Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Aus Staub genommen: Martin Eckrichs neue Ausstellung im Club Ebene Eins

Sinnliche Menschen-Bilder und erdige Abstraktionen: Martin Eckrichs Werk ist vielseitig und auch christlich inspiriert.
Sinnliche Menschen-Bilder und erdige Abstraktionen: Martin Eckrichs Werk ist vielseitig und auch christlich inspiriert.

„Aus der Erde“ nennt Martin Eckrich seine Ausstellung im Club Ebene Eins. Typisch für den Schifferstadter Künstler ist das Reflektieren über Werden und Vergehen des Menschen als Teil der Natur. Und es gibt eine Verbindung zwischen ihm und den Schöpfern des Goldenen Huts in der Bronzezeit.

Auf dem etwa 3500 Jahre alten Goldenen Hut sind Zeichen und Symbole in das Goldblech gestempelt, die auf einen Sonnenkult deuten. Der Kultgegenstand wurde sorgsam arrangiert in der Erde vergraben, bis er 1835 gefunden und wieder ausgegraben wurde.

In der Kulturscheune in der Burgstraße hat Martin Eckrich ein Werk ausgestellt, das den Goldhut über einem Bild der Milchstraße zeigt, einer kartographischen Darstellung, die Eckrich eingebettet hat in eine künstlerische Darstellung des Kosmos. Der Kultgegenstand beschäftigt Eckrich immer wieder, wenn man sein künstlerisches Schaffen verfolgt. Das währt nun schon 50 Jahre, wie er selbst sagt. Im Februar feierte Eckrich seinen 60. Geburtstag.

Zwischen Materie und Geist

Angefangen habe er am Tisch seiner Mutter, der Keramikerin Liesel Eckrich, mit kleinen Figuren aus Ton. Bis heute arbeitet Eckrich mit dem Material. In der Scheune sind mehrere Köpfe ausgestellt, die Menschen, Ahnen und/oder Heilige sind – die Übergänge sind aus Eckrichs Sicht fließend. Immer wieder thematisiert er den Mensch als Verbindung und Bindeglied von Materie und Geist. Das zeigt die Kombination der Werke, die der Künstler in der Scheune mit Bedacht arrangiert hat: In großformatigen Bildern thematisiert er ein Aufbrechen der Erde, aus der eine schöpferische Kraft aufwärts strebend sich entwickelt. „Von Staub bist du genommen und zum Staub wirst du zurückkehren“, heißt es im Ersten Buch Mose. Eckrich hat Christliche Kunst als Meisterschüler bei Franz Bernhard Weißhaar in München studiert.

Auf den Kopf gestellte Bilder

Auch ein Jesus-Porträt wird in der Ausstellung in der Scheune präsentiert. „Auch Jesus ist den Weg zurück in die Erde in ein Grab gegangen, erst dann ist er auferstanden“, sagt Eckrich. Das Antlitz Jesu ist in dunklen Erdfarben gehalten, fast verschmelzend mit dem Grund. Hier zeigt der Künstler beispielhaft, dass die Erde den Menschen transformiert, seinen Körper und sein Leid aufnimmt und damit sein transzendentes Wesen befreit. Diese Idee zeigt sich in mehreren großformatigen Bildern, in denen das Aufbrechen zu sehen ist. Dazwischen, kleiner und öfter hochformatig zeigt Eckrich Bilder des Menschen. Es sind Porträts und Akte. Die Anordnung soll das Aufstreben verdeutlichen und zugleich der Ausstellung einen Rhythmus geben. Folgt das Auge dem Weg nach oben, entdeckt der Betrachter auch hochgehängte Bilder. Einige zeigen Motive, die Eckrich bei einer Reise nach Australien entdeckt hat. Und einige Australien-Bilder hängen auf den Kopf gestellt, um das „Down Under“ auf der Südhalbkugel anzudeuten.

Familie im Paradies

Die Menschen-Bilder zeigen auch Sexualität und Intimität. Auf einem der Bilder stehen Tonfiguren, die Adam und Eva symbolisieren, das Bild selbst zeigt ein Menschenpaar. „In ihrer Mitte ist nicht die Schlange, sondern ein Kind. Das zusammen ergibt eine Art Paradies“, erklärt der Künstler. Sinnlichkeit und Sexualität sind aus seiner Sicht wesentliche Elemente des Menschseins und zu Unrecht tabuisiert. „Das Erleben von Freude gehört zum Menschen. Letztlich ist das ja auch der Grund, warum ich so viel male – weil es mir Freude macht“, erklärt er.

Die Vielseitigkeit des Künstlers zeigt sich besonders auf seinem Anwesen in der Iggelheimer Straße. Dort öffnet er zum 1. Mai wieder Kunstgarten und Atelier. Im 2000 Quadratmeter großen Garten zeigt Eckrich Skulpturen und Installationen, die Ausstellung dort zeigt einen Querschnitt seines Schaffens von den frühesten Arbeiten als Kind über seine Studienzeit bis hin zu aktuellen Werken. Beeindruckend ist der Garten in seiner Gesamtheit, denn Eckrich hat seine Werke in die Natur integriert. Manche Skulpturen sind direkt aus alten Bäumen gesägt, andere gehen über in Erde oder streben hoch in Baumkronen und Luft. Zur Eröffnung am 1. Mai kommt die Flötistin Rabea Kraft, zu deren Musik Eckrich live malen wird.

Die Ausstellung

Die Ausstellung in der Kulturscheune des Club Ebene Eins in der Burgstraße 23 ist bis zum 5. Mai zu sehen, sonntags 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung über Telefon 06235/98252 (Fam. Atteln). Martin Eckrichs Kunstgarten und Atelier in Schifferstadt, Iggelheimer Straße 54, werden eröffnet am Montag, 1. Mai, 14 Uhr bis 18 Uhr, und sind zu besichtigen Samstag, 6. Mai, 16 bis 21 Uhr, Sonntag, 7. Mai, 14 bis 18 Uhr. Sowie im Juli freitags 18 bis 22 Uhr und im September samstags 14 bis 19 Uhr. Kontakt zum Künstler, E-Mail info@martin-eckrich.de, Webseite: kunst-eckrich.de

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