Ludwigshafen Awo und VdK: Ältere Bankkunden nicht abhängen
Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und der Sozialverband VdK sorgen sich um ältere Bankkunden und fordern mehr persönliche Beratungen. Deren Sprecher Holger Scharff betont: „Ältere Menschen dürfen nicht abgehängt werden.“ Immer mehr ältere Bürger äußerten gegenüber den Verbänden Ängste, ihre Bankgeschäfte eigenständig zu erledigen zu können. Der Grund: In vielen Bankfilialen würden persönliche Dienstleistungen zunehmend durch Automaten und digitale Angebote ersetzt. Gleichzeitig sinke die Zahl der Mitarbeiter, die für eine persönliche Beratung und Unterstützung zur Verfügung stünden. „Wir erleben täglich, wie ältere Menschen durch die fortschreitende Digitalisierung und den Rückzug der Banken aus der Fläche verunsichert werden. Viele haben Angst, Fehler beim Bedienen der Automaten zu machen oder sind mit den digitalen Angeboten schlichtweg überfordert“, schildert Scharff. Die Reduzierung der personellen Präsenz in den Filialen führe dazu, dass sich viele Senioren ausgeschlossen fühlten. „Wer keinen Zugang zu digitalen Medien hat oder mit Automaten nicht zurechtkommt, steht oft buchstäblich vor verschlossenen Türen“, so Scharff. Awo und VdK appellieren daher eindringlich an die Kreditinstitute und die Politik, dafür zu sorgen, dass die persönliche Beratung und Unterstützung älterer Menschen nicht weiter abgebaut wird. „Banken tragen eine gesellschaftliche Verantwortung. Es darf nicht sein, dass ältere Menschen aus Kostengründen um Personal zu sparen abgehängt werden. Wir fordern, dass in jeder Filiale ausreichend qualifizierte Mitarbeiter für Beratung und Service zur Verfügung stehen und nicht noch mehr Filialen schließen“, so Scharff.
„Es geht um Respekt und Teilhabe“
Die Verbände begrüßen die Möglichkeiten der Digitalisierung, betonen aber, dass diese nur dann ein Gewinn für alle sei, wenn niemand ausgeschlossen werde. Schulungsangebote und leicht zugängliche Hilfestellungen für Senioren seien notwendig, reichten aber nicht aus. „Es geht um Respekt und Teilhabe. Die Bedürfnisse älterer Menschen müssen ernst genommen werden – sonst droht eine weitere gesellschaftliche Spaltung“, bilanziert Scharff.