Vor der Saison RHEINPFALZ Plus Artikel Bezirksliga: Welche Ziele sich der Ludwigshafener SC setzt

LSC-Kapitän Peter Hildebrandt, hier im roten Trikot, wird seinem Verein wegen eines Auslandsaufenthalts en halbes Jahr fehlen.
LSC-Kapitän Peter Hildebrandt, hier im roten Trikot, wird seinem Verein wegen eines Auslandsaufenthalts en halbes Jahr fehlen.

Der Ludwigshafener SC hat die vergangene Runde als Tabellensiebter der Fußball-Bezirksliga beendet. Eine Platzierung, mit der der aufgerüstete LSC jetzt nicht mehr zufrieden wäre.

„Wir haben jede Position mindestens doppelt besetzt. Diesen Konkurrenzkampf wollten wir unbedingt haben, weil ich ihn für leistungsfördernd halte“, erklärt Trainer Nauwid Amiri. Da der Coach nicht nur für eine erhöhte Kopfzahl im Kader gesorgt, sondern ihm auch jede Menge Erfahrung und Qualität zugeführt hat, dürften die Rot-Weißen ein heißer Aufstiegskandidat sein. „Im Training geht es zur Sache, die Spieler schenken sich nichts. Sie haben aber auch viel Spaß, und die Stimmung wird immer besser“, verdeutlicht Amiri. Der Übungsleiter ist sicher, dass etwas zusammenwachsen könne. Vom Kampf um die Plätze soll die Mannschaft profitieren. Die eklatanten Leistungsschwankungen müssen reduziert werden.

„Ein Ziel war es auch, gewappnet zu sein, wenn Spieler verletzt, erkrankt, gesperrt oder wegen Urlaubs ausfallen“, nennt Amiri einen wichtigen Punkt. Wie sehr ein opulenter Kader hilfreich sein kann, lässt sich am Beispiel FG 08 Mutterstadt ablesen. Dieses Team hat im Vorjahr als Tabellendritter die Erwartungen übertroffen. Kehrseite der Medaille: Es wird unzufriedene Akteure geben, die sich als Stammspieler sehen, vielleicht aber auf der Bank sitzen. „Ganz wichtig ist die Kommunikation. Ich werde viel mit den Jungs sprechen, erwarte aber auch, dass jeder eine Entscheidung akzeptiert und sich mit guten Trainingsleistungen für das nächste Spiel aufdrängt“, betont der Coach.

Drei starke Torhüter

Ein Schlüssel zum Erfolg – auch dies zeigt das Vorbild Mutterstadt – ist das möglichst komplette Ausschöpfen des Wechselkontingents. So bekommen viele Spieler die nötige Spielpraxis, die Anzahl der Unzufriedenen wird reduziert. So kommen maximal 16 Akteure in den Genuss des Einsatzes. Grundlagen für eine Nominierung sind Leistung und Trainingsbeteiligung, die Amiri aktuell als hervorragend bezeichnet. Weil zahlreiche Spieler ein hohes Niveau aufweisen, dürfte es weniger gesetzte Akteure geben. Ein Stammplatz wird jedoch frei, weil Kapitän Peter Hildebrandt ein sechsmonatiges Auslandssemester absolviert.

Das Hauen und Stechen beginnt bereits im Tor, wo vergangenen Runde Manuel Letzel die unangefochtene Nummer eins war. Jetzt rückt Precious Ofosohene von den eigenen A-Junioren auf, der nach Ansicht seines Trainers seinen Weg machen wird. Und schließlich kommt Frederik Tilger-Kuhn, der in seiner Mutterstadter Zeit zu den stärksten Keepern der Bezirksliga zählte. Er ist zugleich Torwart- und Co-Trainer. „Zwischen den Pfosten sind wir überragend besetzt“, sagt Amiri und versichert, dass es keine klare Nummer eins geben wird. Er wird häufiger die Qual der Wahl haben.

Prunkstück Mittelfeld

Auch der Abwehrbereich wurde aufgeforstet. Benjamin Nikezic aus der eigenen U19 bezeichnet der Trainer als „talentiert, griffig und bisher die positive Überraschung der Vorbereitung“. Ruhe am Ball und eine gute Spieleröffnung zeichnen Rückkehrer Mikail Terzi aus. Vom VfB Haßloch kam Innenverteidiger Dennis Klein, der Druck ausüben und eine wichtige Rolle einnehmen soll. Sein älterer Bruder Kevin dürfte eine Belebung für die offensiven Flügelpositionen sein und hat sich prima eingelebt. Zurückgekommen ist auch Torjäger Ibrahim Anli. „Er ist clever, kann mitreißen und Spiele alleine entscheiden. Ein absoluter Unterschiedsspieler“, urteilt Amiri. Eigengewächs Tim Böhm bekomme Zeit zum Reifen.

Prunkstück des neuen LSC dürfte das zentrale Mittefeld sein, das mit Ismail Imre, Arif Buga und Ziya Köroglu verstärkt wurde. Alle drei sind für die Sechser- oder Achterposition vorgesehen und haben schon mindestens zwei Klassen höher gekickt. Es sind Techniker mit guter Übersicht und starkem Passspiel. Sie profitieren davon, dass Chris Chorrosch aufgehört hat und Leon Lorenz wohl wieder vermehrt in der Innenverteidigung eingesetzt wird. Etwas offensiver als das neue Trio spielt Meridon Haxhija, der wieder für seinen Jugendclub auflaufen wird. Nach einem verkorksten Jahr mit vielen Blessuren in Fußgönheim sei er hoch motiviert.

Trotz all dieser Zugänge hat der flexible Mittelfeldspieler Nicolas Lamberty gute Karten, seinen Platz zu verteidigen. „Er ist unser Thomas Müller“, sagt Amiri mit einem Schmunzeln. Über den Bayern-Profi hieß es unter Louis van Gaal einst, er würde immer spielen. Mal sehen, wie das bei Lamberty sein wird.

Mehr zum Thema
x