Ludwigshafen
BASF: Fliegerbombe wird Ende August entschärft
Die Bombe mit Zünder war am 29. Juli bei Sondierungsarbeiten für eine Baustelle entdeckt worden, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. Die BASF beauftragt vor jedem Bauprojekt auf dem Werksgelände externe Spezialfirmen, die den Untergrund untersuchen.
Die britische Fliegerbombe wurde am Fundort im Werksteil Nord gesichert. Eine Gefahr für BASF-Mitarbeiter und Bevölkerung bestehe derzeit nicht. Nach Unternehmensangaben wird nun eine Schutzpyramide errichtet. Die nach dem ägyptischen Pharao „Ramses“ benannte Pyramide ist eine mehrere Meter hohe Konstruktion mit einer Kantenlänge von 25 Metern, die überwiegend aus Sand besteht. Das Innere ist durch ein Zugangsrohr erreichbar. Dort wird die Bombe vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz entschärft. Etwa 2500 Tonnen Sand sind dafür notwendig. Falls der Sprengkörper detonieren sollte, würde die Druckwelle abgemildert. So sollen Schäden an umliegenden Gebäuden und Produktionsstätten verhindert werden. Die BASF hat dieses Verfahren schon mehrfach erfolgreich angewandt, zuletzt im Sommer 2018.
Details werden noch geklärt
Unklar ist noch, wie groß der Evakuierungsradius während der Entschärfung sein wird und ob beispielsweise der Schiffsverkehr auf dem Rhein eingestellt werden muss.
Das Chemiewerk war eines der Hauptangriffsziele der alliierten Bomberflotten im Zweiten Weltkrieg. Rund 40.000 Bomben wurden auf das Areal geworfen. Die meisten Blindgänger wurden während des Kriegs und in der Nachkriegszeit entschärft. In den vergangenen Jahrzehnten wurden bei Bauarbeiten in der BASF rund 40 Blindgänger in tieferen Erdschichten gefunden.