Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia startet gegen Ahrweiler in die Abstiegsrunde der Oberliga

Enorme Geschwindigkeit zählt zu den Vorzügen von Arminias Verteidiger Rik Hiemeleers (links).
Enorme Geschwindigkeit zählt zu den Vorzügen von Arminias Verteidiger Rik Hiemeleers (links).

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat den Sprung in die Aufstiegsrunde nicht geschafft. Deshalb startet die Mannschaft am Samstag, 15.30 Uhr, mit einem Heimspiel gegen Neuling Ahrweiler BC in die Abstiegsrunde. Dabei kann ein Arminia-Spieler etwas schaffen, was ihm seit vier Jahren nicht mehr gelungen ist.

Egal mit wem man beim FC Arminia über Rik Hiemeleers spricht, es dauert nicht lange, dann fällt eine Vokabel: Mentalität oder gar Mentalitätsmonster. Was furchterregend klingt, beschreibt das Auftreten des Rechtsverteidigers. „Rik scheut keinen Zweikampf, und wenn er fit ist, ist schwer an ihm vorbeizukommen“, sagt Trainer Andreas Brill. Er habe eine super Einstellung, sei sehr emotional und könne eine Mannschaft mitreißen.

Unvergessen bleibt eine Aktion in einem Heimspiel vor einigen Jahren. Nach eigenem Eckball, der nichts einbrachte, lief die Arminia in Unterzahl in einen Konter. Ein Gegentor drohte, doch dann schaltete Hiemeleers den Turbo ein, holte den Ballführenden noch ein und bereinigte die Situation. Eine sensationelle Rettungstat.

Lange Krankenakte

Aktuell ist der Sohn einer Deutschen und eines Belgiers in guter Form und stabil. „Ich habe die komplette Vorbereitung mitgemacht und fühle mich gut“, erklärt Hiemeleers. Das war nicht immer so. Drei Knieoperationen, eine Kiefer-OP, ein Finger- und ein Nasenbeinbruch sowie eine Fehlstellung des Hüftgelenks stehen in seiner Krankenakte. Deswegen stand der 28-jährige Abwehrspieler oft nicht zur Verfügung. Erlebt er am Samstag den Anpfiff auf dem Platz, dann steht er zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2019 viermal in Folge in der Startformation. Mit seinem Tempo und seiner Dynamik ist er ganz wichtiger Akteur im Team des FCA.

Den Begriff Führungsspieler untermauert der Mann mit der Rückennummer 5, der in der Jugend das Trikot der TSG Hoffenheim trug, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Kabine. „Da ergreift Rik regelmäßig das Wort. Er übt konstruktive Kritik, kann aber auch gut motivieren und aufbauen“, betont Brill. Der beidfüßige Außenverteidiger, dem – auch positionsbedingt – die Torgefährlichkeit etwas abgeht, schnupperte einst bei Wormatia Worms Regionalligaluft. Dass der gebürtige Bergisch-Gladbacher die Rheingönheimer irgendwann verlässt, ist auszuschließen. „Ich gehe zu keinem anderen Verein mehr und beende bei der Arminia meine Laufbahn“, versicherte Hiemeleers schon vor einem Jahr.

Das liegt sicher auch an seiner beruflichen Situation. Der Unternehmer führt mit seinen beiden jüngeren Brüdern Nik und Tim einen Zweig des Familienunternehmens. Zuvor arbeitete er in einem Großhandelsbetrieb für Fisch, Fleisch und Geflügel, den sein Vater leitet. Rik selbst hat sich auf asiatische Lebensmittel spezialisiert. „Wir beliefern die Gastronomie und Asia-Märkte beispielsweise mit thailändischem Reis, vietnamesischen Garnelen oder Nudeln aus China“, informiert der 28-Jährige. Hiemeelers ist unter anderem für den Ein- und Verkauf zuständig, besucht Bestandskunden und akquiriert neue. Täglich sind sechs Lkws unterwegs, das Einzugsgebiet der Firma reicht von Stuttgart bis Frankfurt.

Gutes Punktepolster

„Natürlich ärgert es uns, dass wir die Aufstiegsrunde verpasst haben, auch weil nur ein Punkt gefehlt hat. Wir hätten lieber gegen TuS Koblenz als gegen Eisbachtal gespielt“, sagt Hiemeleers und ärgert sich über die späten Gegentreffer gegen Auersmacher und in Pirmasens. Er rechnet damit, „dass es eine körperlich anspruchsvolle“ Abstiegsrunde geben wird, in der die Arminia schon noch den einen oder anderen Punkt holen müsse. Und ein bisschen gehe der Blick auch schon zum Mittwoch, wenn das Pokalhalbfinale gegen Regionalligist Wormatia Worms als bisheriger Saisonhöhepunkt ansteht.

So sieht es auch der Coach, der aber den Fokus zunächst auf die Partie gegen Aufsteiger Ahrweiler lenkt, der in der Nordstaffel Achter wurde. „Wir müssen die Spiele mit der nötigen Seriosität angehen und möglichst bald den Ligaverbleib rechnerisch perfekt machen“, fordert Brill. Sechs, im ungünstigsten Fall acht Teams werden den Gang in Verbandsliga antreten müssen. Die Arminia hat vor den zwölf Begegnungen ein Punktepolster von 15 Zählern auf Rang fünf. Ziel sei es, diese Runde als Tabellenerster zu beenden. Da passt es gut, dass sich der Kader wieder füllt, weil etliche erkrankte und verletzte Akteure ins Training zurückgekehrt sind.

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