Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF unterstützt Sportklubs beim digitalen Wandel

Der FSV Schifferstadt zählt zu den zehn pfälzischen Klubs, die am Projekt „Sportverein 2020“ teilgenommen haben.
Der FSV Schifferstadt zählt zu den zehn pfälzischen Klubs, die am Projekt »Sportverein 2020« teilgenommen haben.

Plötzlich spitzte sich die Krise zu. Vergangenes Jahr stürzte die Corona-Pandemie die Sportvereine in eine brenzlige Situation. Noch heute wissen viele Klubs nicht, wie ihre finanzielle Zukunft aussieht. Das liegt aber nicht nur an der Pandemie. Ein Projekt der BASF kann helfen.

Schon seit Jahren bereitet den Sportvereinen in Deutschland ein Problem Kopfzerbrechen – der demografische Wandel. So werden den Prognosen der Forscher zufolge 2060 nur noch 65 Millionen Menschen in Deutschland leben. 2008 waren es noch 82 Millionen. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind laut einer Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Bundesamtes am stärksten vom demografischen Wandel betroffen, am wenigsten Baden-Württemberg und Bayern. Die schrumpfende Bevölkerung ist die eine Seite, die alternde die andere. Das Gesicht des organisierten Sports wird sich demnach in den kommenden Jahrzehnten erheblich verändern. Demografisch bedingte Wachstumspotenziale werden ausschließlich bei den über 60-Jährigen vorausgesagt. In den übrigen Altersklassen werden erhebliche Mitgliederverluste erwartet.

In den Sportvereinen ist der personelle Umbruch schon in vollem Gange. Der Sportbund Pfalz hat zuletzt alarmierende Zahlen veröffentlicht. Die Zahl der Mitglieder in den Vereinen ist um 21.385 von 502.601 auf 481.216 zurückgegangen. Sechs Klubs verschwanden aus dem Vereinsregister. 2043 Vereine zählt der Sportbund Pfalz aktuell noch. Weniger Mitglieder heißt weniger Einnahmen. Weniger Einnahmen bedeutet weniger Handlungsspielraum. Ein bedenklicher Kreislauf.

Nun soll eine weitere Initiative die Sportvereine für die Zukunft wappnen. „Sportverein der Zukunft – mit BASF fit für die Digitalisierung“ heißt diese. Ziel ist es, die Breitensportvereine während des digitalen Wandels zu unterstützen. Das Projekt richtet sich an alle Sportvereine in der Metropolregion Rhein-Neckar, im Sportbund Pfalz, im Badischen Sportbund sowie in den Sportkreisen Worms und Bergstraße. Die Sportvereine können sich vom 7. Juni bis 13. August für eine Teilnahme bewerben, unter: www.sportverein-der-zukunft.de

50.000 Euro für Sportvereine

„Wie dringlich die digitale Weiterentwicklung ist, hat uns nicht zuletzt die Corona-Krise klar vor Augen geführt“, sagt Pierre Anthonj, Abteilungsleiter Sportentwicklung und Breitensport beim Sportbund Pfalz. Denn speziell in der Krise werden die Probleme und Nöte offensichtlich. Und die scheinen bei den Sportvereinen doch in größerem Ausmaß vorhanden zu sein. Die BASF SE ist Initiator und Förderer des Projekts. „Wir wissen, welchen großartigen Beitrag die Sportvereine für das gesellschaftliche und soziale Zusammenleben in der Metropolregion Rhein-Neckar leisten. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, dass gerade die Breitensportvereine die Chancen, die für sie in der Digitalisierung liegen, erfolgreich nutzen können. Wir sind der Überzeugung, dass der Sportverein der Zukunft auch dank der vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten der Digitalisierung eine wichtige Bedeutung für ein gelingendes Zusammenleben unserer Gesellschaft einnehmen wird“, sagt Karin Heyl, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei der BASF SE.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Chemiekonzern den Vereinen unter die Arme greift. So schüttet die BASF aktuell 50.000 Euro an Sportvereine in Ludwigshafen aus. Angespornt zu dieser Geste wurde der Konzern vom Ludwigshafener Sportverband. Bis 30. Juni können sich Ludwigshafener Breitensportklubs noch unter www.ludwigshafener-sportverband.de für eine finanzielle Unterstützung bewerben. Die BASF hat den Startschuss für ein langfristiges Projekt gegeben. „Sportverein 2020 – Perspektiven entwickeln. Zukunft sichern“ hieß das Vorhaben. „Wir haben mit Sportverein 2020 127.000 Mitglieder erreicht“, sagt Jan Dreisbach von Nielsen Sports. Das Forschungs- und Beratungsunternehmen ist für die inhaltliche Konzeption und Umsetzung verantwortlich.

