Fußball
Bezirksliga: Trainerduo bewertet Hoch bei der FG 08 Mutterstadt
Das Hoch der FG hält seit dem Beginn der Saison 2022/23 ungebrochen an. Von den 53 Spielen seitdem haben die Mutterstadter nur acht verloren, der Punkteschnitt beträgt 2,13 Zähler, in dieser Runde liegt der Wert bei 2,42 Punkten. Auch wenn Spitzenreiter Ludwigshafener SC die besseren Einzelspieler hat und eine herausragende Hinserie spielte, sind die „Nullachter“ noch nicht abzuschreiben. Die Gründe: Eine unglaublich große mannschaftliche Geschlossenheit, ein breiter Kader und eine phänomenale Konstanz. Die FG liefert immer auf einem gleichbleibenden guten Niveau ab. Ausschläge nach oben wie nach unten sind selten. Gewinnt das Team sein Nachholspiel beim BSC Oppau, beträgt der Vorsprung des Tabellenzweiten auf Verfolger FV Freinsheim zehn Punkte.
„Wir sind sehr zufrieden, es läuft besser als erwartet. Rang drei zu wiederholen, ist schwierig. Jetzt sind wir sogar Zweiter“, sagt Coach Marco Malizia. Und Spielertrainer Kevin Selzer ergänzt: „Die Mannschaft ist reifer geworden, hat nach Niederlagen eine Reaktion gezeigt und ließ sich nie aus der Bahn werfen.“ Die beiden bilden ein eingespieltes und gleichberechtigtes Duo. Eine Konstellation, die passt. Die von Selzer angesprochene Reaktion auf verlorene Partien lässt sich belegen. Dreimal gingen die Schwarz-Weißen als Verlierer vom Platz. Jedes Mal folgte darauf ein klarer Sieg gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte bei 12:1 Toren.
Stark besetzte Bank
„Ein Pluspunkt ist unsere erstklassig besetzte Bank. Wir können ohne Qualitätsverlust wechseln und profitieren davon, dass jeder sein Ego hintenanstellt“, hat Selzer erkannt. Das sieht auch Malizia so: „Die Charaktere passen prima zusammen, sodass wir über das Team kommen. Zudem sind wir schwer zu schlagen.“ Ein weiterer Vorteil: Mutterstadt hat das 4-2-3-1-System, das mitunter zu einem 4-1-4-1 abgewandelt wird, verinnerlicht und fühlt sich mit dieser Ausrichtung wohl. Beeindruckend ist die Heimstärke: Alle elf Begegnungen im Sportpark wurden gewonnen. Mehr noch: Von den zurückliegenden 30 Spielen auf eigenem Gelände wurde nur eins verloren.
Die FG hat bisher 25 Akteure eingesetzt, von denen Kapitän Luca Stoye und Regisseur Fabio Reithermann in allen 18 Partien dabei waren. Nur 18 sind es deswegen, weil Rülzheim in Mutterstadt nicht angetreten ist. „Luca ist das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer. Er zieht die Fäden im Hintergrund“, sagt Malizia über das 27-jährige Eigengewächs. Seine einzige Nichtberücksichtigung in der Startelf, ausgerechnet im Topspiel beim LSC, steckte der Außenverteidiger klaglos und professionell weg. „Fabio hingegen ist unser stärkster Mann. Er ist Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels, wird stetig besser und agiert extrem konstant“, lobt Selzer Reithermann, der den offensiven Mittelfeldspieler ideal verkörpert.
Mehr Gegenwehr gefordert
Der Mann mit der Rückennummer 10 ist mit 17 Treffern auch der erfolgreichste Torschütze der FG, gefolgt von Lucas Franzreb (14), David Schinnerer (7) und Christian Pereira (5). Der aus Haßloch gekommene Franzreb traf anfangs nach Belieben, blieb aber zuletzt wochenlang ohne Treffer. „Er hat unser Vertrauen und wird ganz sicher wieder dahin kommen, wo er einmal war“, ist Selzer überzeugt. Malizia streicht die mannschaftsdienliche Spielweise des Mittelstürmers heraus: „Lucas rackert viel, weicht auf die Flügel oder nach hinten aus und hatte zuletzt viel Pech im Abschluss.“
Bei aller positiver Betrachtungsweise, verschließen die Bosse nicht die Augen vor den Mängeln. „Bei den Niederlagen in Dudenhofen und Haßloch hatten wir keinen Plan B und uns nicht ausreichend gewehrt“, nennt Malizia ein Manko. Und Selzer wirft einen Blick voraus. „In der Winterpause dürfen wir unsere Automatismen nicht verlieren. Wir brauchen noch mehr Biss, unbändigen Willen und Eigenantrieb im Training.“ Übrigens: Änderts sich nichts an den Tabellen, trifft Mutterstadt in zwei Aufstiegsspielen auf den SV Horchheim. Damit muss man sich bei der FG heute noch nicht beschäftigen, aber ein Blick in die Zukunft wird ja wohl erlaubt sein.