Fragen & Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel BASF will neue Straße für Brummis bauen

Tor 15: Hier soll künftig die einzige Lkw-Zufahrt in das BASF-Werk sein.
Tor 15: Hier soll künftig die einzige Lkw-Zufahrt in das BASF-Werk sein.

Die BASF verlagert den Lkw-Verkehr in den Norden des Werks. Dafür wird eine Abfertigung an der Kläranlage eingerichtet. Diese Fläche wird über die sogenannte „Nordroute“ mit dem Kombiterminal am Tor 15 verbunden. Der Chemiekonzern hat nun seine Pläne dafür vorgestellt. Das Millionen-Projekt im Überblick.

Wieso wird der Verkehr verlagert?
Die Logistiker der BASF wollen damit auf die Verkehrssituation in Ludwigshafen reagieren. Rund 2100 Laster steuern täglich das Werk über die Tore 11 (Friesenheim) und 15 (Nachtweide) an. Nach Einschätzung der BASF werden die Hochstraßenbauprojekte zu jahrelangen Verkehrsproblemen führen, die Staus und damit zu Verzögerungen beim Lieferverkehr zur Folge haben. „Unsere Kunden sind in Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht mehr zufrieden mit uns“, sagte Ralf Busche, Logistikchef des BASF-Standorts Ludwigshafen, bei der Vorstellung der Pläne im Ortsbeirat Oppau am Dienstag.

Was plant der Konzern?
Die Laster sollen künftig nicht mehr das Tor 11 an der Brunckstraße (Friesenheim) ansteuern, um unabhängig von der Verkehrssituation in der Stadt zu sein. Der gesamte Lkw-Verkehr soll über das Tor 15 am Kombi-Verkehrsterminal am Nordhafen abgewickelt werden.

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Was ist dafür nötig?
Die BASF plant drei Projekte: Eine Abfertigungsfläche für Lkw-Verkehr an der Kläranlage des Konzerns. Dort sollen 220 Parkplätze für die Brummis entstehen sowie ein Gebäude mit 54 Arbeitsplätzen zur Abfertigung der Laster. Dieses Projekt soll bis 2022 abgeschlossen sein. Außerdem will der Konzern diese Fläche über eine noch zu bauende Straße (Nordroute) mit dem Tor 15 verbinden. Ferner hat die BASF Ackerflächen nördlich der Kläranlage auf Frankenthaler Gemarkung erworben. Diese „Nordfläche“ soll frühestens ab 2028 entwickelt werden. Ein neues, zusätzliches Logistikzentrum ist dafür im Gespräch. „Wir haben noch keine konkreten Aktivitäten geplant, brauchen aber die Option, dort etwas machen zu können“, erläuterte Logistikchef Busche.

Wie soll die Nordroute aussehen?
Geplant ist eine zweispurige Straße, die vom Tor 15 zur Kläranlage führt. Sie könnte frühestens 2024 fertig sein. Die zwei Kilometer lange und 8,50 Meter breite Trasse verläuft über werkseigene Flächen und wird eingezäunt. Wie im Werk ist dort Tempo 30 vorgesehen. Rund 1200 Lkw sollen die Route täglich befahren, um die bisher einzige Zufahrt zum Tor 15 über die Straße „Am Hansenbusch“ im Gewerbegebiet Nachtweide zu entlasten, damit keine Staus auf der L 523 oder der B 9 entstehen.

Wo liegt das Problem?
Die Nordroute kreuzt Wirtschafts- und Radwege und muss unter dem Autobahndamm der A 6 durchgeführt werden. Damit die Wege für Landwirte, Radler und die Feuerwehr befahrbar bleiben, sind zwei neue Brücken nötig, die über die BASF-Straße hinwegführen. Ein vorhandener 9,20 Meter breiter Tunnel unter der Autobahn soll für die Nordroute genutzt werden. Dort darf die Straße nur einspurig verlaufen, damit auch andere Fahrzeuge die Unterführung benutzen können. Eine Ampelanlage soll den Lkw-Verkehr regeln, erläuterte Philipp Wotke, BASF-Manager für Güterverkehr.

Was bedeutet das für Anwohner?
In Friesenheim wird es deutlich weniger Lkw-Verkehr geben. Die Brunckstraße und auch die L 523 könnten davon profitieren. Das Verkehrsaufkommen auf den Fernstraßen um Edigheim, Mörsch und der Pfingstweide (B 9) wird höher. Laut einem von der BASF bezahlten Gutachten soll es keine gravierende Lärmbelastungen geben.

Was kostet das Projekt?
Das haben die BASF-Manager nicht gesagt. Es ist aber von einem höheren Millionenbetrag auszugehen.

Wie geht’s jetzt weiter?
Bis jetzt gibt es das Konzept der BASF. Das Bauplanverfahren beginnt 2021. Dabei werden auch Verkehrsfragen, Schallschutz und Umweltverträglichkeit geprüft.

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