Ludwigshafen
Aufgelesen – Kurioses aus Ludwigshafen
Um ungewöhnliche Spiegelbilder in der Innenstadt und zwei Geschichten über richtig gute Teams geht es heute. Eins davon hat viele Mitarbeiter und macht aus Müll Strom. Das andere arbeitet bei der BASF und ist nur auf sechs Beinen stark.
In den Spiegel schauen
Wer genau hinschaut, entdeckt Ungeahntes. Das gilt auch für die beiden Spiegelbilder, die uns beim Gang durch die Innenstadt aufgefallen sind. Wer derzeit etwa durch die Otto-Stabel-Straße in Richtung Hochstraße läuft, schaut meist nur nach links. Dort fällt der Blick auf die beeindruckende Abrisskulisse des früheren C&A-Gebäudes an der Ecke Wredestraße. Baugeräte fressen sich in Betonwände. Es finden sich immer einige Zuschauer ein. Nichtsahnend guckten uns jedoch rechterhand an einem sonnigen Augustabend die Türme von St. Ludwig auf einem Autospiegel entgegen. Wie gemalt sah das Bild im Abendlicht aus. Ein kleines Kunstwerk im Alltag. Ein Moment zum Stehenbleiben und zum Staunen – darüber, dass die Stadt doch immer wieder ihre versteckten Schönheiten zeigt, ihre Wahrzeichen. Ein solches markantes ist natürlich auch der Rathaus-Turm, dessen Zukunft immer noch unklar ist. Im Spiegelbild einer Sonnenbrille, die am Rathausplatz verkauft wird, ahnt man nichts von den heißen Diskussionen, die hinter den Kulissen um das Bauwerk geführt werden. rxs
An einem Strang ziehen
Im Leben geht vieles nur im Team, wenn also mehrere Akteure an einem Strang ziehen. Das ist von außen nicht immer erkennbar. Da wird zum Beispiel im Fußball der Mittelstürmer für seine Tore gefeiert. Aber ganz vergessen wird, dass ihm der Physio die Muskeln morgens so bearbeitet hat, dass der Spieler überhaupt den Platz betreten konnte. Ein ziemlich origineller Hinweis in Sachen Teamgedanke ist im Verwaltungsgebäude der GML zu sehen. Der Betreiber der Müllverbrennungsanlage an der Bürgermeister-Grünzweig-Straße informiert ja regelmäßig, wie sauber und effizient die Anlage arbeitet. Das ist wichtig, damit die Bewohner sich keine Sorgen machen. Und doch symbolisiert die Mülltonne neben dem Empfangstresen genau das, worum es beim Thema Müll – samt Entsorgung und Verwertung – genau geht. Denn durch das Zusammenspiel von Einsammeln (WBL), Entsorgung (GML) und Weiterverwertung (TWL) wird aus „Dreck“ wieder etwas, was alle brauchen, nämlich Strom und Fernwärme. Alle drei müssen dafür an einem Strang ziehen. Die Müllwerker des WBL sind dabei die ersten in der Kette: Sie sammeln den Müll ein, sorgen so für eine saubere Stadt und bringen den Rohstoff Müll an die Anlage. Dort sorgt die GML als Verantwortlicher bei der Verbrennung dafür, dass der Müll umweltfreundlich entsorgt und aus ihm neue Energie gewonnen wird. Und damit wiederum versorgen die TWL ihre Kunden. Klingt doch sinnvoll. „Ein starkes Team“ – heißt es auf der Tonne. Wir stimmen zu. ax
In dieselbe Richtung gehen
Nur im Team funktioniert auch die Arbeit der Diensthundeführer und ihrer Vierbeiner in der BASF. Ja, richtig – zum Werkschutz des Chemiekonzerns gehört eine 13-köpfige Diensthundestaffel. Eigentlich sind’s 26 Köpfe: 13 Menschen und 13 Hunde. Das jüngste vierbeinige Mitglied ist Argon (auf unserem Bild zu sehen). Der erst 15 Monate alte Deutsche Schäferhund begleitet Diensthundeführer Suat Bargu bei Kontrollgängen in Gebäude und Parkhäuser, wie eine BASF-Sprecherin mitteilt. Bei diesen Rundgängen werde auf Unregelmäßigkeiten geachtet, etwa ob sich verdächtige Personen im Parkhaus aufhalten und ob alle Gebäude ordnungsgemäß verschlossen sind. Doch die Teamarbeit endet nicht an der Werkspforte: Suat Bargu nimmt seinen vierbeinigen Freund auch mit nach Hause, so wie es alle Diensthundeführer machen. Ein wirklich tolles Gespann. rxs