Fußball
Arminia Ludwigshafen gibt Sieg spät aus der Hand
Die Serie bleibt bestehen, auch wenn sich der FC Arminia Ludwigshafen beim 2:2 gegen den abstiegsbedrohten SV Auersmacher große Mühe hatte. Doch dies hatte Gründe, die umso offenkundiger zu Tage traten, je länger die Partie dauerte. „Die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch. Die Jungs waren fertig, es fehlte die Frische“, erklärt Trainer Chris Chorrosch den Auftritt, der nach einer guten Stunde immer mehr zu einer Abwehrschlacht mutierte. Dass am Ende eine Führung mit zwei Toren Vorsprung verspielt wurde, verkam zu einer Randnotiz. „Auersmacher hat sich den Punkt absolut verdient, auch wenn das 2:2 sehr spät fiel“, resümiert der Übungsleiter.
„Schon die erste Halbzeit war nicht gut“, räumt Torwart Robin Schneider ein. Der 22-jährige Schlussmann hielt sein Team im Spiel, als er direkt nach dem Wechsel gegen den frei vor ihm auftauchenden Sandro Kempf ein fast sicheres Gegentor reaktionsschnell verhinderte (46.). In den von Schneider angesprochenen ersten 45 Minuten kam die Arminia ganz schlecht ins Spiel. Schnelle und viel zu häufige Ballverluste erschwerten den Aufbau enorm. Die Schwarz-Weißen hatten Mühe, in den gegnerischen Strafraum zu kommen, geschweige denn, sich klare Möglichkeiten zu erspielen. „Der erste Kontakt war ausbaufähig, aber das gestehe ich der Mannschaft zu“, verdeutlicht Chorrosch.
Auf dem Zahnfleisch
Die Probleme, eine englische Woche mit 13, maximal 14 Akteuren zu absolvieren, seien sichtbar gewesen. „Manche haben 270 Minuten gespielt“, ergänzt der Coach. Gegen Auersmacher saßen mit Adnan Rizvanovic und Pascal Nicklis nur zwei Feldspieler aus dem von großen Verletzungssorgen gebeutelten Oberligakader auf der Bank. Anton Funk aus dem Reserveteam, der debütierte, und der Trainer selbst ergänzten das seit Wochen extrem schmale Aufgebot. „Es ist ganz schwierig, wenn Du einem Spieler nicht mal eine Pause geben kannst. Irgendwann ist der Tank einfach leer“, erläutert Flügelstürmer Steffen Straub, der seinen Namensvetter Maurice-Niclas Straub mit viel Tempo und seiner enormen Dribbelstärke vor manches Problem stellte.
Auersmacher erzwang in der chancenarmen ersten Hälfte ein ausgeglichenes Spiel und besaß die beste Gelegenheit, als Schneider einen Schuss von Patrick Jantzen mit einer starken Parade über die Latte lenkte (20.). Aus heiterem Himmel fiel in der körperbetont und mitunter recht ruppig geführten Partie mit neun Gelben Karten das 1:0 für den FCA. Nach einem Foul von Lars Birster an Noah Maier verwandelte Kapitän Nico Pantano, der nach einer guten Stunde mit einer Muskelverletzung vom Feld musste und das Lazarett erweitern dürfte, den gerechtfertigten Elfmeter sicher (41.). Die Pausenführung der Platzherren war ein Stück weit glücklich.
Eine trügerische Führung
Als die Gastgeber auf 2:0 erhöhten (47.), schien die Arminia auf einem guten Weg zu sein, ihr fünftes Spiel in Folge zu gewinnen. Nach einem weiten Abschlag von Schneider ging Straub nach einem Kopfballduell zunächst zu Boden, während die Kugel bei Maier landete. „Ich habe gesehen, dass vor mir eine Lücke ist und ich frei Bahn habe. Noah hat einen überragenden Pass gespielt“, schildert der 30-jährige Linksaußen die Szene. Er setzte zu einem unwiderstehlichen Sprint an, nahm das Zuspiel auf, lief in hohem Tempo in den Strafraum und schloss gekonnt mit einem Schuss ins lange Eck ab. Eine Aktion, die die große Klasse Straubs erkennen ließ.
Der SV Auersmacher gab jedoch nicht auf, stellte auf eine Doppelspitze um und intensivierte seine Bemühungen. Beim Anschlusstreffer profitierten Vorlagengeber Kempf und Torschütze Marius Schley davon, dass der FCA nur Begleitschutz anbot (54.). Die Entscheidung verpasste Maier, als er freistehend das 3:1 liegenließ (78.). Doch längst hatten die Saarländer das Heft in die Hand genommen und deutlich mehr Spielanteile. Konnte Wal Fall mit Hilfe der Latte das 2:2 bei einem Kopfball von Emre Sah noch verhindern (80.), so jubelten die Gäste in der Nachspielzeit doch noch über das 2:2, das Joker Niclas Judith nach einer Flanke von Maurice-Niclas Straub per Kopf erzielte (90.+2). „Die Jungs haben sich mit letzter Kraft und Leidenschaft dem Gegner entgegengestemmt“, lobt Chorrosch.