Fußball
Arminia Ludwigshafen hilft nur ein Sieg gegen den FCK II weiter
Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage in Pirmasens hat der FCA das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand. Die Schwarz-Weißen sind punktgleich mit Konkurrent SV Auersmacher, doch der Aufsteiger hat das eindeutig bessere Torverhältnis, das im Gegensatz zu den Klassen darunter zählt. Die Arminia muss also gegen den FCK II mehr Punkte holen als Auersmacher im Saarland-Duell bei Hertha Wiesbach. Im Klartext: Siegt der FCA, darf der Neuling nur einen Punkt mitnehmen, spielt Ludwigshafen gegen die Lauterer unentschieden, muss Auersmacher verlieren. Bei einer Niederlage ist das Rennen zugunsten des SVA, dessen Spiel eine Stunde später beginnt, entschieden.
„Uns fehlt im Moment auch etwas das Spielglück. Die Niederlage in Pirmasens war nicht nur wegen des vergebenen Elfmeters und des späten Treffers zum 2:1 für den FKP bitter“, sagt Trainer Andreas Brill. Einstellung und Mentalität hätten gepasst, jetzt gelte es, da zu sein für den Fall eines Patzers von Auersmacher und zudem für jeden Spieler, sich für das Pokal-Halbfinale gegen Worms am 15. März zu empfehlen. Die Aufstiegsrunde hätte den Vorteil, dass dieses Pokalspiel nicht in eine englische Woche eingebettet wäre, denn für die Topteams der Oberliga geht es erst Ende März weiter. Die Mannschaften in der Abstiegsrunde müssen schon am 11./12. März wieder ran. Wer möglicherweise erster Gegner des FCA ist, und ob daheim oder auswärts gespielt wird, ist noch offen.
Wichtiges Comeback
Ganz wichtig für die Arminen ist die Rückkehr von Fabian Herchenhan, der 159 Tage wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war. „Es war zum Glück das hintere Kreuzband, außerdem war weder ein Band noch der Meniskus beschädigt. Deshalb stehe ich so früh wieder auf dem Platz“, erklärt der 32-jährige Innenverteidiger, der nicht operiert, sondern konservativ behandelt worden war. Mit ihm hat Brill nicht nur einen Spieler mehr zur Verfügung, Herchenhan ist Leistungsträger, Führungsspieler und stellvertretender Kapitän. „Ich bin froh, dass er wieder dabei ist. Fabian ist ein unglaublich wichtiger Akteur mit großer Erfahrung, hat Ruhe am Ball, eine prima Spieleröffnung und spricht viel mit seinen Mitspielern“, lobt der Trainer den Abwehrchef.
Herchenhan trifft am Sonntag auf seinen früheren Verein, für den er in der Junioren-Bundesliga und in der Regionalliga auflief. „Das ist zwölf, 13 Jahre her. Ich kenne nur noch den Busfahrer und den Zeugwart. Mit dem jetzigen Trainer des FCK II, Benny Früh, habe ich in Zweibrücken zusammengespielt, sein Vorgänger Peter Tretter war mein Trainer beim FK Pirmasens“, berichtet Herchenhan. Damit sind zwei weitere Stationen genannt, bevor er mit 24 Jahren Spielertrainer beim VfR Grünstadt wurde. Seit 2018 läuft er für den FCA auf, von einem einjährigen Abstecher zum VfR Mannheim abgesehen.
In Landau geschwitzt
„Herchi“ wie er im Mannschaftskreis genannt wird, hat seine Reha nach dem Kreuzbandriss professionell angepackt. „Zunächst war ich bei unserem Physiotherapeuten Christian Simon in Behandlung, danach im Rehazentrum von Mike Steverding in Landau, wo auch Profis an ihrem Comeback arbeiten“, sagt Herchenhan. Er bekam einen auf ihn zugeschnittenen Trainingsplan und schuftete fünfmal pro Woche, um möglichst rasch wieder einsatzbereit zu sein. Auch zwischen den Jahren, wie er sagt. Zwar war er den ganzen Tag beschäftigt, dennoch konnte er jeden Abend Töchterchen Emma, die am Samstag zwei Jahre alt wird, zu Bett bringen. Ein positiver Aspekt, der die Quälerei erträglicher machte.
Der Lohn: Am Dienstag stand der Brandschutztechniker, der mit seiner Familie in Grünstadt wohnt, im Testspiel beim Landesligisten VfR Grünstadt (2:3, Tore Markus Schmitt und Nico Pantano) erstmals wieder 90 Minuten auf dem Feld. „Er ist körperlich fit, braucht aber jetzt Spielpraxis“, betont Brill. Kürzlich hat Herchenhan seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2025 verlängert. Heißt dies, dass er seine Laufbahn bei der Arminia beendet? „Herchi“ überlegt einen Moment. „Dann bin ich fast 35, da ist es eher unwahrscheinlich, dass ich innerhalb der Liga wechsle“, verdeutlicht der Mann mit der Rückennummer 13. Bei den Rheingönheimern wird man dies gerne hören.
