Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Bäder: Keine höheren Preise – OB warnt vor Konsequenzen

Nach der Vorstellung der Stadtverwaltung hätte im Hallenbad der Einzelkartenpreis für Erwachsene ab Oktober von vier auf 4,50 Eu
Nach der Vorstellung der Stadtverwaltung hätte im Hallenbad der Einzelkartenpreis für Erwachsene ab Oktober von vier auf 4,50 Euro (plus 12,5 Prozent) und im Freibad auf fünf Euro (25 Prozent) steigen sollen.

Der Sportausschuss hat sich am Mittwoch gegen die Erhöhung der Schwimmbadentgelte zum 1. Oktober ausgesprochen. Nach langer Diskussion sah der Ausschuss zwar die Notwendigkeit der Anpassung an die Eintrittsgelder im Umland, forderte aber „flexiblere und familienfreundlichere Angebote“.

Mit Unverständnis reagierte Oberbürgermeisterin und Ausschussvorsitzende Jutta Steinruck (SPD) auf das Votum und verwies auf die mögliche Konsequenz der Entscheidung. „Wir können die Erhöhungen nicht mehr in den Haushaltsentwurf für das Jahr 2023 einarbeiten“, so Steinruck. Die Erhöhung der Einnahmen sei allerdings eine dringend geforderte Vorgabe der Finanzaufsicht ADD für die Genehmigung in diesem Jahr gewesen. „Damit könnten wir ohne genehmigten Haushalt ins neue Jahr gehen“, was wiederum zu extremen Einschränkungen führen könnte. „Ich bin dieses Jahr ein großes Risiko eingegangen, als ich ohne genehmigten Haushalt die Bäder eröffnet habe. Noch einmal übernehme ich dieses Risiko nicht“, betonte sie.

Appell der OB verpufft

Überzeugen konnte sie den Ausschuss damit nicht. Bundestagsabgeordneter Christian Schreider (SPD) unterstützte das vorgelegte Zahlenwerk („Generell stimmen wir zu“), sah aber in der Flexibilisierung von Ticketpreisen die Möglichkeit von Mehreinnahmen. Konkrete Änderungsanträge, wie von Steinruck gefordert, nannte er nicht. Schreider sieht hier die Verwaltung am Zug.

Unterstützung erhielt er von CDU-Sprecher Joannis Chorosis, der sich ebenfalls eine „bessere Differenzierung“ der Ticketpreise wünschte. Da nutzte auch der Hinweis nichts, dass die Preissteigerung in Einzelpositionen zwar bis zu 50 Prozent betrage, der Preis für das Anfängerschwimmen von Kindern und Jugendlichen aber unangetastet bleibt und man damit bei einer durchschnittlichen Preissteigerung von 33 Prozent im Umlandvergleich noch immer am unteren Ende der Skala liege. Mit vier Euro für den einmaligen Freibadbesuch etwa unter den fünf Euro des Frankenthaler Strandbads. „Die verschuldetste Stadt im Umkreis hat die günstigsten Preise“, brachte Steinruck es auf den Punkt. Genutzt haben ihre Appelle nichts.

Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen votierte der Ausschuss für den Antrag der SPD und damit gegen den Vorschlag der Verwaltung mit dem Signal einer Preiserhöhung zum 1. Oktober. Die Erhöhung wird dennoch kommen, aber frühestens zum 1. Januar in einen Nachtragshaushalt eingearbeitet werden.

Gute Nachricht für den ERCL

Davon unbeeinflusst sollte der ERC Ludwigshafen sein. Der ist mittlerweile auf Punkt 1 im Jahresförderplan aufgerückt, nachdem die Bauarbeiten beim TFC Ludwigshafen vorzeitig beendet worden sind. Für die Erneuerungen von Rückkühlwerk, Flutlichtanlage und Schaltschranke hat der Verein rund 240.000 Euro angemeldet, für die es auch bereits grünes Licht von der ADD und damit für eine Landesförderung gibt. Allerdings stehe die genaue Höhe des Landeszuschusses noch aus, an dem sich normalerweise der städtische Zuschuss in gleicher Höhe orientiert. Hier herrschte ebenso Einstimmigkeit, wie bei der Verteilung der 180.000 Euro städtischer Baukostenzuschüsse, für den sich in diesem Jahr zehn Vereine angemeldet hatten.

Dazu gab es eine Rückfrage von Ibrahim Yetkin (Grüne) nach der Förderfähigkeit des BASF Tennisclubs als Werksverein. „Der BASF TC ist ein eingetragener Verein und kann damit auch Förderanträge stellen“, stellte Bereichsleiter Thomas Gerling klar. Dafür darf sich der Ludwigshafener Sportverband möglicherweise über ein neues Mitglied freuen. Für den Jahresförderplan des Jahres 2023 setzte der Ausschuss hinter den Reit- und Fahrverein Ludwigshafen und seine Dachsanierung der Reithalle zunächst einmal provisorisch den Motor-Yacht-Club Ludwigshafen, der sich die Förderung für seine rund 235.000 Euro teure Stegsanierung erhofft, allerdings bislang lediglich Mitglied im Landessportverband ist. Man habe sich auf einen Kompromiss geeinigt: „Wenn der Verein rückwirkend auch dem LSV beitritt, bleibt der Förderantrag bestehen.“

„LU läuft“ am 16. Juli

Und zum Abschluss herrschte wieder große Einigkeit in der Zustimmung für das Format „LU läuft im Südwest-Stadion“ als Ersatz für den seit zwei Jahren ausgefallenen Stadtlauf. „Eine wunderbare Alternative“, freute sich die Breitensportbeauftragte Ulla Walther-Thiedig auf den Lauf, der am 16. Juli stattfinden soll.

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