Fußball Aufstiegsspiele: FG 08 Mutterstadt trifft zu Hause auf Nieder-Olm
Der FG-Gegner hatte sich am Donnerstag in Guntersblum im Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen SV Horchheim mit 2:0 durchgesetzt. „Der Sieg von Nieder-Olm hätte sogar höher ausfallen können. Das ist eine starke Mannschaft, die uns alles abverlangen wird“, sind Spielertrainer Kevin Selzer und der gleichberechtigte Coach Marco Malizia als Augenzeugen des Entscheidungsspiels beeindruckt. Der FSV sei eine physisch unglaublich starke Formation, gepaart mit hoher individueller Klasse. Der Offensivbereich sei mit einigen schnellen, aber auch robusten Akteuren bestückt. Hinzu kämen zwei extrem laufstarke defensive Mittelfeldspieler. „Das werden zwei ganz schwierige Begegnungen, in denen Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden“, prognostiziert Malizia.
Doch auch die Mutterstadter haben eine überzeugende Runde gespielt und sind souverän mit einem Vorsprung von sieben Punkten vor Freinsheim Vizemeister geworden. Die 1:3-Niederlage am letzten Spiel in Freinsheim war bedeutungslos, zumal die Gedanken schon bei der Relegation waren. „Natürlich will man jedes Spiel gewinnen, aber in diesem Fall war das Resultat zweitrangig“, sagt der 30 Jahre alte Selzer und verweist auf Akteure, die beim Pokalfinale in Berlin waren und ausfielen. „Vorher war schon klar, dass wir in der Pause dreimal wechseln und nichts riskieren werden, was eine Verletzung nach sich ziehen könnte“, ergänzt Malizia.
Im Hinspiel vorlegen
Die Schwarz-Weißen wollen im Hinspiel vorlegen und bauen auf ihre Heimstärke. Seit über einem Jahr ist die FG im heimischen Sportpark ungeschlagen und hat in dieser Runde nur das Heimspiel gegen Meister Ludwigshafener SC nicht gewonnen (0:0). „Wir können selbstbewusst in das erste Aufeinandertreffen gehen“, erklärt Malizia. „Jeder kennt die Bedeutung des Spiels und wird sich gut auf das Duell vorbereiten“, fügt Selzer an. Der spielende Coach war zuletzt allerdings stark erkältet und musste das Dienstagstraining sausen lassen. Sein Mitwirken wäre essenziell, nicht nur wegen seiner Persönlichkeit, sondern auch weil er ein gefährlicher Standardschütze ist. In der Rückserie verwandelte er fünf Freistöße direkt. Ansonsten kann die FG personell aus dem Vollen schöpfen.
„In solchen Spielen ist die fußballerische Qualität nicht immer ausschlaggebend, weil die Atmosphäre eine andere ist. Es gilt, einem guten Mix aus Fokussierung und Lockerheit zu finden“, weiß der 36-jährige Malizia. Er selbst ist mit seinem früheren Verein ASV Edigheim in der Relegation einmal an Bockenheim gescheitert, dann aber ein Jahr später gegen Beindersheim aufgestiegen. Selzer verlor sowohl als ganz junger Spieler mit Phönix Schifferstadt als auch später mit dem Oberligisten SC Hauenstein in den Ausscheidungsspielen. Aufgestiegen ist er mit Mechtersheim, allerdings auf direktem Weg.
„Diese Begegnungen verursachen eine andere Gefühlslage, sie sind aufregend und emotional“, verdeutlicht Selzer. Ihn selbst haben die Emotionen kürzlich schon übermannt. „Vor einem Freistoß im Spiel gegen Deidesheim habe ich an meinen verstorbenen Vater gedacht. Als der Ball dann im Tor war, habe ich gejubelt und es sind unvermittelt Tränen geflossen“, berichtet der Coach. Tränen werden in Kürze wohl wieder fließen. Zumindest dann, wenn die Entscheidung über den Landesliga-Aufstieg gefallen ist. In Mutterstadt hofft man, dass es dann Freudentränen sein werden.