Ludwigshafen Arztdichte von 110 Prozent

Die Verwaltung bewertet die medizinische Versorgung in Ludwigshafen aktuell als „sehr gut“. Dies geht aus der Antwort auf eine SPD-Anfrage im Stadtrat hervor.
In der Anfrage hatten die Sozialdemokraten die Verwaltung um eine Bewertung der medizinischen Situation in Ludwigshafen gebeten. Zudem wollten sie wissen, wie die Stadt die Schaffung weiterer medizinischer Versorgungszentren bewertet. In der schriftlichen Stellungnahme betont die Verwaltung zunächst, dass sie keinen Einfluss auf die Anzahl der Ärzte und ihre Verteilung im Stadtgebiet habe. Dies sei Sache der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und der Landesverbände der Krankenkassen. Recherchen bei der KV hätten jedoch ergeben, dass es derzeit in Ludwigshafen in 20 von 23 Fachgruppen eine Überversorgung an Medizinern gebe. Die Arztdichte habe aktuell einen Wert von 110 Prozent. Somit gelte ein Zulassungsstopp, schreibt die Verwaltung. Ärzte und Physiotherapeuten könnten sich also nur niederlassen, wenn eine bestehende Praxis eines Fachbereichs frei wird. Aktuell liegen der Stadt keine Anfragen für neue Ärztehäuser vor. Umgesetzt seien solche Zentren in der Leininger Straße, am Hans-Wolf-Platz und in der Yorckstraße. In Oppau und Edigheim gebe es den politischen Wunsch nach einem Ärztehaus. Hier arbeite die Verwaltung mit den Politikern des Stadtteils zusammen, um einen geeigneten Standort zu finden. Der sozialpolitische Sprecher der CDU, Peter Uebel, findet, dass die SPD mit ihrer Anfrage zu kurz greift: Durch das Bereitstellen von Ärztehäusern könne nicht das Problem der drohenden Ärzteunterversorgung gelöst werden. Bis 2020 werde fast die Hälfte der rund 100 Ludwigshafener Hausärzte in Rente gehen, mahnt Uebel, der selbst Internist ist. Man müsse daher grundsätzlich Mediziner dafür begeistern, sich als Hausarzt niederlassen zu wollen. Die Verwaltung könne Kooperationsbemühungen nur begleiten. Der Wunsch dazu müsse aus der Ärzteschaft kommen. |ax