Fußball
Arminia Ludwigshafen: Trainer Chris Chorrosch und sein Dreijahresplan
„Was ich bei der Arminia vorgefunden habe, ist absolut in Ordnung. Die Trainingsbedingungen sind gut, wir haben einen festen Physiotherapeuten und fahren in einem großen Bus zu den Auswärtsspielen“, sagt Chris Chorrosch, seit dieser Runde Trainer des Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen. Die Trainingsbeteiligung sei in der Vorbereitung prima gewesen, alle hätten Spaß in den Übungseinheiten, in denen die Akteure gefordert würden. „In Verein und Mannschaft gibt es tolle Charaktere, die einem das Arbeiten leicht machen“, ergänzt der Übungsleiter, dem auf dem Papier ein 25-köpfiger Kader zur Verfügung steht. Der ist jedoch wegen der Kreuzbandrisse von Björn Weisenborn und Lukas Hartlieb auf 23 Spieler geschrumpft.
„Das wird es kommende Saison nicht geben“
Einschränkungen macht der Coach beim Stellenwert, den der Fußball seiner Meinung bei allen haben müsste: „Urlaube oder private Termine während der Saison in dieser Vielzahl habe ich bei einem Oberligaklub nicht erwartet. Das wird es in der kommenden Saison so definitiv nicht mehr geben.“ In den vergangenen Partien waren die Möglichkeiten mit Einwechslungen auf das zu reagieren, was sich auf dem Spielfeld tut, doch sehr eingeschränkt. Der Spieltagskader ist schon geraume Zeit viel zu dünn. Das liegt auch an vielen Verletzungen, wie beispielsweise die Schambeinentzündungen von Rik Hiemeleers und Bastian Hommrich, der bald wieder ein Thema werden könnte.
So schlagen sich die Neuzugänge
Viele erfahrene Akteure sind gegangen, dafür wurden acht Spieler geholt, deren Durchschnittsalter bei 19,75 Jahren liegt. Einige haben sich gut zurechtgefunden und sind Stammplatzkandidaten, Philip Krischa (21) zählt bereits zu den Leistungsträgern. „Die Jungs benötigen generell Zeit, um sich zu entwickeln. Da darf man nicht ungeduldig werden. Philip liefert konstant gute Leistungen ab, sei es im defensiven Mittelfeld oder der Innenverteidigung“, lobt Chorrosch. Andere wie der im Moment als Linksverteidiger gesetzte Jannik Dörr, Innenverteidiger Hasan Yalcinkaya oder Stürmer Adnan Rizvanovic (alle 19) haben Akzente gesetzt und können bedenkenlos gebracht werden.
Auch Nils Wannemacher (21), der als einziger der acht Neuen schon über ein paar Spiele Oberligaerfahrung verfügte, kam häufig zum Einsatz, hat aber mit der großen Konkurrenz im zentralen Mittelfeld (Nico Pantano, Ricardo Antonaci, Krischa) zu kämpfen. „Nils ist ein guter Fußballer, der Vertrauen braucht. Er wird seine Einsatzzeiten bekommen“, erklärt Chorrosch. Der flinke Flügelstürmer Martin Amoako (20) brauche noch etwas, um seine Qualitäten auf den Platz zu bringen. Noe Peter (19, Knochenödem) und Marvin Takpara (20, Achillessehnenreizung) warten verletzungsbedingt noch auf ihren ersten Saisoneinsatz.
Am Mittwoch gegen Idar-Oberstein
Die Arminia, die meist im bevorzugten 4-2-3-1-System aufläuft, kann während des Spiels bei Bedarf die Ausrichtung ändern. Sei es mit einer Dreierkette in der Abwehr oder auf eine Formation mit Doppelspitze. „Wir haben in der Vorbereitung mehrere Variationen eingeübt. Das klappt auch ganz gut. Generell wollen wir die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen gering halten“, verdeutlicht der Coach. Ihm scheint es zu gelingen, die Vielzahl der Gegentore einzudämmen. Von den Teams ab Platz neun steht die Arminia am besten da. Doch für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh.
Schon am Mittwoch, 19.30 Uhr, steht die Deckung im Heimspiel gegen den SC-Idar-Oberstein auf dem Prüfstand. Der Neuling erzielte zuletzt im Pokal gegen Gonsenheim (6:2) und in der Liga in Auersmacher (5:2) elf Tore und stellt mit Florian Zimmer (zehn Treffer) den Führenden in der Torschützenliste. „Sie werden mit breiter Brust kommen, dennoch ist Idar-Oberstein unsere Kragenweite. Ich erwarte ein offenes Spiel“, sagt Chorrosch, der einen Drei-Jahres-Plan vorgelegt hat. In dieser Saison ist der Klassenverbleib das Ziel, in der kommenden soll die Mannschaft konstanter agieren und mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. „Und im dritten Jahr wollen wir das obere Drittel anvisieren“, erläutert der 35-Jährige.