Ludwigshafen Barock, Beethoven, Beatles

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Einen Höhepunkt in der Ludwigshafener BASF-Kammermusikreihe verspricht das heutige Konzert im Feierabendhaus. Es spielt die aus Russland stammende, in Fachkreisen wie vom Publikum weltweit gefeierte Violinistin Viktoria Mullova. Ihr Programm: drei Sonaten von Beethoven, mit Paolo Giacometti am Hammerklavier.

Viktoria Mullovas Lebenslauf liest sich wie die klassische Geschichte einer Senkrechtstarterin. Die in Schukowski bei Moskau geborene und am Konservatorium der damals sowjetischen Hauptstadt ausgebildete Violinistin gewann in frühester Jugend zwei der prestigeträchtigsten Wettbewerbe: 1980 den Sibelius Wettstreit in Helsinki und zwei Jahre später den Moskauer Tschajkowskij-Wettbewerb. Damit standen ihr in der Musikwelt alle Türen offen.

1983 kehrte sie der Sowjetunion den Rücken, was unter abenteuerlichen Umständen geschah. Nach einer Finnland-Tournee schmuggelte sie ein finnischer Rundfunkjournalist im Auto über die schwedische Grenze, wobei der begleitende KGB-Offizier mit einem geschickten Ablenkungsmanöver abgeschüttelt wurde. Immerhin ließ Mullova die ihr vom sowjetischen Staat ausgeliehene Stradivari-Geige im Hotelzimmer.

Wenige Tage danach war sie in Amerika und bestreitet seitdem ihre internationale Spitzenkarriere als Solistin renommierter Orchester und als Kammermusikerin mit prominenten Partnern. Die 54-Jährige zählt heute zur internationalen Elite der Instrumentalisten. Ihre CD-Aufnahmen werden in höchsten Tönen gelobt, besonders ihre Einspielungen von Bachs Solo-Sonaten und Partiten als Referenzinterpretationen gewertet.

Viktoria Mullova überschreitet aber auch gern die Klassik-Grenzen und interpretiert Jazzstücke von Duke Ellington und Miles Davis oder Beatles-Lieder. Denn einer der charakteristischen Züge ihres künstlerischen Profils ist ihre Vielseitigkeit, ihre offene, vorurteilslose Einstellung. Regelmäßig spielt sie Jazz, Pop und Weltmusik.

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