Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Aufgelesen in Lu: Kurioses aus der Stadt, die Bilder und Geschichten dazu

Ein eingezäunter Spielplatz am Rheinufer. Foto: mix
Ein eingezäunter Spielplatz am Rheinufer.

Ein herzliches Graffito, ein abgesperrtes Areal und zwei seltsame Schilder sind uns zuletzt im Stadtgebiet aufgefallen. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, findet in den folgenden Zeilen die Geschichten zu den jeweiligen Bildern.

Ein Herz für die Pfingstweide

Die Pfingstweide wurde Ende der 1960er auf einem freien Gelände nördlich von Edigheim gebaut. Damals herrschte großer Bedarf an neuem Wohnraum. Deshalb beschloss der Stadtrat, auf der ehemaligen Viehweide im Norden Stadt eine Wohnsiedlung zu bauen. Das Gemeinschaftsprojekt der Wohnbaugesellschaften GAG (Stadt) und Luwoge (BASF) startete 1967 mit dem ersten Spatenstich. Die Planung des neuen Stadtteils lag in den Händen des Frankfurter Architekten Albert Speer junior. Er baute gestaffelt in die Höhe. Im Zentrum wurden Hochhäuser mit bis zu 17 Geschossen errichtet, um die sich dann kleinere Hochbauten sowie Einfamilienhäuser gruppierten. So entstand eine Art Pyramidenform – aus der Luft betrachtet. Bis 1970 entstanden in der Pfingstweide etwa 1200 Wohnungen, bis 1980 etwa 2800. Vor allem viele Aniliner zogen in den neuen Stadtteil. Die Trabantenstadt galt anfangs als hochmodern. Doch wie das mit dem Zeitgeist so ist, irgendwann ließ die Strahlkraft und Attraktivität nach. Die Pfingstweide bekam ein Imageproblem. Die Luwoge riss nach der Jahrtausendwende die großen Hochhäuser ab und es entwickelte sich eine neue Mitte für die Pfingstweide, mit einem Ärztehaus und Reihenhäusern. Viele der aktuell knapp 6000 Einwohner leben schon sehr lange in der Pfingstweide und fühlen sich eigentlich ziemlich wohl dort. Und so gesehen, ist es wohl wenig verwunderlich, dass jemand seine Liebe zur Pfingstweide öffentlich dokumentiert hat. Mit einer Sprühdose wurde der Name des Stadtteils nebst einem Herzchen in Goldfarbe in Sichtweise des Rathauses auf eine Mauer in der Passage zwischen Ludwigsplatz und Rathausplatz aufgesprüht. Eine illegale Liebeserklärung flankiert von allerlei Schmierereien.

Ein neuer Spielplatz und ein Zaun

Mit großem Brimborium ist Anfang Mai ein neuer Spielplatz am Rhein eingeweiht worden. „Hier öffnet sich Ludwigshafen zum Rhein“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) bei der Eröffnung des Spielplatzes und eines kleinen gepflasterten Platzes mit ein paar Metallbänken nebenan. Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) unterstrich die Aussage seiner Chefin mit eindrucksvollen Zahlen. Rund eine Million Euro sei in den vergangenen Jahren in die Uferpromenade investiert worden. Der eher etwas unscheinbare Spielplatz sei Teil des Stadtumbauprojekts „Drei Städte – drei Plätze“. Dann war die Feierstunde vorüber. Und am Lichtenberger Ufer warten seitdem ein Schaukelgerüst, eine Rutsche, eine Wippe, ein Balanciergerät und eine geschwungene Sitzbank auf Kinder und ihre Eltern. Doch ein Bauzaun verhindert, dass der Spielplatz von ihnen genutzt werden kann. Der Zaun war eigens für die Feierstunde entfernt und danach wieder aufgebaut worden. Und so bleibt der Spielplatz verwaist. „Der Bauzaun steht noch wegen des Rasens“, erklärt eine Rathaus-Sprecherin auf Anfrage. Zum Zeitpunkt der Eröffnungsfeier sei der Rasen noch nicht angewachsen. Und wegen der derzeitigen Witterungsverhältnisse (Hitze und Trockenheit) brauche der Rasen mehrere Wochen, bis er belastungsfähig sei. So lange könne der Spielplatz nicht in Betrieb genommen werden. Hoffen wir mal, dass der Rasen irgendwann in naher Zukunft angewachsen sein wird – und nicht erst im Herbst, wenn’s wieder regnet. Denn ein Spielplatz ohne Kinder ist ein trauriger Anblick.

Billiger tanken

Etwas ratlos lässt einen ein Schild an einer Tankstelle in der Frankenthaler Straße in West zurück. Denn dort steht: „Billig tanken in Mannheim“. Sollen die Kunden etwa in die Arme der Konkurrenz auf der anderen Rheinseite getrieben werden? Oder ist das Schild ein Überbleibsel? Wir wissen es nicht, empfehlen Sparfüchsen aber erst einmal auszurechnen, wie lange sie mit dem Auto über die Rheinbrücken nach Mannheim brauchen und ob sich angesichts des Spritverbrauchs der Ausflug zum Tanken in die Nachbarstadt tatsächlich rechnet.

Sicherer sitzen

Ganz und gar nicht ratlos hinterlässt einen ein Schild im Biergarten an der Blies. „Achtung. Es regnet Raupen vom Baum“ ist darauf zu lesen. Adressiert ist es an alle Gäste, die auf den Bierbänken und Tischen unterhalb des wilden Kirschbaums Platz nehmen: Damit keine Maden in der Suppe, im Salat oder im Ausschnitt landen. Denn der Baum trägt gerade Früchte, an denen sich die Viecher sattfressen – und manchmal eben herunterpurzeln, was – wie geschildert – unappetitliche Folgen haben kann. Ansonsten läuft im Naturbad alles rund. Wegen der Hitzewelle strömten am vorvergangenen Sonntag rund 4000 Besucher (Kinder nicht einberechnet) an die Badestelle, wie Hans-Jürgen Beringer berichtet. „Es lief gut an.“ Der 60-Jährige ist in der dritten Saison Vorsitzender des Fördervereins, gehört seit fünf Jahren dem Vorstand an und vermeldet eine gute Nachricht: Die neuen Umkleidekabinen, acht an der Zahl, sind seit dieser Woche fertig. Darin kann man sich ganz gemütlich umziehen – ohne dass die Gefahr besteht, dass einem da ein Tierchen auf das Haupthaar oder den Rücken fällt. Ungebetene Gäste kann man sich übrigens vom Hals halten, in dem man die Türen von innen verriegelt. Ein Schild, auf dem dieser Hinweis vermerkt ist, wurde bisher noch nicht vermisst ...

Ein Herz für die Pfingstweide auf einer Mauer. Foto: mix
Ein Herz für die Pfingstweide auf einer Mauer.
Ein Warnschild im Blies bad. Foto: ier
Ein Warnschild im Blies bad.
Eine merkwürdige Reklame an einer Tankstelle in LU. Foto: KUNZ
Eine merkwürdige Reklame an einer Tankstelle in LU.
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