Ludwigshafen Bewegend und kraftvoll
«Mitte.» Knapp 1300 begeisterte Besucher hat das diesjährige Gala-Konzert für Senioren im Pfalzbau gehabt. Organisiert von der Seniorenförderung der Stadt und gesungen von den Chören des BASF-Gesangvereins ist es der unangefochtene musikalische Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Seniorenarbeit. Als Solistin konnte Chordirektor Wolfgang Sieber seine Schwester, die glanzvolle Sopranistin Steffi Sieber-Christ, gewinnen.
Wie gewohnt: Zum Galakonzert der Stadt Ludwigshafen für die Senioren war der Konzertsaal im Musentempel bis zum letzten Platz besetzt. Theresa Lee und Kerstin Messemer-Pfeiffer von der Seniorenförderung hatten bis zuletzt alle Hände voll zu tun, um die eintreffenden Besucher auf die vereinzelten noch unbesetzten Plätze zu lotsen. 1297 Gäste, eine gewaltige Zahl für ein solches Event, wiesen die Unterlagen von Messemer-Pfeiffer aus. Für den Veranstalter wie die Sänger war das Genugtuung und Ansporn zugleich, noch dazu in einer beflügelnden Kulisse. Es sei das 51. Mal, dass die Veranstaltung über die Bühne gehe, unterstrich Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) in ihrem Grußwort. Und Sylvia Weiler von der BASF wies auf das 20. Jubiläum des modernen Chors Swinging People hin. Es sei ein Beleg dafür, dass der Chorgesang bei der BASF gut aufgehoben ist. Den Auftakt zu einem bunten Programm machte die Ur-Formation des BASF-Gesangvereins, der Männerchor. Um die 50 Stimmen brachte er auf die Bühne und konnte so einen wahrhaft kraftvollen und ausgewogenen Klang hervorzaubern. In zwei Blöcken begeisterte der Chor mit wohlklingenden Weisen wie „Die Rose“ von Amanda McBroom oder dem „Bettelbu“ von Jean Pauli. Sehr stimmungsvoll gestalteten die Sänger den Anfang mit „Vater unser“, einem Glaubensbekenntnis, dessen Text die vielseitige Sängerin Hanne Haller schrieb. Ebenso bewegend intonierten die Sänger zum Ausklang das hochemotionale „Ave Maria No Morro“ in dem anspruchsvollen Arrangement von Gus Anton. Glänzender Star des Nachmittags war die Sopranistin Steffi Sieber-Christ. Sie verfügt über eine wahrlich große Stimme, die selbst in schwindelerregender Höhe noch eine gewaltige Kraft entfaltet. Die Schwester des BASF-Chordirektors konnte bei ihrem Vortrag auf das tiefe Verständnis mit ihrem Bruder Wolfgang am Klavier bauen, und sich ganz ihrer Solistenrolle hingeben. Dabei ließ sie trotz der heranrückenden dunklen Jahreszeit, trotz der in bunte Vergänglichkeit getauchten Bühnendekoration aus Herbstlaub, Kastanien, Kürbissen, Heidekraut und Silberblatt frische Frühlingsblumen erblühen: Mit dem Klassiker aus der Feder von Robert Stolz „Im Prater blühn wieder die Bäume“ öffnete sie den begeisterten Zuhörern die Herzen. Bei Franz Lehars „Vilja-Lied“ durften diese dann mitsingen und mitsummen. Im zweiten Teil des Konzerts wartete die Solistin mit „Memory“ von Andrew Lloyd Webber, der „Habanera“ aus Carmen und George Gershwins „Summertime“ auf. Von Peter Maffay, über die Toten Hosen und Herbert Grönemeyer spannte sich der Bogen der Interpreten, deren Songs die Swinging People auf die Bühne brachten. Wie gewohnt mit viel Bewegung vorgetragen und originellen Einlagen aufgelockert, brachte der seit 1998 bestehende Chor Schwung in den Saal. Zu Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“ marschierte ein dem Original zum Verwechseln ähnlich sehender Udo in schwarzem Mantel und Schlapphut über die Bühne, bei Grönemeyers „Mambo“ kamen Hupen und Tröten zum Einsatz. Außergewöhnlich schön sang der Chor „Über sieben Brücken“ und das rhythmisch-spritzige „Haus am See“ von Peter Fox. Musical- und Filmmelodien präsentierte der gemischte Chor anschließend in schönstem Klang. Die Sänger kamen „Over The Rainbow“ zu Doktor Schiwago und dem „Moon River“. Eine zauberhafte Melodienfolge aus dem Musical Mary Poppins führte das begeisterte Publikum schließlich behutsam zum unvermeidlichen Finale mit allen Chören und der Solistin entgegen. Ein von Wolf Vogel verfasstes Abschiedslied, von Wolfgang Sieber vertont, beschloss das wieder einmal bestens gelungene Gala-Konzert für die Senioren.