Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ausflugslokal Weißes Häus’l: Gastwirt aus Leidenschaft gesucht

Gertrud und Bernd Zaun (hier im Jahr 2016) wollen, dass das „Weiße Häus’l“ wieder eine attraktive gastronomische Adresse wird.
Gertrud und Bernd Zaun (hier im Jahr 2016) wollen, dass das »Weiße Häus’l« wieder eine attraktive gastronomische Adresse wird.

Trotz seiner landschaftlichen Schönheit bleibt der Süden von Ludwigshafen zwischen Kiefweiher und Rhein vorerst weiter eine gastronomische Diaspora.

Seit das Ehepaar Bernd und Gertrud Zaun die renommierte Ausflugsgaststätte „Weißes Häus’l“ aus gesundheitlichen und Altersgründen vor sieben Jahren geschlossen hat, sucht die Familie vergebens nach einem professionellen Pächter. „Wir wollen keinen Döner-Betrieb oder eine Art Schnellrestaurant, wofür es bereits Anfragen gab, denn das würde schon die Historie des Hauses verbieten“, beschreibt Tochter Jeannette das Zögern bei der Weitergabe des Restaurants an einen Nachfolger. „Immerhin haben meine Eltern 35 Jahre lang dafür gesorgt, dass das Weiße Häus’l eine attraktive gastronomische Adresse nicht nur für die Ludwigshafener wurde.“

Das auch optisch nach wie vor blendend weiße Gebäude zwischen Kiefweiher und Rhein benötigt für ein erfolgreiches Weiterleben als Ausflugsgaststätte und Schauplatz größerer privater Veranstaltungen einen Gastwirt „aus Leidenschaft“. Immerhin stehen in dem Haus 45 Plätze im Hauptrestaurant, etwa 100 Plätze im Nebenzimmer und nahezu 300 Sitzgelegenheiten auf einer kleinen Terrasse und im windgeschützten Außenbereich zur Verfügung. Jede Menge Parkplätze gibt es außerdem unmittelbar vor dem Haus und am Rheinufer vor dem Gelände der „Paddlergilde“. In der Vergangenheit war das „Weiße Häus’l“ mit Blick auf das Mannheimer Strandbad vor allem für Radwanderer und Spaziergänger ein beliebtes Ziel.

Einst ein touristischer Renner

Der Rheingönheimer Ortsvorsteher Wilhelm Wissmann (CDU), in dessen Verwaltungsbereich die attraktive Rheinlandschaft gehört, erinnert sich mit Wehmut daran, dass das „Weiße Häus’l“ einst so etwas wie ein touristischer Renner war. „Da hat man in den 50er- und 60er-Jahren oft keinen Platz mehr gefunden, wenn man bei schönem Wetter hinkam.“ Andere wissen heute noch, dass die Rheingönheimer Weizenbierbrauerei einst sogar an Sonntagen per Spezialfahrzeug Nachschub an den Rhein brachte, wenn dort an heißen Sommertagen das Bier knapp wurde. Als die Familie Zaun das Haus übernahm, waren später auch Dutzende farbschöner Koi-Karpfen in einem Bassin am Eingang eine vielbewunderte Attraktion – ebenso wie die von Hausherr Bernd Zaun installierte Hausbrauerei neben dem Biergarten (Telefon-Kontakt: 0170 98666 55).

„Münchner Häusel“ ebenfalls verwaist

Radwanderer und Ausflügler müssen seit Jahresbeginn zudem im Süden von Rheingönheim auf eine weitere gastronomische Einrichtung verzichten: Das „Münchner Häusel“ unterhalb der Deponie an der Kreisstraße nach Altrip hat geschlossen. „Ich finde kein Personal mehr, und außerdem kann ich einen Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde nicht stemmen“, begründet die rumänische Pächterin Daniela Baranda ihren Entschluss, nach zwei erfolgreichen Jahren das Handtuch zu werfen. Sie will in den ersten Monaten des Jahres ihr Augenmerk allenfalls aufs Catering richten, „weil ich da ohne große personelle Probleme auskomme“. Und auch wenn sich eine Gruppe von mindestens acht Personen für die Gaststätte anmeldet, wolle sie mit sich reden lassen (Telefon-Kontakt: 0176 75 009210).

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