Fußball
Arminia Ludwigshafen unterliegt SV Gonsenheim 1:3
Direkt nach dem Abpfiff des guten Unparteiischen Fabian Mohr war Aufbauarbeit angesagt. Trainer Chris Chorrosch und Sportchef Markus Impertro sprachen zur Mannschaft. Der Tenor ihrer Worte: Man habe nach der Pause gegen den neuen Tabellendritten das Spiel bestimmt, sich aber für den großen Aufwand nicht belohnt. Ein Dauerbrenner in den vergangenen Wochen. Die Arminia hat in der Liga die wenigsten Tore geschossen und bringt sich so selbst in die Bredouille. „Ein Beleg dafür ist, dass wir in der zweiten Halbzeit das klar bessere Team waren, die Partie drehen können, am Ende aber mit leeren Händen dastehen, weil uns die Effektivität fehlt“, verdeutlicht der Coach.
Rizvanovic grätscht
Zum Spiel gehörten aber auch die ersten 39 Minuten, in denen die Arminia zu abwartend und ohne Durchschlagskraft auftrat. Gonsenheim, das ballsicher und mit vielen Positionswechseln agierte, hatte diese von Chorrosch bemängelte Effizienz. Bei der ersten Gelegenheit der Gäste verhinderte Mittelstürmer Adnan Rizvanovic am eigenen Torraum mit einer grandiosen Grätsche den Rückstand. Doch der folgende Eckball führte zur Gästeführung, weil Nokouri Hangatta völlig unbehelligt abstauben konnte (20.). Das 2:0 des SVG war hingegen super herausgespielt. Die Flanke von Max Klein legte Jan Vogel mit der Brust ab, und Dorin Cucchiara traf von der Strafraumgrenze sehenswert in den Winkel (28.).
Das Blatt wendete sich, als der starke Giuliano Cultrera (22) mit einem herrlichen Solo erstmals Gefahr für die Gäste heraufbeschwor (40.). „Ich wollte vor der Pause noch etwas bewegen“, erklärt der Übungsleiter den zweifachen Wechsel kurz danach, mit dem eine Umstellung auf eine Doppelspitze und offensive Außen, also ein 4-2-4-System einherging. Nach einem Foul an Noah Maier gab es Elfmeter, mit dem Wal Fall aber an Torwart Paul Simon scheiterte (45.+2).
Maier ans Lattenkreuz
Im zweiten Anschnitt trat die Arminia viel mutiger als zuvor auf, zeigte eine hohe Laufbereitschaft und gefiel mit gutem Flügelspiel. Vor allem über die rechte Seite bereiteten die Gastgeber Gonsenheim große Probleme. Cultrera und Nathaniel Esslinger, die beide eins ihrer besten Spiele für den FCA ablieferten, rissen die mittlerweile auf Fünferkette umgestellte Abwehr der Rheinhessen immer wieder auf. „Unser Zusammenspiel klappt immer besser, wir tauschen auch mal die Positionen“, sagt Cultrera. Er bereitete die Großchancen für Rizvanovic (53.), der die Kugel nicht am Torwart vorbeibrachte, und Maier, der das Lattenkreuz traf (60.), mustergültig vor. Es waren die zwei klarsten von mehreren guten Möglichkeiten.
„Wir harmonieren gut und verstehen uns auch außerhalb des Platzes prima“, betont der 28-jährige Esslinger, der den zweiten ebenso unstrittigen Foulelfmeter so kommentierte: „Der Gegenspieler umklammert mich und reißt mich zu Boden.“ Doch auch diesen Strafstoß von Steffen Straub (80.) wehrte Simon ab, war jedoch beim Nachschuss Straubs machtlos. „Die Mannschaft hat alles versucht, aber der verdiente Lohn blieb aus“, ärgerte sich Chorrosch, der in der Endphase noch einen Stürmer für einen Verteidiger brachte und auf eine Dreierabwehr umstellte. In der Nachspielzeit lief der FCA in einen Konter. Nach einem Foul von Torwart Robin Schneider verwandelte Abdellatif El Mahaoui den Elfmeter zum 3:1.