Ludwigshafen Banken setzen auf einbruchsichere Briefkästen
Die Sparkasse Vorderpfalz hat auf eine Betrugsmasche mit gestohlenen Überweisungsträgern reagiert und installiert einbruchsichere Briefkästen in ihren Filialen in Ludwigshafen und im Rhein-Pfalz-Kreis. Unbekannte Täter hatten Überweisungen aus Postboxen und Briefkästen im Außenbereich von Bankfilialen entwendet und benutzten die Kontodaten, um Geld ins Ausland zu transferieren.
„Dieser Briefkasten ist nicht für Überweisungen gedacht. Bitte geben Sie diese während der Öffnungszeiten in unserer Geschäftsstelle ab. Wir bitten um Verständnis“ – dieser Hinweis ist derzeit an den Briefkästen vieler Filialen der Sparkasse Vorderpfalz zu lesen – noch. Denn: Sichere Briefkästen sollen demnächst bei allen Zweigstellen installiert werden. In Geschäftsstellen in Ludwigshafen (Mundenheim und Oggersheim) sowie im Landkreis (Dannstadt, Otterstadt, Dudenhofen, Schifferstadt), ist der Umbau bereits abgeschlossen. In den anderen Geschäftsstellen sei er gerade im vollen Gange, wie Thorsten Buchenau vom Vorstandsstab der Sparkasse Vorderpfalz mitteilt. Hintergrund: Im Juni hatten Diebe aus Briefkästen in einigen Ludwigshafener Filialen, Überweisungsaufträge gestohlen. Die dadurch gewonnenen Daten benutzten sie, um Geld auf eigene Konten nach Spanien zu überweisen. Teils wurden die Überweisungsträger manipuliert und der Empfänger verändert. Nach Angaben der Sparkasse war die Masche in fünf Fällen erfolgreich und es wurde tatsächlich Geld überwiesen. Laut Sparkasse entstand ein Schaden von 40.000 Euro. Die finanziellen Schäden, die den Sparkassenkunden durch diese Betrugsmasche entstanden, wurden den Kunden ersetzt, erklärt Buchenau. Die Sparkasse Vorderpfalz nimmt das Thema sehr ernst: Die neuen Briefkästen seien so positioniert, dass Post und Überweisungen nach dem Einwerfen im gesicherten videoüberwachten Innern der Geschäftsstelle und nicht mehr im Vorraum landen. „Ein Herausfischen von Überweisungsbelegen und anderen Dokumenten ist damit ausgeschlossen“, betont Rüdiger Linnebank, Vorstandschef der Sparkasse. Außerdem wurden die Kontrollen für Überweisungen ins Ausland verschärft. Nicht nur die Sparkasse war von der Betrugsmasche betroffen, auch die Volksbank Kur- und Rheinpfalz hatte mit frisierten Überweisungsträgern zu kämpfen. Dort entstand laut Polizei den Kunden kein Schaden, da Bankmitarbeiter rechtzeitig den Betrug erkannt hatten. Und auch die VR Bank Rhein-Neckar hat zum Schutz ihrer Kunden die Außenbriefkästen mit dem Hinweis versehen, dass keine Belege mehr eingeworfen werden sollen, sagt Thomas Gleßner, Pressesprecher der Bank. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, gibt seine Überweisung in den Geschäftsstellen der Banken am Schalter persönlich ab. Außerdem gibt es dort die Möglichkeit, mit Bankkarte und zugehöriger Pin an den Kundenserviceterminals der Institute Überweisungsaufträge rund um die Uhr zu tätigen. Ferner kann Geld mittels Telefon- und gegebenenfalls auch Online-Banking überwiesen werden. Doch auch bei elektronischen Überweisungen sind Manipulationen möglich, warnen Verbraucherschützer. Die Fahndung nach Tatverdächtigen in der Einbruchserie im Juni hat bisher kein Ergebnis gebracht. (ain/mix)