Ludwigshafen
Aufgelesen in Lu: Von wenig paradiesischen Zuständen in der Stadt
Eine ungelöste Kerweplatzfrage in Oppau, ein irreführendes Schild unterhalb der Hochstraße und eine nachdenklich stimmende Aquarium-Aktion in einem Geschäft in Oggersheim beschäftigen uns diesmal in unserer Rubrik.
Trügerischer Anblick
Am Oppauer Ortsrand liegt ein Paradies für Bienchen und Blümchen. Die Natur hat sich das unbewirtschaftete Feld zurückerobert. Das pittoreske Stückchen Land haben sogar schon Radler abgelichtet, die auf dem Rhein-Radweg daran vorbeikamen. Doch der idyllische Anblick trügt. Denn das Gelände stand vor einem Jahr im Mittelpunkt einer heftigen Diskussion in Oppau. Der damalige Ortsvorsteher Udo Scheuermann (SPD) hatte die Idee, dort einen neuen Kerweplatz zu bauen – in Kombination mit der BASF, die das Areal den Rest des Jahres hätte als Parkplatz nutzen können. Dagegen regte sich massiver Protest, Unterschriften wurden gesammelt. Das Projekt wurde nach emotionaler Debatte erst einmal fallengelassen. Nun muss sich der neue Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) mit der Kerweplatzfrage beschäftigen. Entschieden ist noch nichts. Wann das Thema wieder auf der Tagesordnung landet, ist momentan ungewiss. Allerdings stimmt es manche Oppauer nachdenklich, dass der einstige Maisacker derzeit nicht mehr bewirtschaftet ist „Meines Wissens nach gibt es weder zum Maisacker noch zum Thema Kerweplatz etwas Neues“, sagt dazu Ortsvorsteher Meier.
Seltsamer Korridor
Der Messplatz – unendliche Weiten ... Halt, nicht ganz. Während man auf dem größten Teil der Fläche parken kann, ist der Bereich unter der Hochstraße mit Bauzäunen abgesperrt. Die ganze Fläche ist zu. Nein, nicht ganz. Da ist eine Lücke im Zaun. Eine Art Korridor – und der führt wohin? Genau, zum Kassenautomaten. Diese Entdeckung war einer der vielen skurrilen Momente bei der Führung „Zurück zum Beton“, die Helmut van der Buchholz unternommen hat. Unter den gut 50 Teilnehmern wurde gelacht und gewitzelt: Parken darf man hier unter der Hochstraße nicht, zum Kassenautomat geht man ungeschützt. Fehlt da ein Schild „Bezahlen nur mit Helm“? Was wird, wenn dem brav zahlungswilligen Bürger ein Stein auf den Kopf fällt? Wird er vor der Zahlung getroffen, verlängert sich die Parkzeit. Haftet dann die Stadt? Wird er danach niedergestreckt, läuft das bezahlte Ticket ab? Normalerweise muss man ja in einer bestimmten Zeit nach dem Bezahlen das Ticket an der Schranke einstecken. Oder gibt es als Entschädigung für Geschädigte freies Parken in der ganzen Stadt?
Mahnende Installation
Plastikfolien in Riffgestein verkeilt, im Wasser herumtreibende Kunststofffäden und Einwegflaschen auf dem Meeresgrund: Einen kleinen, aber sehr eindrucksvollen Einblick in die Verschmutzung der Ozeane bietet den Besuchern und Kunden momentan ein Miniaturaquarium in der Oggersheimer Filiale des Kölle-Zoos. „Bitte schützen Sie die Meere“ mahnt ein Schild über der Installation, die ein Verkäufer schon vor drei, vier Jahren kreiert hatte. Aufgrund der weiterhin großen Plastikmengen, die in den Weltmeeren landen, wurde das Becken jetzt wieder reaktiviert. Es ist das einzige seiner Art in Deutschland. Nur einen Katzensprung entfernt schwimmen als Antithese dazu viele Anemonenfische (den meisten wohl eher als „Nemo“ bekannt) und ein Paletten-Doktorfisch („Dorie“) munter in ihren Aquarien. Sie und die große bunte Vielfalt des dort schwimmenden oder krabbelnden Meeresgetiers (das teilweise inzwischen auch aus Nachzuchten und nicht mehr aus der Natur stammt) zeigen in Oggersheim auf, was die Menschheit verliert – wenn sie so weitermacht wie bisher.