie für die Landesliga melden“, stellte Klaus Karl klar. Dies sei auch für die Mannschaften aus der Vorderpfalz wichtig, da die Landes- und Bezirksligen künftig nicht mehr aufgrund der Kreiszugehörigkeit der Vereine gebildet würden.
Zuschauerkrösus der Saison 2025/2026 ist laut Rüdiger Werling bisher der SV Geinsheim. Im Schnitt seien dort 142 Zuschauer zu den Heimspielen gekommen, gefolgt von Jockgrim (134) und Bellheim (124). Insgesamt seien die Besucherzahlen dennoch etwas zurückgegangen.