Ludwigshafen „Auf einmal geht es nicht mehr weiter“

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„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche in der Stadt unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir in Oppau Susanne Hammer getroffen. Die 41-Jährige kommt aus Mannheim, ist überzeugte Radfahrerin und Technische Angestellte bei der BASF.

Guten Tag, wir suchen nach einem Gesprächspartner für ein Interview.

Was wollen Sie denn wissen? Das hängt von Ihnen ab. Worüber sollen wir denn sprechen? Ich ärgere mich regelmäßig über die Radwegsituation in Ludwigshafen. Ich fahre täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit, aber die Situation in der Carl-Bosch-Straße und Brunckstraße ist für Fahrradfahrer eine echte Katastrophe! Naja, es ist halt eine Baustelle. Schon, aber es muss doch auch Umleitungen für Fahrradfahrer geben. Da gibt es aber nichts. Es ist mir jetzt schon mehrmals passiert, dass ich gefahren bin und es auf einmal einfach nicht mehr weiterging. Außerdem kann man sich nie darauf verlassen, dass der Weg, der gestern noch geklappt hat, auch heute noch funktioniert. Die Verkehrsführung ändert sich praktisch täglich, je nachdem, an welchem Bauabschnitt gerade gearbeitet wird. Wie lange sind Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit unterwegs? So etwa zwischen 30 und 35 Minuten. Und das Auto ist für Sie keine Alternative? Im Moment ganz sicher nicht. Damit brauche ich zwar im günstigsten Fall nur rund 20 Minuten. Aber bei der aktuellen Verkehrslage brauche ich schon viel Glück, um wenigstens so schnell zu sein wie mit dem Fahrrad. Und mit der Straßenbahn dauert es von mir aus Neuhermsheim mittlerweile knapp eine Stunde, seit sie aus dem Süden nicht mehr bis Oppau durchfährt, sondern ich am Hauptbahnhof in Mannheim umsteigen muss. Das Fahrrad ist also die schnellste Variante, auch wenn der Verkehr auf den Radwegen ebenfalls stark zugenommen hat. Mit dem Fahrrad kommen Sie bestimmt auch am BASF-Tor 2 vorbei mit dem formschönen Haltegriff an der Ampel, den einst Ernst Merkel, damals noch als Ludwigshafener Baudezernent, eingeweiht hat. Stimmt. Daran habe ich mich sogar schon selbst festgehalten. So richtig hat sich mir aber noch nicht erschlossen, warum es diesen Griff gibt. Normalerweise halte ich mich einfach an der Ampel fest. Bekommen Sie, außer der Fahrt zur Arbeit, auch sonst noch etwas von Ludwigshafen mit? Eigentlich nicht. Eine Chance auf einen idyllischeren Weg zum Werksteil in Oppau gibt es von Mannheim aus leider ebenfalls nicht. Ich muss da also einfach nur durch. Ist denn die Situation für Radfahrer in der Nachbarstadt Mannheim eigentlich besser? Nein, auch nicht. Ich komme zum Beispiel auch bei der ehemaligen Post am Hauptbahnhof vorbei. Da hat irgendwann auch der Radweg einfach aufgehört, und man musste auf die andere Straßenseite und einen wesentlich schmaleren Radweg in beide Richtungen befahren. Mittlerweile ist stadtauswärts immerhin ein Ersatzradweg auf der Straße eingezeichnet, aber wirklich sicher fühle ich mich da auch nicht.

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