Ludwigshafen Auf die Wiederholung kommt es an

«Frankenthal.» Einmal mit einem ehemaligen Tennisprofi ein paar Bälle schlagen – diese Möglichkeit hatten am Samstag die Teilnehmer des Wilson-Junior-Race-Masters auf der Anlage des TC Grün-Weiss Frankenthal. Patrik Kühnen, dreimaliger Gewinner des Davis-Cups mit der deutschen Mannschaft, war auf der Anlage.
Wer Patrik Kühnen noch aus seiner aktiven Zeit aus dem Fernsehen kannte, der hatte am Samstag keine Probleme, ihn wiederzuerkennen. Auch wenn er erst mal ohne Tennisdress auf der Anlage erschien. Klar, die Haare sind ein klein wenig grauer. Aber Kühnen wirkt mit seinen mittlerweile 51 Jahren immer noch durchtrainiert und fit. Zweimal pro Woche steht er nach eigener Aussage noch auf dem Platz. In Frankenthal war er als Repräsentant des Namenssponsors der Turnierserie. Die Firma hatte ihr Schlägersortiment da. Die Kinder – und wer sonst noch Lust hatte – hatten Gelegenheit, das neue Material zu testen. Denn auch im Tennis kommt’s auf die richtige Ausstattung, sprich: den richtigen Schläger in der Hand, an. „Wichtig ist, dass sich die Spieler auf neues Material einlassen“, erklärt Kühnen. Auf ein gutes Feedback komme es an, der Treffpunkt des Balls müsse stimmen. Zwei oder drei Nachwuchscracks dürfen jeweils mit dem ehemaligen Wimbledon-Viertelfinalisten auf den Platz. Die Einheiten dauern rund 30 Minuten. „In die 30 Minuten bekomme ich keine zehn Übungen“, erläutert Patrik Kühnen. Drei, vier Übungen werden es am Ende jeweils pro Gruppe sein. Kühnen kommt es eher auf die entsprechende Anzahl an Wiederholungen an, wie er sagt. Nur dann sei es effektiv. Die Übungen sind einfach gehalten. „Es gibt einige Dinge, die in jeder Klasse funktionieren“, meint Patrik Kühnen. Die beiden Jungs, die als erstes mit dem Ex-Profi auf den Platz gehen, sind zunächst noch etwas nervös. Oder vielleicht ist es auch das ungewohnte Material. Jedenfalls landen die ersten Bälle noch nicht innerhalb der weißen Linien. Vorhand, Rückhand, alles nach Kühnens Anweisungen. Die Tribüne an Platz eins auf der Anlage des TC Grün-Weiss Frankenthal füllt sich zusehends. Jeder will schauen, was Kühnen denn so macht. Und vielleicht kann man ja noch was fürs eigene Spiel abschauen. Die zwei Jungs haben sich inzwischen warmgespielt. Ob sie überhaupt wissen, wer ihnen die Bälle zuspielt? Kühnen jedenfalls nimmt’s locker. „Die Eltern kennen mich vielleicht noch“, sagt er und lächelt. „Aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass es den Leuten Spaß macht.“ Den haben die Kinder auf dem Platz ohne Zweifel. Einer verzieht den Schlag so, dass er Kühnen trifft. Macht nix. Der 51 Jahre alte Ex-Profi steckt das locker weg. Die Bälle einsammeln gehört dann auch zur Trainingseinheit. Die kleine Unterbrechung nutzen die Jungs, um zu einem anderen Schläger und auch zu einer anderen Bespannungshärte zu greifen. Der Materialtest läuft schon wie bei den Profis. Und natürlich nimmt sich Patrik Kühnen, der mit seinem Coach Helmut Lüthy aus Lampertheim gekommen ist, Zeit für das eine oder andere Erinnerungsfoto.