Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Prozess: Nach 323 Tagen doch gestorben

Dieser Gedenkort an der BASF-Feuerwache Nord erinnert an die vier toten Feuerwehrleute.
Dieser Gedenkort an der BASF-Feuerwache Nord erinnert an die vier toten Feuerwehrleute.

Im BASF-Prozess beschreibt ein Opfer-Anwalt das Schicksal eines Feuerwehrmanns.

Im Prozess ums BASF-Explosionsunglück ging es gestern auch um einen Feuerwehrmann, der sich trotz schwerster Brandverletzungen ins Leben zurückkämpfen wollte und dann doch gestorben ist. Offiziell sind die Richter über seinen Leidensweg schon informiert – aus Arzt-Akten. Doch ein Opfer-Anwalt sagte: Er will zeigen, was für ein Schicksal die nüchternen Fachbegriffe der Mediziner beschreiben. Immer besorgter wartet die Mutter zweier Töchter am 17. Oktober 2016 auf einen erlösenden Anruf ihres Mannes. Der arbeitet bei der BASF-Werkfeuerwehr und hat sich bislang immer schnell gemeldet, wenn er einen gefährlichen Einsatz gut überstanden hatte. Nun hat es wieder ein Unglück gegeben. Doch als das Telefon endlich klingelt, ist ein Notfallseelsorger dran. Er sagt in etwa: „In der BG-Unfallklinlik ist ein Schwerverletzter, der Ihr Mann sein könnte. Aber sicher sind wir uns nicht.“

"Er konnte sich nicht vorstellen, dass Ludwigshafen noch steht"

Denn auf der Intensivstation lag ein Mensch, dessen Haut zu 60 Prozent verbrannt war. Und der deshalb einbandagiert war wie eine Mumie. Was er und seine Familie durchleben mussten, berichtet Jan Schabbeck jetzt im Frankenthaler Prozess um das Explosionsunglück. Der Anwalt vertritt dort Opfer und deren Angehörige und sagt: Die Richter kennen die Arztberichte. Doch die strotzen vor unaussprechlichen Fachbegriffen. Also will er deutlicher erklären, um was für ein Schicksal es da geht.

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