28 Vereine nahmen an „Sportverein 2020“ teil, darunter zehn aus dem Gebiet des Sportbundes Pfalz - der FFC Niederkirchen, der Budoclub Limburgerhof, die DLRG Ludwigshafen-Oggersheim, die SV Freimersheim, der FSV Schifferstadt, Grün-Gold Casino Ludwigshafen, der Schwimmclub „Delphin“ Grünstadt, Tanz-Club RW Kaiserslautern, Tura Otterstadt, die TuS Maxdorf sowie die TuS Mittelbach-Hengstbach. „Es war ein hilfreiches Projekt“, sagt Oliver Nagel-Schwab, Vorsitzender der DLRG Oggersheim, „wir haben erfahren, ob unsere Arbeit und Organisation zeitgemäß sind. Wir konnten prüfen, ob wir auf dem aktuellen Stand sind.“

Kostenloser Digital-Check

„Sportverein der Zukunft“ knüpft nun an „Sportverein 2020“ an. „Der inhaltliche Geist von Sportverein 2020 wird fortgesetzt“, betont Dreisbach. Die Klubs werden in verschiedenen Schritten für die Zukunft fit gemacht. „Pro Zyklus nehmen wir 20 Sportvereine auf“, sagt Dreisbach. Die Sportvereine können sich aber auch selbst testen. Ab Juni wird es laut Dreisbach einen kostenlosen Digital-Check geben. Dieser Digital-Check ermöglicht den Vereinen, ihren digitalen Entwicklungsstand zu prüfen. Unmittelbar nachdem die Vereine den Fragebogen online ausgefüllt haben, bekommen sie einen Ergebnisbericht zu ihrem digitalen Entwicklungsstand und Anregungen zu möglichen digitalen Entwicklungsfeldern.

Vereine, die für die Initiative ausgewählt werden, erhalten ein zusätzliches individuelles Gespräch mit den Fachleuten von Nielsen Sport. Es folgen individuelle Vereinscoachings und zum Abschluss ein Kongress. Der Kongress soll im Herbst 2024 sein. Alle teilnehmenden Vereine stellen dort ihre Digitalisierungsprojekte vor und teilen ihre Erfahrung. Herausragende Digitalisierungsprojekte werden beim Kongress zudem prämiert. Der Best-Practice-Kongress ist für alle Vereine in der Region frei zugänglich. Außerdem fördert die BASF jedes erfolgreiche Digitalisierungsprojekt mit bis zu 2000 Euro.

Solche Initiativen sollen die Sportvereine überlebensfähig machen. Denn die Konkurrenz für die Klubs ist groß. Kommerzielle Anbieter wie Fitnessstudios machen den Sportvereinen zu schaffen. So sind in einigen Städten mehr Menschen Mitglied in einem Fitnessstudio als in einem Sportverein. Das Projekt „Sportverein 2020“ hat die Klubs unter anderem auf diese Herausforderung vorbereitet. Nicht nur die Mitgliederorganisation, auch die Unterhaltung der Sportanlagen, der Schwund an ehrenamtlichen Helfern sind Bausteine, die die Sportvereine in den kommenden Jahren beschäftigen werden. So müssen beispielsweise in Ludwigshafen einige Klubs ihre Flutlichtanlagen modernisieren. Da kommen schnell 30.000 bis 50.000 Euro zusammen. Eine vom Fachbetrieb vorgenommene Rasenpflege kostet um die 5000 Euro. Gelder, die kaum ein Klub auf dem Konto liegen hat. Deshalb setzen die Sportvereine vieles daran, keine Mitglieder zu verlieren und auch ehrenamtliche Helfer zu finden. Denn laut einem Sportentwicklungsbericht sehen sich in Deutschland 34.000 der 91.000 Sportvereine in ihrer Existenz bedroht, weil sie zu wenige ehrenamtliche Helfer haben sowie keine neuen Mitglieder gewinnen.

Fitnesskurse liegen im Trend

Der demografische Wandel verändert schon jetzt die Sportvereine. Statt zahlreicher Trainingseinheiten für Kinder und Jugendliche werden immer mehr Angebote für Erwachsene und Senioren nachgefragt. Und statt Mannschaftssportarten liegen Fitnesskurse im Trend - gerne auch am Wochenende oder spät am Abend. „Wir dürfen allerdings nicht den Fehler machen, uns zu sehr auf die ältere Generation zu fokussieren“, warnt Stefan Eckl, Geschäftsführer des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung. Denn der Sport und mit ihm der Verein werde auch in Zukunft eine wichtige gesamtgesellschaftliche Rolle spielen. „Deshalb muss er weiter auch für junge Menschen da sein“, ist der Wissenschaftler überzeugt. Das allerdings ist ebenfalls mit Herausforderungen verbunden. Kinder und Jugendliche sind schulisch immer intensiver eingebunden. In vielen Städteregion ist die offene Ganztagsschule mittlerweile Standard. Wieder ein Problem für die Sportvereine.

Das gilt auch für Grün-Gold Casino Ludwigshafen. Bei dem Projekt wurde zum Beispiel geprüft, ob Arbeit und Organisation zeitgemä
Das gilt auch für Grün-Gold Casino Ludwigshafen. Bei dem Projekt wurde zum Beispiel geprüft, ob Arbeit und Organisation zeitgemäß sind.
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