Ludwigshafen
BASF-Chef: Verkehrssituation „nicht investitionsfördernd“
Mit Blick auf die Verkehrsprobleme in Ludwigshafen und insbesondere angesichts der Sperrung der Hochstraße Süd vermisst der Vorstandsvorsitzende der BASF SE, Martin Brudermüller, ein „richtiges Konzept, wie es weitergeht“.
Dabei sei klar, dass die Stadt alleine dies „nicht schultern“ könne, sagte Brudermüller im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Hier gebe es auch eine landes- und bundespolitische Verantwortung. Eine gute Infrastruktur sei für die Region „extrem wichtig“; nicht zuletzt mit Blick auf künftige Investitionen. Wenn der Transport von Menschen, Produkten und Investitionsgütern Probleme bereite, sei das „nicht investitionsfördernd“, warnte Brudermüller vor negativen Auswirkungen auf den Standort. Im Übrigen seien die bei den Hochstraßen zutage tretenden Probleme „symptomatisch für unser Land“, dessen Infrastruktur „lange genug auf Verschleiß“ gefahren worden sei.
Stammwerk behält „Vorbild-Rolle“
Zuversichtlich äußerte sich Brudermüller, der seit Mai 2018 an der Spitze der BASF SE steht, zur längerfristigen Zukunft des BASF-Stammwerks. Ludwigshafen bleibe über „viele Dekaden“ der größte Standort der BASF, könne bei Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit auch „Leitbild für Klimaschutz“ werden, betonte Brudermüller. Allerdings werde sich der Stellenwert des Ludwigshafener Werks innerhalb des Konzerns verändern. So würden Spezialprodukte auch in Zukunft in Ludwigshafen hergestellt und dann exportiert. Gängigere „Großprodukte“ würden vermehrt dort produziert, wo sie gebraucht würden, sagte Brudermüller mit Verweis darauf, dass 2030 etwa zwei Drittel des Marktes für chemische Produkte auf Asien entfallen werden.
Ludwigshafen, wo derzeit knapp die Hälfte der bei der BASF tätigen Forscher arbeiten, werde größter Forschungsstandort bleiben, betonte der BASF-Chef. Gleichzeitig aber werde sich dessen Bedeutung gegenüber anderen Standorten „relativieren“. Ähnliches gelte für das Stammwerk als solches: Dieses werde seine „Vorbild-Rolle“ behalten, aber im Vergleich mit anderen Standorten an Bedeutung verlieren.
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