Ludwigshafen Beratung und Hilfe im Alltag
«Oggersheim.»Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) möchte in der Melm und der Notwende ein Quartiersmanagement einrichten. Es soll auf Altenhilfe spezialisiert sein und die Senioren vor Ort beraten und unterstützen. Das DRK hofft auf Fördergelder vom Deutschen Hilfswerk.
Viele Menschen wüssten nicht, welche finanzielle Unterstützung im Alter möglich ist, etwa durch das Pflegestärkungsgesetz, sagt Michael Kurz. Er ist Kreisgeschäftsführer beim DRK Vorderpfalz. „Viele Leistungen werden deshalb nicht abgerufen“, ergänzt er. In solchen Fällen kann ein Quartiersmanager helfen, der speziell für die Leute in einem Stadtteil da ist, Senioren besucht und niedrigschwellig berät. Auch mal einen Arzttermin vereinbaren, Alltagshilfe leisten – das sei die Idee, erklärt Kurz. Organisatorisch könnte das in einer festen Sprechstunde gebündelt werden, ergänzt durch sogenannte aufsuchende Arbeit, das heißt: Der Quartiersmanager kommt zu den Menschen nach Hause. Laut Kurz wäre auch ein regelmäßiger Mittagstisch denkbar – als Möglichkeit zum Austausch der Senioren untereinander. Ganz gezielt soll sich das Quartiersmanagement daneben auch an ältere Migranten richten. Wann konkret die Pläne umgesetzt werden, sei noch nicht klar. Kurz hofft auf finanzielle Unterstützung vom Deutschen Hilfswerk. Dieses könnte die Stelle des Quartiersmanagers zu 80 Prozent finanzieren, das Deutsche Rote Kreuz würde die übrigen 20 Prozent übernehmen. Dieses Modell hat Michael Kurz vergangene Woche dem Ortsbeirat Oggersheim vorgestellt. Doch bevor überhaupt ein Förderantrag eingereicht wird, möchte sich das DRK einen runden Tisch für die Oggersheimer Bevölkerung organisieren. Dabei soll unter anderem die Frage diskutiert werden, welche Anforderungen es konkret in Notwende und Melm gibt. Ein Termin dafür stehe aber noch nicht fest. „Melm und Notwende sind sehr passend für ein Quartiersmanagement“, sagt Kurz noch. Schließlich gebe es dort bereits mehrere Hilfsangebote für alte Menschen. Im Zentrum steht dabei das Pflegeheim „In der Melm“, das einerseits dauerhafte, vollstationäre Pflege anbietet und andererseits Plätze für Kurzzeitpflege. Spezialisiert ist die Einrichtung auf Demenz. Auch der DRK-Hausnotruf ist im Quartier bereits vorhanden. Die DRK-Sozialstation besucht Patienten und betreutes Wohnen wird angeboten. Diese und andere schon vorhandene Angebote sollen aufeinander abgestimmt und für alle älteren Bewohner besser zugänglich gemacht werden, heißt es im DRK-Konzept für das Quartiersmanagement. Der Sozialdezernentin Beate Steeg und der Seniorenberatung habe Kurz die Pläne bereits vorgestellt, sagt er. Von der Stadt sei das Quartiersmanagement positiv bewertet worden. „Das Angebot muss nicht dauerhaft auf Melm und Notwende beschränkt bleiben“, ergänzt Michael Kurz.