Ludwigshafen Basketball statt Bolzplatz: „Offene Sporthalle“ steht Kindern zu festen Zeiten zur Verfügung

Bei „BasKidBall“ spielen Kinder und Jugendliche an sechs Tagen in der Woche ungezwungen Basketball in Schulturnhallen oder auf S
Bei »BasKidBall« spielen Kinder und Jugendliche an sechs Tagen in der Woche ungezwungen Basketball in Schulturnhallen oder auf Schulhöfen.

Ein Sportprojekt, das von Basketball-Ikone Dirk Nowitzki unterstützt wird, soll junge Menschen durch Sport und Kultur zusammenbringen. Jetzt auch in Ludwigshafen.

Es muss nicht immer Fußball sein. Im Land des amtierenden Basketball-Weltmeisters ist auch der Ballwurf auf den Korbring eine Alternative. „BasKidBall“ heißt das Programm der Innovativen Sozialarbeit (Iso) aus Bamberg, das bundesweit in 27 Kommunen angeboten wird. Eine davon ist Ludwigshafen. Das wurde mit einem Fest in der Langgewann-Grundschule gefeiert.

Der Sport und die Kultur des Basketballs sollen junge Menschen zusammenbringen – unabhängig von Sprache, Herkunft, Religion oder familiärem Hintergrund – so die Idee, die das von Basketball-Ikone Dirk Nowitzki unterstützte Projekt seit 2007 durch Deutschland trägt. „Stützpunkte gibt es von Fehmarn bis nach München“, erklärte Projektleiterin Charlotte Christ. Herzstück ist die „offene Sporthalle“, die Kindern und Jugendlichen zu festen Zeiten zur Verfügung steht. Die Jugendförderung der Stadt setzt das Programm an sechs Standorten um, jeweils angekoppelt an vorhandene Betreuungsangebote wie die Spielwohnung Oggersheim, den Jugendtreff Westend und die Jugendfreizeitstätte Ernst Bloch.

Ohne Anmeldung kostenlos mitmachen

„Es ist ein zusätzliches Angebot durch die Kommune“, sagte Kathrin Konrath, Bereichsleiterin Jugendförderung bei der Stadt. Kinder werden damit in Bewegung gebracht und die Sportstunden werden sozialpädagogisch begleitet, da das Angebot an die offene Jugendarbeit angedockt ist. An sechs Tagen in der Woche sind dafür die Sporthallen in der Stadt jeweils für einen Tag geöffnet. Die Jugendlichen können vorbeikommen und mit dem Spiel beginnen. Es kostet nichts. Anmeldungen sind nicht nötig. „Es ist ein großartiges Projekt, bei dem sich Kinder ganz ohne Druck ausprobieren können“, sagte Konrath. Dafür arbeitet die Jugendförderung auch mit Honorarkräften, denn Sozialarbeiter sind nicht automatisch gute Sportler. Woche für Woche treffen sich in Ludwigshafen bis zu 90 Kinder und Jugendliche zum Spiel.

Das Team (von links): Jörg Zimmermann, Kathrin Konrath, Anna-Katherina Rapp, Jenny Conrad, Thomas Güß und Charlotte Christ.
Das Team (von links): Jörg Zimmermann, Kathrin Konrath, Anna-Katherina Rapp, Jenny Conrad, Thomas Güß und Charlotte Christ.

Dafür hat die Stadt Partner gewonnen. Lokale Schirmherrin ist beispielsweise die Leiterin des BASF-Bereichs Gesellschaftliches Engagement, Anna-Katherina Rapp, die seit ihrem neunten Lebensjahr Basketball spielt: „Wenn sich Dirk Nowitzki engagiert, dann kann man zu so einer Anfrage nicht Nein sagen.“ Sie glaubt an die integrative Kraft des Sports. „Mich hat Basketball extrem geprägt. Man wächst dabei als Team zusammen und fühlt sich in der Gemeinschaft gut aufgehoben.“ Auch zum Unternehmen passe das Engagement. „Wir unterstützen im gesellschaftlichen Engagement viele sportliche Projekte.“

Zwei mobile Körbe angeschafft

Das Engagement vor Ort sei die Grundvoraussetzung für den Erfolg. „Wir setzen unser Konzept mit den vorhandenen Strukturen um. Es funktioniert wie ein Jugendtreff in der Sporthalle und vor Ort ist man näher an den Kindern dran“, sagte Iso-Koordinatorin Charlotte Christ. Auch die Krankenkassen Pronova BKK und BKK Pfalz unterstützen die „BasKidBaller“: „Wir sehen das Sportprojekt als Gesundheitsprävention“, erklärten Jörg Zimmermann (Pronova) und Jenny Conrad (BKK Pfalz). Sie glauben an den Erfolg des Projektes.

„Dafür wollen wir noch mehr in die Stadtteile gehen“, kündigte Thomas Güß für die Jugendförderung an. Dafür wurden zwei mobile Körbe angeschafft, die auch bei Stadtteilfesten zum Einsatz kommen sollen. „Dann gehen wir dorthin, wo die Kinder sind.“ Bis dahin müssen die Kinder und Jugendlichen in die Sporthalle kommen. Dienstags ab 16 Uhr in die kleine IGSLO-Sporthalle, mittwochs ab 15 Uhr in die Turnhalle der Erich-Kästner-Schule oder in die Langgewannschule und freitags ab 15 Uhr in die Erich-Kästner-Schule und ab 16 Uhr in die Grundschule Pfingstweide und die kleine IGSLO-Sporthalle.

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