Ludwigshafen Aus zwei mach eins
In Rheingönheim hat sich die Bankenlandschaft verändert. „Das ist unser neues Schmuckstück“, erklärte Vorstandsmitglied Elke Rottmüller bei der Eröffnung der modernisierten Geschäftsstelle der Sparkasse Vorderpfalz in der Hauptstraße 250. Mit Schalteröffnung am Montag heißt das Geldinstitut seine Kunden in der über fünf Monate modernisierten Filiale willkommen.
Bis gestern gab es in Rheingönheim 47 Jahre lang zwei Bankfilialen. Ab 1968 leuchteten in der Hauptstraße nur wenige Meter voneinander entfernt, zwei weiße „S“ auf rotem Grund, warben die Kreissparkasse und Stadtsparkasse um Kunden. Nach der Fusion der Institute wird es künftig nur noch eine Filiale geben. Die Wahl des gemeinsamen Standortes sei letztlich einfach gewesen: „Im Haus in der Hauptstraße 218 wären wir zwar ein paar Schritte näher in der Ortsmitte gelegen, aber dafür war unser neues Raumkonzept dort einfach nicht umsetzbar“, erklärte Filialleiter Patrick Haupt. All zu groß sei die Trennung ohnehin nie gewesen. Das habe man bei der Fusion bemerkt, erklärte Rottmüller: „Ein Großteil der Kunden hatte Konten in beiden Häusern.“ „Und jetzt wächst endgültig zusammen, was zusammen gehört“, bemühte Haupt, seit Mai 2014 Leiter beider Filialen, zur Neueröffnung große Worte. Die Filiale in der Hauptstraße 218 schließt, es bleibt das moderne und erweiterte Haus in Nummer 250. „Es gibt nicht mehr „Rheingönheim eins“ und „Rheingönheim zwei“, sondern es gibt nur noch „Rheingönheim“, unterstrich Elke Rottmüller. Neu ist dabei nur das Gebäude mit seinen vier Beratungszimmern und drei offenen Beratungsplätzen, dem Service-Punkt sowie dem SB-Bereich mit zwei Geldautomaten und zwei Selbstbedienungsterminals. „Wir haben zwar ein neues Outfit, aber die alten Mitarbeiter“, umschrieb Rottmüller die Konzentration aller bisher vorhandenen Arbeitsplätze an künftig nur noch einem Standort. „Es ist gut, dass die altbewährten Kundenbetreuer als Ansprechpartner geblieben sind“, freute sich Ortsvorsteherin Julia Appel (SPD). Insgesamt elf Mitarbeiter sind nun in der neuen Filiale beschäftigt. Rund 700.000 Euro hat der im Mai begonnene Umbau gekostet, der reibungslos ablief. Rottmüller: „Wir hatten im Mai für die Eröffnung eigentlich den für die Sparkasse wichtigen 30. Oktober, den ,Weltspartag’, angepeilt. Jetzt sind wir sogar zwei Wochen früher fertig.“ Zugleich Lob und Ansporn für Tim Arnheiter, Geschäftsführer des Generalunternehmers Keipp Elektro-Bau-Technik. „Ich hoffe, dass dies nicht bei künftigen Ausschreibungen berücksichtigt wird“, scherzte er und betonte: „Wo immer möglich, wurden regionale Firmen mit den Arbeiten beauftragt.“ Es wurden rund 5000 Arbeitsstunden abgeleistet. Dadurch wurde die alte Schalterhalle in ein modernes Umfeld für Geldgeschäfte verwandelt. Und Rheingönheim sei ein guter Nährboden für die Sparkasse, die bereits seit 1911, damals noch im eigenständigen Ort, hier vertreten ist, und der bei rund 4000 Konten bei 8000 Einwohnern ganz offensichtlich das Vertrauen der Rheingönheimer gehört. „Das ist zwar eine gute Zahl, aber sie ist auch noch ausbaufähig“, gab Rottmüller Filialleiter Haupt mit auf den Weg. Patrick Haupt begann sogleich mit der Kundenwerbung und verwies auf die sechs Tiefgaragenparkplätze im Haus. Nicht nur deshalb ist der Verwaltungsrat mit Umbau und Zusammenführung der Filialen zufrieden: „Für uns war wichtig, dass wir weiterhin nah am Bürger sind“, sagte Landrat Clemens Körner (CDU) in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Gremiums.