Ludwigshafen BASF auf Nachwuchssuche

So wird’s gemacht: Azubis geben den Schülern Einblicke in die Berufswelt.
So wird’s gemacht: Azubis geben den Schülern Einblicke in die Berufswelt.

„Bis jetzt ist alles genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“ – Bilal Arouna strahlt. Der 16-jährige Ludwigshafener besucht die zehnte Klasse der Realschule am Ebertpark und war einer von 56 Teilnehmern der Aktion „Wunschberufe im Praxistest“. In knapp fünf Stunden lernten die angehenden Schulabgänger gestern die technischen Ausbildungsberufe der BASF kennen.

„Wir gehen davon aus, dass die Bewerber von heute noch nie ein Werkzeug in der Hand gehalten haben“, erklärte Ausbilder Sven Mahler die Herangehensweise in den Ausbildungswerkstätten. Er selbst beaufsichtigte die Werkstatt der angehenden Anlagemechaniker. Die eigentliche Betreuung übernahmen die aktuellen Auszubildenden. „Er stellt sich schon richtig gut an“, lobte beispielsweise Celina Kraus, die im ersten Ausbildungsjahr ist und Lars Fischer aus Maxdorf in ihrer Obhut hatte. Der 14-jährige Realschüler hörte das gerne, immerhin hat er ein Ziel: „Ich will unbedingt hier bei der BASF eine Ausbildung beginnen.“ Den Aktionstag der Chemikanten hat Lars dafür schon besucht und mit dem Berufsbild der Elektroniker geliebäugelt. „Heute wollte ich sehen, ob mir auch ein technischer Beruf gefallen könnte.“ Jasmin Appel aus Wachenheim musste sich hingegen nur an neue Dimensionen gewöhnen. „Ich hatte eine Ausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker begonnen, aber ich orientiere mich jetzt neu“, sagte die 19-Jährige. „Aber hier ist alles ein wenig kleiner“ – zumindest was die Werkstücke angehe. „Die waren bei meinem letzten Ausbildungsbetrieb deutlich größer“, sagte sie lachend. Sie hoffe auf eine neue Chance. Die besteht durchaus. „Wir haben in diesem Bereich noch Ausbildungsplätze für 2018 frei“, warb Lisa Braunecker vom Bereich Ausbildung der BASF. Ein wirkliches Bild von möglichen Bewerbern könne man sich an diesem Tag nicht machen, räumte Ausbilder Kurt Becker ein. „Das entsteht erst im Nachgang. Den direkten Kontakt haben schließlich unsere Auszubildenden. Mit denen halten wir Rücksprache, wer interessiert war, oder wer sich besonders geschickt angestellt hat.“ Seine Aufgabe bestand eher in der Funktion des Mahners: „Wir weisen alle auf die Gefahren der Elektrizität hin.“ Alles andere übernahmen die Auszubildenden. Zumindest zum Teil. „Wir selbst machen eigentlich nicht viel. Wir legen das Kabel in das Testgerät, und das verrät uns dann, ob die Leitung in Ordnung ist oder nicht“, verriet einer der „Aushilfs-Lehrmeister“. Aylen Enuloe aus der neunten Klasse der Gesamtschule Edigheim war trotzdem beeindruckt. „Elektronik interessiert mich einfach, und ich wollte mal in diesen Bereich hineinschnuppern“, verriet sie. Der Aktionstag sei dafür genau richtig. „Es macht Spaß und man lernt auch viel.“ Asad Maqarabi aus der elften Klasse der BBS Technik 1 sah das ähnlich, auch wenn der 18-Jährige einräumte: „Eine Ausbildung als Elektroniker wäre meine Alternative. Eigentlich interessiere ich mich aber mehr für den Bereich der Informatik.“ Den Schnuppertag findet er trotzdem gut. „Man kümmert sich sehr, und die aktuellen Azubis erklären alles sehr gut.“ Mit Erklärungen alleine sei es aber zwischen Lampenschaltung und Steuerungstechnik nicht getan: „Aus unserem Bereich stammt schließlich der Begriff der ,Industrietechnik 4.0’“, so Becker. Daher schnupperten die 14 Elektrointeressierten auch schon in die Zukunft der Automatisierung. „Das Wichtigste, was ein Bewerber hier mitbringen muss, ist logisches Denken“, verriet er. 17 junge Menschen interessierten sich außerdem für das Berufsbild des Industriemechanikers, während 14 Jugendliche Erfahrungen bei den Mechatronikern sammelten. Insgesamt eine gute Quote, befand Lisa Braunecker. Nach der Einführung in die BASF-Philosophie und die zweieinhalbstündige Praxisphase schlossen sich das Mittagessen und eine Werksrundfahrt an. Und dann gab es auch schon die Feedbackrunde für die Teilnehmer. Die waren sich zumindest in einem einig: „Es hat Spaß gemacht.“

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