Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Aufsteigerduell: Ludwigshafener SC erwartet FG 08 Mutterstadt

 Oliver Himmighöfer (Mitte) und LSC-Spielertrainer Yanick Haag (rechts) im Spiel beim SV Phönix Schifferstadt.
Oliver Himmighöfer (Mitte) und LSC-Spielertrainer Yanick Haag (rechts) im Spiel beim SV Phönix Schifferstadt.

In der Landesliga Ost kommt es am Sonntag, 15 Uhr, zu einem interessanten Aufsteiger-Duell. Der vorjährige Bezirksliga-Titelträger Ludwigshafener SC erwartet Vizemeister FG 08 Mutterstadt, der den Sprung nach oben über die Relegationsspiele schaffte.

Die völlig neu zusammengestellte Mannschaft des LSC, die wieder auf Abwehrchef Peter Hildebrandt bauen kann, tut sich nicht unerwartet sehr schwer. „Es fehlen in allen Bereichen ein paar Prozent, vor allem die Konstanz. Wir brauchen Zeit, zumal wir ein sehr junges Team haben“, sagt Trainer Yanick Haag, der ebenfalls neu beim Traditionsclub aus der Gartenstadt ist. Qualität und Talent seien im Training und teilweise auch im Spiel erkennbar, es hapere aber an der Umsetzung. Der LSC müsse eine gute Mischung finden zwischen sich etwas zuzutrauen oder Zweikämpfe unbedingt gewinnen zu wollen einerseits und einfach zu spielen, um Fehler zu vermeiden auf der anderen Seite. Oder wie Haag in einem Satz zusammenfasst: „Wann gehe ich ins Risiko, wann setzte ich auf Sicherheit?“

Der Coach weiß, dass sich viele seiner Spieler noch an den Männerfußball gewöhnen müssen, was sich bemerkbar macht, wenn die Jungs auf Akteure treffen, die seit zehn Jahren Landesliga oder höher spielen und aufgrund dessen Situationen besser einschätzen können. „Ich muss auch an mir arbeiten. Mitunter bin ich zu streng und ungeduldig“, räumt der ehemalige Profi ein. Der 29-jährige Haag kann auf familiäre Unterstützung setzen. Da ist einmal sein Bruder Patrick, der nach Rückkehr aus dem Urlaub als Führungsspieler gefragt ist. Dann sein Vater Michael, der mit seiner Expertise als früherer Coach seinem Sohn als Co-Trainer mit Rat und Tat zur Seite steht und schließlich Mutter Brigitte, die regelmäßig Kuchen backt, was im Spielerkreis großen Anklang findet.

Mehr Aggressivität gefragt

Das große Plus der Mutterstadter gegenüber dem benachbarten LSC kennt Spielertrainer Kevin Selzer: „Obwohl wir für unsere Verhältnisse im Sommer einen relativ großen Umbruch hatten, sind wir eingespielt, weil die Achse unverändert geblieben ist.“ Dazu haben die Schwarz-Weißen ihren Kader sinnvoll und in allen Mannschaftsteilen verstärkt. Unten den Neuverpflichtungen sind mit den Brüdern Dennis und Kevin Klein auch zwei Akteure, die mit dem sonntäglichen Gegner vor ein paar Monaten Meister geworden und aufgestiegen sind. „Kevin ist allerdings erkrankt und fällt vermutlich aus“, bedauert Selzer. Auch Stürmer Aaron Brodt, der die vergangene Runde fast komplett verpasst hat, fehlt dem Tabellenzehnten weiterhin. Ihm droht eine Meniskusoperation.

„Der LSC ist nicht gut gestartet, steht im letzten Drittel und dürfte nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Deswegen wollen wir das Spiel bestimmen und dominant auftreten“, verdeutlicht der Spielertrainer, der wegen eines Handbruchs selbst nicht mitwirken kann und die ungewohnte Beobachterrolle an der Seitenlinie einnimmt. Dies macht er gemeinsam mit seinem gleichberechtigten Kompagnon Marco Malizia, dessen Urlaub zu Ende geht. Selzer glaubt nicht daran, dass die Partie wieder von der Taktik geprägt sein wird wie in der vorigen Runde, als in beiden Begegnungen kein Tor fiel. Diese Nullnummern zeichneten sich zudem durch extreme Chancenarmut aus. Deshalb wollen die Mutterstadter in den Bereichen Torgefahr und Aggressivität deutlich zulegen.

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