Fußball B-Klasse: Verdientes Remis im Spitzenspiel
Es war ein leistungsgerechtes Remis, mit dem der VfR die Tabellenführung wahrte. Gut 60 Minuten lang hielt die Partie, was sie versprach. Es war ein unterhaltsames Spitzenspiel mit hohem Tempo, rassigen Szenen und toll herausgespielten Toren. Beide Mannschaften hatten das Visier hochgeklappt und agierten offensiv. „Nach einer 3:1-Führung bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich finde, wir waren spielerisch besser“, sagte Fußgönheims Spielertrainer Ömer Torun. Sein Friesenheimer Amtskollege Toni Butz, trotz seiner 39 Jahre ständig unterwegs und ein Schwungrad der VfR-Offensive, fasste die packende Begegnung so zusammen: „25 Minuten waren wir nicht präsent, sind dann besser ins Spiel gekommen und haben die zweite Halbzeit bestimmt.“
Schon die ersten Minuten gaben einen Hinweis auf den Spielverlauf. Der VfR setzte auf Ballzirkulation und Passstafetten und ließ die Kugel laufen. Der ASV erkannte sehr schnell, dass man mit Pässen in die Tiefe erfolgreich sein könnte. Engin Koc und Julian Schmidt waren die Vorlagengeber, von deren Ideen die flinken Billal Kösker, Mike Fabode und der überragende Viktor Eleftheriadis profitierten. „Es ist eine unserer Stärken, die gegnerische Innenverteidigung mit Flachpässen und Tempo auszuspielen“, erklärte Torun. „Mit der Viererabwehrkette standen wir anfangs zu hoch. Das war so nicht geplant“, verdeutlichte Butz.
VfR 0:2 zurück
Zunächst bewahrte Torwart Aykut Karakaya gegen die frei auf ihn zulaufenden Eleftheriadis (2.) und Kösker (6.) den VfR vor Gegentoren. Beim dritten Mal klappte es. Schmidt bediente den 29-jährigen Linksaußen Eleftheriadis, der aber nur den Pfosten traf. Den Abpraller verwertete Fabode aus kurzer Distanz (21.). Nach der ersten guten VfR-Chance für Davor Greguric auf Vorarbeit des dynamischen Sturmkollegen Dmytro Miroshnyk (23.), erhöhten die Gäste auf 2:0 (28.). Ausschlaggebend waren erneut die Tempovorteile des kaum zu haltenden Eleftheriadis. Er fing einen Angriff der Friesenheimer ab, schaltete den Turbo ein und schloss gekonnt ab (28.).
Erst jetzt wurden die Einheimischen stärker und verkürzten mit einem sehenswerten direkten Freistoß aus 25 Metern, den Linksfuß Jonathan Balley über die Mauer ins Dreieck dirigierte (38.). Zuvor war Miroshnyk nach einem Solo an Torwart Maximilian Mohr gescheitert (30.), danach hatten Greguric und der eingewechselte Yilmaz Tekin eine Doppelchance zum Ausgleich (41.). Die Bemühungen der Friesenheimer erhielten einen argen Dämpfer, als erneut Eleftheriadis auf Zuspiel von Jasin Boz den Ball ins lange Eck spitzelte (50.).
Tolle Freistoßtore
Doch je länger die Partie lief, desto größer wurde die Feldüberlegenheit der Platzherren. „Einige von uns fasten, da ließ die Kraft etwas nach“, erläuterte Torun mit Blick auf den für gläubige Muslime obligatorischen Fastenmonat Ramadan. Der VfR war beflügelt vom schnellen Anschlusstreffer Gregurics, der die tolle Vorarbeit von Adrian Padilla Rodriguez veredelte (52.). Der 31-jährige technisch hervorragende Spanier hatte sich auf engstem Raum gegen drei Fußgönheimer durchgesetzt. „Jetzt waren wir am Drücker und haben uns den Punkt verdient“, sagte Butz. Dennoch dauerte es lange, bis das 3:3 fiel. Wieder war es Balley, der mit einem tollen Freistoßtor, eine Kopie seines ersten Treffers, erfolgreich war (86.).
„Das Unentschieden ist ganz okay. Allerdings hätte der Spieler, der das 3:3 erzielt hat, schon nicht mehr auf dem Platz sein dürfen“, wollte Eleftheriadis eine Rote Karte für Balley gesehen haben. Kritik an Schiedsrichter Marcel Di Gallo aus Lorsch war allerdings nicht angebracht. Er leitete die Partie exzellent, redete viel mit den Spielern und nahm so viel Brisanz aus mitunter hitzigen Duellen. Eine Rote Karte gab es dennoch. Es war die letzte Aktion, als sie der eingewechselte Fußgönheimer Burak Torun, ein Bruder des Trainers, sah (90.+6).