Fussball Bezirksliga: FG 08 Mutterstadt hofft auf ersten Sieg
Es gibt viele Trainer, die versuchen, Spiele und Situationen schönzureden. Frei nach dem Motto „ist doch nicht so schlimm“. Der Mutterstadter Spielertrainer Kevin Selzer ist ein ganz anderer Typ, einer der Klartext redet und Missstände anspricht. Dass bei den drei Niederlagen zu Beginn der Aufstiegsrunde die Topteams Jockgrim und Haßloch unter den Gegnern waren oder wegen einer dreiwöchigen Pause der Rhythmus fehlt – für Selzer kein Grund, das Mäntelchen der Nächstenliebe auszubreiten.
„Wir haben nicht die Leistung gebracht, die wie bringen können. Auch das Fehlen wichtiger Akteure lasse ich nicht gelten, weil viele Spieler den Anspruch haben, zu spielen“, sagt der Coach. Dass die FG derzeit den letzten Platz in der Aufstiegsrunde belegt, sei höchst ärgerlich, müsse aber Ansporn sein, Lustadt zu besiegen. Zwei gute Trainingswochen, in denen mit individuellen Läufen die Grundlagenausdauer verbessert wurde, machen den 28 Jahre alten Selzer optimistisch. „Ich glaube, dass wir am Sonntag stärker als zuletzt spielen werden, auch wenn wir weiterhin einiges ausprobieren werden“, erklärt der Trainer.
Abwehrkette im Fluss
So testen die Mutterstadter derzeit eine Dreier-/Fünferkette. „Das kann natürlich noch nicht zu 100 Prozent klappen, und es gibt in der Umsetzung sicher noch genügend Luft nach oben. Aber ich verspreche mir von dieser Ausrichtung, dass wir stabiler stehen und im Offensivspiel flexibler sind“, verdeutlicht Selzer. Vielleicht war Mutterstadt mit seinem über Jahre praktizierten 4-2-3-1-System für die Gegner zu leicht ausrechenbar. Ein Knackpunkt: Für die Rolle der sogenannten Schienenspieler werden extrem laufstarke Spieler benötigt, die offensiv wie defensiv gleichermaßen ihre Stärken haben.
Ein ganz anderer Typ ist Maximilian Weindel (19). Der Mittelfeldspieler ist ein Eigengewächs, das den Durchbruch geschafft hat, in elf der zurückliegenden zwölf Partien zum Einsatz kam und zuletzt viermal in Folge in der Startelf stand. „Er hat sich super entwickelt, bringt viel mit, aber für die Rolle außen fehlt ihm die Spritzigkeit“, sagt Selzer, der Weindel für andere Aufgaben vorgesehen hat.