Fußball
Arminia Ludwigshafen trauert verpasstem Pokalfinale nach
Im Kabinengang des Südweststadions ist es ruhig geworden. Das Spiel der Arminia Ludwigshafen gegen Wormatia Worms ist seit gut 15 Minuten beendet. Als einer der letzten Arminen Spieler sucht sich dann auch Aleksander Biedermann seinen Weg in die Kabine des Oberligisten. Seinen Kopf gen Boden gesenkt, trabt der Stürmer Richtung Umkleide. Wahrscheinlich ist er in Gedanken noch immer bei seiner Chance kurz vor dem Ende der Partie. Perfekt angespielt von Arminen-Kapitän Nico Pantano, setzte der ehemalige Wormser den Ball am leeren Tor vorbei. Vorwürfe seiner Mitspieler gab es dennoch keine.
„Das kann jedem passieren. Das hat wenig mit Können zu tun. Das ist eher großes Pech“, glaubt Pantano. Der Spielmacher war, wie auch sein Trainer Andreas Brill, niedergeschlagen. So weit weg war das Finale für die Gastgeber nämlich nicht, auch wenn der Regionalligist mehr vom Spiel hatte und verdient in Führung ging. Der eingewechselte Alexander Shehada besorgte das 1:0 für Worms in der 19. Minute. Doch postwendend glich Pantano mit dem ersten Abschluss auf das Tor aus (24.). Geändert hatte der Treffer aber nichts am Geschehen auf dem Platz.
Arminia auch mit Glück
„Es war klar, dass wir gegen einen Regionalligisten in einem K.o.-Spiel tiefer stehen werden und nicht das Spiel machen“, sagte Arminen-Coach Brill nach Spielende. Die Konsequenz war der erneute Führungstreffer der Gäste durch einen Freistoßtreffer von Sandro Loechelt (55.). Die Arminia wurde offensiver, ließ aber defensiv mehr zu und hatte Glück, dass Worms-Stürmer Nils Fischer nicht seinen besten Tag erwischte und über das leere Tor schoss (78.). Die Chance war also noch da für die Gastgeber. Doch ein weiterer Treffer sollte an diesem Abend nicht mehr fallen. „Wir hatten das eine oder andere Mal Glück, aber vorne hat es uns auch an Kaltschnäuzigkeit gefehlt“, haderte Pantano.
Dessen Team kam zum zweiten Mal in Serie ins Halbfinale. Auf dieses Déjà-vu hätten die Ludwigshafener gerne verzichtet. „Dafür können wir uns nix kaufen. Aber es ist schon eine Bestätigung für uns. Das ist gut, aber die Jungs hätten sich den Einzug ins Finale verdient“, sagte Brill. Vielleicht sind in der kommenden Spielzeit aller guten Dinge drei und die Arminia darf vor großem (Fernseh-)Publikum im Finale antreten. Doch bis es so weit kommen könnte, haben Pantano und Co. noch einige Spiele zu absolvieren – und zwar in der Abstiegsrunde.
Samstag bei Kirchberg
Für die Verantwortlichen und Spieler wird es also ein langes Auslaufen der Saison. Dabei hat die Arminia ob der vielen Punkte Vorsprung realistisch gesehen, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. „Es werden schwierige Spiele. Bei den meisten Mannschaft geht es noch um etwas. Sie wollen alle nicht absteigen“, macht Pantano klar. Bereits am Samstag (15.30 Uhr) geht es für ihn und seine Teamkollegen in der Abstiegsrunde im Gastspiel beim TuS Kirchberg weiter. Doch wie einfach wird es für die Arminia, sich auf diese Begegnung vorzubereiten? „Nach diesem Niederschlag heute, müssen wir uns schnell wieder sammeln und dann die Leistung in der Liga auf den Platz kriegen“, fordert Pantano und spricht von einer „Charaktersache“.