Ludwigshafen Bald ist Gold fällig
Erwartungsvoll blickt David Wahl seinen Schwimmlehrer an. Dann hüpft der schmächtige, dunkelhaarige Junge mit angezogenen Beinen ins Schwimmerbecken des Hallenbades Süd. Statt zwei 25-Meter-Bahnen schwimmt er gleich vier und ist auch danach noch nicht zu bremsen. Eine Minute, 39 Sekunden auf 50 Meter hat Philipp Odenweller, der Bademeister und Schwimmlehrer, gestoppt. Der Knirps ist damit wieder einen Schritt näher an sein ehrgeiziges Ziel gekommen. David Wahl ist fünf Jahre alt und hat im vergangenen Sommer im Bliesbad seine große Leidenschaft fürs Schwimmen entdeckt. „Er wollte nicht, wie alle anderen Kinder in seinem Alter, im Sand herummatschen. Sein Ziel war es, richtig schwimmen zu können“, erzählt sein Vater. Nach einer Woche war dem Kind der Nichtschwimmerbereich schon zu langweilig. Daher schwamm David mit Papa Andreas und einer Schwimmnudel bis zur Insel in der Blies und wieder zurück. Das sind immerhin 400 Meter. Nach den Sommerferien besuchten Vater und Sohn das Hallenbad Süd. Bademeister Philipp Odenweller erteilte dem Jungen Schwimmunterricht. Bereits nach zwei Trainingseinheiten schaffte David sein „Seepferdchen“-Abzeichen. „Am meisten Spaß hat mir das Ringetauchen am Beckenboden gemacht“, berichtet der Fünfjährige. Mit dem „Seepferdchen“ gab sich David jedoch nicht zufrieden. Er fragte: „Papa, was gibt es noch für Abzeichen?“ Der Junge, der mit seinem Vater in der Gartenstadt lebt, liebt es, sich zu bewegen. Je anstrengender, desto besser, beschreibt Andreas Wahl seinen Sprössling. Mit drei Jahren kam David schon zum Thai-Boxen. Mittlerweile hat er die sechste Prüfung bestanden. Für kurze Zeit zog es ihn noch zum Tae Kwon Do. Seit zwei Monaten macht er beim Training der Schifferstadter Ringer mit. Seine Freundin Luise besucht auch noch das Leistungszentrum des Turnerbunds Oppau. Und weil David der Siebenjährigen nicht nachstehen will, hat er sich auch im Leistungsturnen ausprobiert. Die Frage, was denn nun sein Lieblingssport sei, mag er nicht beantworten. Er mache alles gern, „weil es einfach Spaß macht“, sagt er vergnügt. Im Mutterstadter Hallenbad „Aquabella“ ist David einmal in der Woche mit seinen Kindergarten-Freunden Emilio (5) und Giulo (6) verabredet. Dort sind die Jungs auf der Rutsche und beim Herumtollen anzutreffen. Seine beiden Freunde können zwar noch nicht schwimmen, aber Giulio hat trotzdem keine Angst, vom Drei-Meter-Brett zu springen. David Wahl hat im September das bronzene und schon Ende Oktober das silberne Jugendschwimmabzeichen geschafft. Durch gutes Zureden der Badegäste und des Schwimmmeisters überwand er seine Angst vor dem Sprung vom Drei-Meter-Brett. Aber der Kleine wird nicht müde, sich weiterhin große Ziele zu stecken. Jetzt schwimmt und taucht der Fünfjährige mit dem Plan, bald auch das goldene Schwimmabzeichen zu machen. „Eigentlich sollten Kinder dafür neun Jahre alt sein. Aber wenn ein Kind vorher alle Disziplinen schafft, dann gibt es auch Ausnahmegenehmigungen“, meint Philipp Odenweller. Auf dem Weg wird der Schwimmmeister den Jungen sicher begleiten.