Ludwigshafen Bäcker, Metzger und Fachärzte in der Nähe gewünscht

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«Hemshof/West.» Am 26. Mai wird in Ludwigshafen ein neuer Stadtrat gewählt. Wir wollen wissen, wo es in den Stadtteilen brennt und womit die Bewohner zufrieden sind. Heute im Blick: Hemshof und West.

Roswitha Minges (64) aus dem Hemshof vermisse den Markt am Gördeler Platz, wie er früher war. Durch die große Konkurrenz ausländischer Geschäfte im Umfeld sei er auf zwei bis drei Stände geschrumpft. Von anderen Bewohnern höre Minges häufig, dass fehlende Parkplätze zu einem Problem geworden seien. „Die BASF lässt nur noch Parken für Werksangehörige auf dem großen Parkplatz an der Siedlung zu“, berichtet sie. Die Rentnerin bedauere den zunehmenden Fachgeschäftemangel, Metzgereien gebe es gar keine mehr. Was ihr zudem nicht gefalle, sei der Müll, der überall herumliege. Minges wünsche sich auch eine Wiederbelebung der Gastronomie. Trotz allem lebe sie gerne im Hemshof. Sie habe ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben. Bei der Menge an Kandidaten, sei ihr das so lieber. „Außerdem ist es wichtig, dass wir in Deutschland eine Demokratie haben, denn in anderen Ländern werden Menschen erschossen, wenn sie zur Wahl gehen“, ist die 64-Jährige überzeugt. Auch Sabine Fillinger (55) lebe gerne im Hemshof. Die Nahversorgung sei gut. Der Müll störe jedoch auch die Fahrerin eines Kleintransporters, aber das werde ja nun in Angriff genommen. Obwohl sich Fillinger in der BASF-Siedlung wohl fühle, ärgere sie sich darüber, dass aus den Gärten immer wieder etwas gestohlen werde. Angekettete Fahrräder, Blumentöpfe, – eigentlich sei nichts sicher. Auch Fillinger werde zur Wahl gehen. Liese Grieser (65) wünsche sich im Hemshof vergangene Zeiten zurück, in denen noch mehr Kneipen zum Einkehren da gewesen seien. Es gebe nur noch von Ausländern geführte Gaststätten zum Essengehen oder solche mit Spielautomaten. Sie finde, dass es unter den Bewohnern keinen Zusammenhalt mehr gebe. Eine Belebung des Marktes würde ihrer Meinung nach zu einer Besserung führen. „In der Weihnachtszeit einen Christbaum mittig zu platzieren macht noch keinen Markt aus. Das Flair ist völlig verloren gegangen“, moniert sie. „Bei zwei, drei Ständen und auf dem Rest des Platzes parkenden Autos fühlt sich keiner wohl.“ Vor einigen Jahren habe man sich hier auch noch sicher gefühlt. Das sei nun nicht mehr der Fall, stellt sie fest. Auch Grieser werde am Sonntag zur Wahl gehen. Günter Unold (63) aus West ärgere sich über fehlende Parkplätze. Die wenigen, die da sind, seien durch abgemeldete Autos „verbaut“. Ansonsten fühle er sich sehr wohl in seinem Stadtteil. Dass viele Fassaden und Dachrinnen renoviert worden seien, freue den ehemaligen Dachdecker. Auch er werde wählen gehen. Serpil Uluca wünsche sich eine bessere ärztliche Versorgung mit Spezialisten. So vermisse sie einen Neurologen in der Nähe. Der Stadtteil West könnte lebendiger sein, findet die junge Frau, es gebe keine Feste. Auch Ruheplätze seien keine vorhanden, bedauert sie. „Am Sportplatz treffen sich nur Kinder und Jugendliche, das ist aber kein einladender Platz.“ Der pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten falle auf, dass sich die Stadt mehr um Sauberkeit kümmere. Aber die fehlenden Wohnungen seien ein Problem, das nicht so schnell gelöst werde. Uluca werde wie immer auch diesmal zur Wahl gehen. Martina Merz (19) meint, dass zu wenige Kindergarten-, Hort- und Schulplätze in West vorhanden seien. Auch die junge Mutter habe die Wohnungsnot zu spüren bekommen. Die gebürtige Edigheimerin lebe erst seit kurzem in West. Sie freue sich, dass sie n einem frisch renovierten Haus wohnt. Parkplätze seien auch Mangelware. Einen Bäcker wünscht sich Merz in der Nähe. Sie sehe es als Pflicht, zur Wahl zu gehen.

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