Mannheim Ausstellung „House of Banksy“ wird aufgrund großer Nachfrage verlängert

Solidarität mit der Ukraine zeigte der britische Künstler Banksy mit einer Serie im November 2022 – hier ist die Szene in „House
Solidarität mit der Ukraine zeigte der britische Künstler Banksy mit einer Serie im November 2022 – hier ist die Szene in »House of Banksy« in der Mannheimer Pop-Up-Ausstellung nachgestellt.

Statt shoppen zu gehen, kann man sich auch Denkstoff besorgen: in „House of Banksy“, das einen knackigen Überblick über das Werk des britischen Streetartist Banksy gibt.

Als Europas wohl größte Ausstellung mit Motiven des britischen Künstlers Banksy ist „House of Banksy“ im September eröffnet worden. Nach der Pop-up-Ausstellung „Mystery of Banksy“, die als Produkt der Corona-Zeit durch Deutschland tourte und allein in Heidelberg rund 70.000 Besucher angezogen hat, zeigt die Neuauflage auch neuere Motive: wie die Tänzerin, die in der Ukraine auf den Ruinen zerbombter Häuser einen Handstand macht und vom Widerstandswillen der Bevölkerung kündet. Banksy hatte diese Serie im November 2022 auf Häusergerippe gesprayt.

Der Leerstand der ehemaligen Saturn-Filiale in der Mannheimer Kunststraße N7,6 wurde von Cofo Entertainment in eine Ausstellung verwandelt und eine Auswahl von Banksys Motiven als Kopie von einem künstlerischen Team nachgebildet: zum Beispiel im Stencil-Stil mit Schablonen an die Wände gesprayt. In anderthalb Stunden erhält man einen knallbunten Eindruck von der Vielfalt seiner Werke, Graffiti, Skulpturen, aber auch die Einrichtung eines kompletten „Walled Off“-Hotels in Bethlehem und ein grotesker Freizeitpark Dismaland in England.

So könnte es aussehen, wenn Banksy in der Corona-Zeit „im Homeoffice“ arbeiten muss und sich seine Ratten-Graffiti zu Hause aust
So könnte es aussehen, wenn Banksy in der Corona-Zeit »im Homeoffice« arbeiten muss und sich seine Ratten-Graffiti zu Hause austoben. Bereits in der Vorgängerausstellung »Mystery of Banksy« ist diese Nachbildung eines Badezimmers zu sehen .

Wer sich mit Informationen über Banksys Karriere „druckbetanken“ will, erhält zu Beginn auf einer prall gefüllten Wand einen guten Überblick, wann und wo seine Werke guerillamäßig auf der Welt aufgetaucht sind. Ansonsten sind die Räume weniger didaktisch als unterhaltsam gestaltet: vom bemalten „Elefanten im Raum“, über das nachgebaute U-Bahn-Abteil, das von den punkigen Ratten-Graffiti erobert wird bis hin zum Badezimmer, das ironisch zeigt, welches Chaos Banksys Ratten veranstalten, wenn sich der Künstler wegen Corona statt auf den Straßen „im Homeoffice“ austoben muss.

Aber es sind auch weniger bekannte Details zu entdecken, etwa die wehrhafte Damenhandtasche („Clutch“) in einer Vitrine, die aus einem Backstein samt Lederhenkel besteht: „Perfekt für jemanden, der nicht viel mit sich herumträgt, aber vielleicht jemandem ins Gesicht schlagen muss“, erfunden von Banksy für die Reihe Bruttoinlandsprodukt 2019. Tickets mit Zeitfenstern gibt’s unter www.house-of-banksy.com.

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