Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ausstellung „Paradeisen statt Apokalypsen“: Positiv denken und Ideen entwickeln

Gäste bei der Eröffnung am Lutherplatz.
Gäste bei der Eröffnung am Lutherplatz.

Ein Eisbär sitzt auf einem geschmolzenen Eisberg und fragt den Eisbär neben sich, der auf einem Berg von Plastikmüll sitzt, ganz naiv: „Wieso schmilzt dein Eisberg nicht?“ So ist die Szene auf einem Cartoon von Steffen Butz (Karlsruhe) zu sehen, der einige seiner Werke mit den Cartoon-Künstlern Petra Kaster (Mannheim) und Markus Grolik (München) seit Samstag innerhalb der Kulturveranstaltung „Paradeisen statt Apokalypsen“ am Lutherplatz sowie am Hackgarten ausstellt.

Die drei Künstler haben den Klimawandel zum Gegenstand ihrer Cartoons gemacht. Ihre Herangehensweise beschreiben sie als eine Mischung von Büroarbeit und Warten auf den Kuss der Muse, einem täglichen Verfolgen der Tagespolitik in Nachrichten und Zeitungsartikeln. „Cartoon-Künstler schauen unter die Treppe, decken Ungereimtheiten auf und destillieren daraus das Komische“, sagt Petra Kaster.

Beim Anschauen zeichnet sich ein Grinsen im Gesicht des Betrachters ab, gefolgt von einer nachdenklichen Miene. Beim Cartoon geht es um Komik und Satire gleichermaßen.

Am Samstag wurde die Ausstellung auf dem Lutherplatz in der Innenstadt eröffnet. Es war der Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel „Paradeisen statt Apokalypsen“, einer Reihe der protestantischen Kirche in Kooperation mit dem Ludwigshafener Grünflächenamt, dem Pfälzerwald-Verein, der Volkshochschule und dem Wilhelm-Hack-Museum. Sie dauert bis Juni.

Verantwortlich sind Pfarrerin Susanne Schramm von der Citykirchenarbeit und Religionspädagogin Bärbel Bähr-Kruljac. Sie laden zu Tischgesprächen zu den Themen Ernährung und Mobilität ein, zu Spielrunden, Führungen und Vorträgen, zu Wanderungen zu paradiesischen Orten, Turm-Kino, ungewöhnlichen Gottesdiensten und zu einem Abschlusskonzert auf dem Lutherplatz.

„Den Kopf nicht in den Sand stecken“

„Wir hören nur noch von Krisen und Kriegen. Wir möchten den Klimawandel nicht schönreden, aber wir wollen wieder ins positive Denken kommen, Ideen entwickeln, den Kopf nicht in den Sand stecken und resignieren“, sagt Bärbel Bähr-Kruljac. „Wir wollen ins Gespräch kommen, wie wir weitermachen, uns engagieren können, wieder das Paradiesische in der Welt sehen, anstatt nur noch die Apokalypse zu sehen und zu spüren.“ Die Cartoons auf dem Lutherplatz und am Hackgarten sollen die Passanten anregen, stehen zu bleiben, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu dieser Motivation zitierte Dekan Paul Metzger die Künstlerin Frida Kahlo: „Wenn du einen Menschen zum Lachen bringst, hast du sein Hirn für einen Moment erreicht.“

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Orchester des Wandels, einer Gruppe von Musikern aus der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die sich umweltpolitisch engagiert. Das komplette Programm von „Paradeisen statt Apokalypsen“ ist im Netz unter www.AmLutherplatz.de zu finden.

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